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European Train Control System
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Das European Train Control System (ETCS, deutsch Europäisches Zugbeeinflussungssystem) ist ein Zugbeeinflussungssystem und ein wesentlicher Bestandteil des zukßnftigen einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems ERTMS. Es soll langfristig die mehr als 20cite-ref-sd-99-10-34-1-0[1] verschiedenen Zugbeeinflussungssysteme in Europa ersetzen.
Diese Standardisierung ermÜglicht, die sicherungstechnische Ausrßstung der Zßge auf den transeuropäischen Netzen (TEN)cite-ref-2013-1315-eu-2-0[2] stark zu vereinfachen und ein einheitliches, hohes Sicherheitsniveau der Infrastruktur zu gewährleisten. Die streckenseitige Ausrßstung bleibt weiterhin unter nationaler Aufsicht.cite-ref-3[3] Die ETCS-Infrastruktur kann auch als Grundlage fßr den automatisierten Fahrbetrieb (ATO) genutzt werden.cite-ref-4[4]
Ab Ende der 1990er Jahre wurde ETCS in der Praxis erprobt und in den 2000er Jahren wurden zunehmend kommerzielle Projekte in Betrieb genommen.cite-ref-5[5] Seit 2002 ist der Einsatz von ETCS fßr neue transeuropäische Hochgeschwindigkeitsstrecken durch EU-Recht vorgeschrieben,cite-ref-2002-731-6-0[6] seit 2006 auch fßr Ausbaustrecken.cite-ref-2006-679-7-0[7]cite-ref-2007-153-8-0[8]cite-ref-etr-57-660-9-0[9] Seit 2017 ist das Eisenbahnnetz in Luxemburg, seit 2018 das Normalspurnetz der Schweiz (nahezu) sowie seit Ende 2025 Belgien vollständig mit ETCS ausgerßstet. Unter anderem in Dänemark, Israel und den Niederlanden wurde die flächendeckende Ausrßstung des Bestandsnetzes mit ETCS beschlossen. In den meisten europäischen Staaten sowie in vielen weiteren Ländern sind in unterschiedlichem Umfang Strecken und Fahrzeuge mit ETCS in Betrieb. In Deutschland wurden seit 2015 mehrere Strecken mit ETCS in Betrieb genommen.
Contents
⢠Technische Ziele
⢠Geschichte
⢠Funktionsweise
⢠ETCS-Level
⢠Systemversionen
⢠Class-B-Systeme
⢠Virtual Balise
⢠Spezifikationen
⢠Ausblick
⢠Ăbersicht
⢠Belgien
⢠Bulgarien
⢠Dänemark
⢠Deutschland
⢠Finnland
⢠Frankreich
⢠Italien
⢠Luxemburg
⢠Niederlande
⢠Norwegen
⢠Ăsterreich
⢠Polen
⢠Portugal
⢠Schweden
⢠Schweiz
⢠Serbien
⢠Slowakei
⢠Spanien
⢠Tschechien
⢠Diskussion
⢠Vorteile
⢠Nachteile
⢠Kosten
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Wirtschaftliche Ziele
ETCS ist das Ergebnis der Arbeit der Europäischen Eisenbahnagentur (englisch ERA, seit 2016 European Union Agency for Railways) zur Verbesserung der wirtschaftlichen Integration in Westeuropa und der Wettbewerbsfähigkeit gegenßber anderen Verkehrsträgern. Ziel ist es, die bisherigen unterschiedlichen Zugbeeinflussungs- und Zugleitsysteme innerhalb Europas abzulÜsen und damit
⢠die Investitionskosten fßr international verkehrende Fahrzeuge zu senken,
⢠Zeit bei grenzßberschreitenden Fahrten zu sparen und
⢠die Zulassung von Fahrzeugen fßr den internationalen Verkehr zu vereinfachen.
DarĂźber hinaus werden im Vergleich zu bisherigen Systemen
⢠die Kosten fßr die Instandhaltung und den Betrieb der ortsfesten Anlagen (z. B. Signale) verringert,
⢠der Eisenbahnverkehr sicherer gemacht,
⢠die Streckenkapazität und
⢠die Streckengeschwindigkeit erhÜht.
Fßr die Bahnindustrie der EU ergeben sich durch die Entwicklung der komplexen Systeme Wettbewerbsvorteile auch auf Nicht-EU-Märkten. Fßr Staaten mit bisher weniger entwickelter Sicherungstechnik in der Eisenbahninfrastruktur bedeutet der Einsatz von ETCS eine hÜhere Planungssicherheit fßr interoperable Systeme sowie eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter.
Technische Ziele
Ursprßnglich fßr die Interoperabilität der europäischen Hochgeschwindigkeitsnetze im Personenverkehr entwickelt, ist ETCS seit 2004 als einheitliches Zugbeeinflussungssystem fßr den gesamten Schienenverkehr in der EU bestimmt worden.
Zugbeeinflussungssysteme sind notwendig, um einen sicheren Zugverkehr auch bei hoher Verkehrsdichte und hohen Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Sie ermĂśglichen es, fahrende ZĂźge von auĂen zu steuern und notfalls auch anzuhalten.
Zugbeeinflussungssysteme kĂśnnen gleisbegleitend linien- oder punktfĂśrmig Ăźbertragend konfiguriert sein. Im Gegensatz zu bisherigen Zugbeeinflussungseinrichtungen sollte das neue System eine vollautomatische SignalĂźbertragung ermĂśglichen. AuĂerdem sollte die InformationsĂźbertragung nicht nur von der Strecken- zur FahrzeugausrĂźstung, sondern auch umgekehrt mĂśglich sein. Die Anfang der 1990er Jahre verfĂźgbaren moderneren Funksysteme (z. B. GSM-R) hatten keine ausreichende SignalverfĂźgbarkeit fĂźr eine alleinige Anwendung fĂźr einen zuverlässigen Bahnbetrieb. Die bisherigen gleisbegleitenden Systeme waren materialintensiv, nicht besonders robust gegen Vandalismus und auch durch Metalldiebstahl gefährdet.
In Europa haben sich 14 verschiedene, nicht kompatible Zugbeeinflussungs- und Leitsysteme entwickelt, die teilweise nebeneinander und von Land zu Land unterschiedlich eingesetzt werden. Im grenzßberschreitenden Verkehr und teilweise auch im Binnenverkehr mßssen Triebfahrzeuge daher entweder mit Fahrzeuggeräten mehrerer Zugbeeinflussungssysteme ausgerßstet sein oder aufwändig gewechselt werden. Teilweise erfolgt auch eine gleichzeitige Mehrfachausrßstung der Streckeninfrastruktur, um einen Mischbetrieb von Zugbeeinflussungssystemen zu gewährleisten.
Die Umstellung auf die heute definierten Standards in ETCS stellt eine langfristig wirksame Investition zur Vereinfachung der Ausrßstung sowohl der Infrastruktur als auch der Triebfahrzeuge dar. Es wird länderßbergreifend ein definiertes hohes Niveau der Verkehrssicherheit im Eisenbahnbetrieb erreicht.
AusrĂźstungsverpflichtung
Der europäische ERTMS-Bereitstellungsplan sieht die schrittweise AusrĂźstung des transeuropäischen Eisenbahnsystems mit ERTMS vor. Infrastrukturseitig sind innerhalb des âTranseuropäischen Eisenbahnnetzesâ und des âTranseuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzesâ gemäà Richtlinie 2008/57/EG und der zugrunde liegenden Entscheidung 1692/96/EGcite-ref-10[10] verpflichtend mit ERTMS/ETCS auszurĂźsten:cite-ref-eu-2012-88-11-0[11]cite-ref-eu-2016-919-12-0[12]
⢠sechs definierte Gßterverkehrskorridore sowie deren Verbindungen zu bestimmten wichtigen Häfen, Rangieranlagen, Gßterterminals und Gßterverkehrsräumen. Die Mitgliedsstaaten mßssen dazu der Europäischen Kommission einen Zeitplan fßr die Ausrßstung vorlegen. Auf Korridorabschnitten mit mehr als einer Strecke ist dabei die Ausrßstung einer Strecke ausreichend.cite-ref-eu-2012-88-11-1[11] (Die Bundesrepublik Deutschland hat zuletzt Ende 2017 einen solchen Plan vorgelegt.cite-ref-eba-2017-12-11-13-0[13])
⢠Hochgeschwindigkeitsstrecken bei Neuausrßstungen und wesentlichen Umrßstungen der Sicherungstechnik.cite-ref-eu-2012-88-11-2[11]
⢠bereits in Betrieb befindliche Schieneninfrastrukturvorhaben, die aus EFRE, dem Kohäsionsfonds oder dem TEN-V-Haushalt gefĂśrdert wurden, bei UmrĂźstungen eines bereits in Betrieb befindlichen ZZS-Teilsystems, âdie die Funktionen oder die Leistung des Teilsystems verändertâ.cite-ref-eu-2012-88-11-4[11]
Eine Ausrßstung von Klasse-B-Systemen neben ERTMS ist zulässig.cite-ref-eu-2012-88-11-5[11]
Eisenbahntriebfahrzeuge und Steuerwagen, fßr die erstmals eine Inbetriebnahmegenehmigung erteilt wird, mßssen in der EU grundsätzlich mit ETCS-Fahrzeuggeräten ausgerßstet sein. Ausgenommen davon sind Bau- und Instandhaltungsfahrzeuge, neue Rangierlokomotiven sowie nicht fßr den Einsatz auf Hochgeschwindigkeitsstrecken bestimmte Neufahrzeuge, soweit sie
⢠ausschlieĂlich im Inlandsverkehr auĂerhalb der o. g. GĂźterverkehrskorridore und deren Verbindungen zu wichtigen Anlagen eingesetzt werden oder
⢠im grenzĂźberschreitenden Verkehre auĂerhalb des TEN bis zum ersten Bahnhof im Nachbarland vorgesehen sind, an dem AnschlĂźsse zu anderen Zielen im Nachbarland bestehen.cite-ref-eu-2016-919-12-1[12]
Ferner konnten die Mitgliedstaaten Fahrzeuge, die fĂźr den Inlandsverkehr bestimmt sind, von der AusrĂźstungspflicht ausnehmen, sofern ihr Einsatzgebiet nicht mehr als 150 km Ăźber bereits mit ETCS ausgerĂźstete Streckenabschnitte fĂźhrt oder innerhalb von fĂźnf Jahren nach Inbetriebnahmegenehmigung der Fahrzeuge mit ETCS ausgerĂźstet werden soll.cite-ref-eu-2016-919-12-2[12] Diese Ausnahmeregelung kam in Deutschland zur Anwendung.cite-ref-eba-2016-08-03-14-0[14]
Daneben mĂźssen HochgeschwindigkeitszĂźge im Rahmen von NeuausrĂźstungen oder UmrĂźstungen der Zugbeeinflussungssysteme mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-eu-2016-919-12-3[12]
Darßber hinaus gelten Regelungen bei der Erweiterung des Verwendungsgebiets von Fahrzeugencite-ref-eu-2020-387-15-0[15] gemäà dem Vierten Eisenbahnpaket. Die Ausrßstungsverpflichtung fßr Strecken in Deutschland wird in der EIGV konkretisiert.
Geschichte
Ende der 1980er Jahre waren verschiedene europäische Bahnen dabei, die bestehenden nationalen Zugbeeinflussungssysteme zu verbessern, neue Systeme zu spezifizieren oder zu installieren. Eine länderßbergreifende Koordination gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.cite-ref-sd-98-4-3-16-0[16] Aus dem Bestreben heraus, durch die Schaffung eines europaweiten Marktes fßr Zugbeeinflussungssysteme die Aufenthaltszeiten an den Grenzen zu verkßrzen und die Kosten zu senken, entwickelte sich bis Anfang der 1990er Jahre das Konzept eines einheitlichen Zugbeeinflussungssystems. Am 4. und 5. Dezember 1989 tagte eine Arbeitsgruppe der Verkehrsminister der EG-Staaten und erarbeitete einen Masterplan fßr ein transeuropäisches Hochgeschwindigkeitsnetz, in dem erstmals der Begriff eines Europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS erwähnt wurde.
Auf dieser Grundlage richtete die EG-Kommission Anfang 1990 eine Projektorganisation mit Vertretern der Regierungen, der Industrie und der europäischen Eisenbahnen ein. Unter der Leitung der Generaldirektion Verkehr befasste sich in diesem Rahmen eine Arbeitsgruppe mit den Problemen der Signalisierung und Zugbeeinflussung. Nach einem längeren Meinungsbildungsprozess wurde eine Vorgehensweise festgelegt, die Elemente der Bahnen und der Industrie vereinte: Aus dem Vorschlag der Bahnen, die Datenßbertragunssysteme zwischen Boden und Zug zu vereinheitlichen, entstanden die Teilprojekte Eurobalise und Euroradio. Gleichzeitig wurde der Vorschlag der Industrie fßr ein neues Fahrzeuggerät mit moderner, offener Rechnerarchitektur im Teilprojekt Eurocab weiterverfolgt. Die Kombination dieser Vorschläge ebnete den Weg zu einer einheitlichen Zugbeeinflussung. Mit Beschluss vom 17. Dezember 1990 stimmte der EG-Rat fßr eine Vertiefung dieser Arbeiten.cite-ref-ser-1994-73-17-0[17] Mit der Richtlinie 91/440/EWG vom 29. Juli 1991 beschloss der Rat die Erstellung eines Anforderungskatalogs fßr die Interoperabilität im Hochgeschwindigkeitsverkehr.
Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms EURET, das von 1990 bis 1993 lief, befasste sich ein Teilprojekt mit Studien und der Gesamtarchitektur eines zukßnftigen Eisenbahnbetriebsfßhrungssystems. Die UIC bildete Mitte 1990 eine schlagkräftige Lenkungsgruppe, die in halbjährlichen Sitzungen ßber finanzielle, organisatorische und technische Fragen entschied. ETCS entwickelte sich in kurzer Zeit zum aufwändigsten Projekt der UIC.cite-ref-ser-1994-73-17-1[17]
Im Juni 1991 wurde in Bern ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, in dem Bahnen und Industrie ihre Absicht erklärten, ETCS als neues Zugsteuerungs- und Zugbeeinflussungssystem zu spezifizieren und zu entwickeln.cite-ref-bundesbahn-68-753-18-0[18] Danach sollten die Bahnen auf eigene Kosten eine offene Spezifikation fßr Funktionen und Systemkomponenten erstellen, auf deren Grundlage die Industrie detaillierte technische Spezifikationen entwickeln sollte (hälftig finanziert von Industrie und EU). Fßr die Spezifikationsarbeiten wurde im Rahmen des ERRI ein eigener Sachverständigenausschuss (A 200) unterhalb der UIC-Lenkungsgruppe eingerichtetcite-ref-ser-1994-73-17-2[17] und 1995 ein Entwicklungsplan erstellt,cite-ref-nielson-19-0[19] in dem erstmals der Begriff eines Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems ERTMS auftaucht.
Die MarktĂśffnung sollte Ăźber das Vergaberecht durchgesetzt werden, das fĂźr Ăśffentliche Aufträge in bestimmten Bereichen unter anderem die Anwendung europäischer Spezifikationen, sogenannter TSI (Technische Spezifikationen fĂźr die Interoperabilität), vorschreibt.cite-ref-96-48-eg-20-0[20] Auf dieser Grundlage sah die EG-Richtlinie 96/48/EGcite-ref-interop-21-0[21] 1996 die Erarbeitung von TSI fĂźr Teilsysteme vor, deren Interoperabilität fĂźr ein transeuropäisches Hochgeschwindigkeitsbahnsystem erforderlich ist. Die TSI Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung (TSI ZZS, engl. CCS) bezieht sich auf das Zugbeeinflussungssystem ETCS und das mobilfunkbasierte Kommunikationssystem GSM-R (Global System for Mobile communication â Railways). Der Internationale Eisenbahnverband (UIC, Union internationale des chemins de fer) hatte durch das European Rail Research Institute (ERRI) ab 1991cite-ref-sd-95-1-15-22-0[22] erste Spezifikationen fĂźr ETCS erarbeiten lassen. Diese wurden ab 1996cite-ref-sd-95-1-15-22-1[22] zunächst federfĂźhrend von der ERTMS Users Group, einer Interessengemeinschaft von inzwischen sechs europäischen Bahnen, und anschlieĂend von UNISIG, einem Zusammenschluss europäischer Hersteller von Eisenbahnsicherungstechnik, weiterentwickelt.
Parallel dazu hat die ERA eine Arbeitsgruppe der nationalen EisenbahnsicherheitsbehĂśrden eingerichtet, um die Entwicklung gemeinsamer Sicherheitsstandards voranzutreiben. Zudem wurde mit NB Rail eine Arbeitsgruppe der Benannten Stellen (Notified Bodies) gegrĂźndet, um die Zulassungsverfahren zu vereinheitlichen.cite-ref-rgz-2012-3-35-23-0[23]
Die Schweiz hat die Interoperabilitätsrichtlinien der EU ßbernommen.cite-ref-24[24]
Seit 1999 wurde ETCS unter anderem bei der Italienischen Staatsbahn (RFI), der Deutschen Bahn AG (DB AG), den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und den Ăsterreichischen Bundesbahnen (ĂBB) getestet.cite-ref-eri-2000-218-25-0[25] Im gleichen Jahr wurden die Pilotprojekte SofiaâBurgas (Bulgarien, ETCS Level 1) und LudwigsfeldeâJĂźterbogâHalle/Leipzig (Deutschland, ETCS Level 2)cite-ref-etr-2007-666-26-0[26] gestartet.
Bis Anfang 2000 wurden mehrere hundert Millionen Euro in ETCS und ERTMS investiert.cite-ref-eri-2000-218-25-1[25] In der Nacht zum 27. April 2002 wurde in der Schweiz die erste kommerzielle Anwendung von ETCS Level 2 in Betrieb genommen.
Im Jahr 2002 wurden erstmals ETCS-StreckenausrĂźstungen und FahrzeugausrĂźstungen auĂerhalb Europas verkauft.cite-ref-etr-2007-666-26-1[26]
Am 17. März 2005 unterzeichneten der Verband der Europäischen Eisenbahnindustrien (UNIFE), die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER), die Vereinigung European Rail Infrastructure Management (EIM) und die UIC zusammen mit der EU-Kommission eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) ßber die Einfßhrung von ERTMS/ETCS auf dem europäischen Netz.cite-ref-sd-97-7-6-27-0[27] Darauf aufbauend wurde im März 2006 die ETCS-Ausrßstung von sechs Gßterverkehrskorridoren (A bis F) näher untersucht.cite-ref-sd-98-12-40-28-0[28]
Im Jahr 2006 waren mehr als 3000 Fahrzeuge mit ETCS ausgerĂźstet,cite-ref-sd-97-7-6-27-1[27] mehr als 6000 Streckenkilometer mit ETCS in Betrieb oder deren AusrĂźstung vertraglich vereinbart.cite-ref-sd-98-12-40-28-1[28] Bis 2007 wurde mit ETCS ein Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erzielt,cite-ref-etr-2007-666-26-2[26] 1739 km und 852 Fahrzeuge waren mit ETCS im kommerziellen Betrieb, die AusrĂźstung von weiteren rund 28.000 km war beauftragt oder geplant.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-0[29] Die Weiterentwicklung der bestehenden Zugbeeinflussungssysteme (Legacy Systems) wurde bis auf deren Anbindung an ETCS (Specific Transmission Modules â STMs â als Schnittstelle zum Legacy System) praktisch eingestellt.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-1[29] Im Juli 2008 wurde eine neue Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen der Europäischen Kommission und verschiedenen Eisenbahnorganisationen unterzeichnet, um eine engere Zusammenarbeit zu gewährleisten und die Entwicklung von ETCS zu beschleunigen.cite-ref-rgz-2012-3-35-23-1[23]cite-ref-era-2008-09-29-30-0[30]
Nach einem Vorschlag der EU aus dem Jahr 2016 sollten alle Grenzßbergänge bis 2020, der Korridor A bis 2022 und die ßbrigen TEN-Korridore bis 2030 umgerßstet werden.cite-ref-eri-2016-76-31-0[31]
Im September 2013 war ETCS weltweit in 34 Ländern in Betrieb oder geplant. Fßr rund 68 000 km waren Ausrßstungsverträge unterzeichnet, die jeweils zur Hälfte auf Europa und den Rest der Welt entfielen. Dies entspricht einem Anteil von 4 Prozent des weltweiten Schienennetzes von 1,6 Mio. km.cite-ref-rgz-2014-04-70-32-0[32]
Bis zum 5. Juli 2017 mussten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Kommission nationale Umsetzungspläne vorlegen. Auf dieser Grundlage sollte eine Datenbank (TENtec) mit dem ETCS-Ausrßstungsstand im TEN-Netz erstellt werden. Die nationalen Umsetzungspläne sollen eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren haben und alle 5 Jahre aktualisiert werden.cite-ref-eu-2016-919-12-4[12]
Die EinfĂźhrung von ETCS wird durch verschiedene FĂśrderprogramme unterstĂźtzt, z. B. durch die Connecting Europe Facility (CEF).cite-ref-33[33]
Funktionsweise
ETCS ßberwacht insbesondere die zulässige HÜchstgeschwindigkeit (unter Berßcksichtigung der ETCS-Bremskurven), aber z. B. auch die Eignung des Zuges fßr die Strecke und die Einhaltung besonderer Betriebsvorschriften.
Um einen Zug mit ETCS bewegen zu dßrfen, ist in der Regel eine ETCS-Fahrterlaubnis (engl. Movement Authority, MA) erforderlich. Diese wird in der Regel ßber im Gleis verlegte Eurobalisen oder ßber Funk (meist GSM-R), selten auch ßber Euroloop ßbertragen. Die ETCS-Fahrzeugeinrichtung (engl. Onboard Unit, OBU) wertet diese Daten aus und bringt den Zug im Gefahrenfall durch eine Zwangsbremsung automatisch vor einem Gefahrenpunkt zum Stehen. In den meisten Fällen werden die Daten auch dem Triebfahrzeugfßhrer auf einem Display angezeigt.
Ăber 35 vom Infrastrukturbetreiber konfigurierbare Nationale Werte kĂśnnen betriebliche Regeln und Grundsätze in ETCS abgebildet werden. Dadurch ergibt sich ein von Land zu Land unterschiedliches Systemverhalten.
Wesentliche Komponenten von ETCS sind:
⢠Die Eurobalisen sind punktfĂśrmige DatenĂźbertragungseinrichtungen im Gleis, die beim Ăberfahren durch den Zug aktiviert werden und wie ein Transponder Daten Ăźbertragen. Es gibt Balisen, die immer die gleichen festen Daten Ăźbertragen (Festdatenbalise) und schaltbare Balisen fĂźr wechselnde Informationen (Transparentdatenbalise).
⢠dmievcDas Herzstßck der ETCS-Fahrzeugeinrichtung ist der European Vital Computer (EVC). Aus den Streckeninformationen wird unter anderem die Fßhrerstandsanzeige (engl. Driver Machine Interface, DMI) berechnet.
⢠Mit Hilfe der ETCS-Odometrie bestimmt das Fahrzeug kontinuierlich seine Position. Dazu werden Eurobalisen als âKilometersteineâ und eine Kombination von Sensoren (z. B. Radimpulsgeber, Dopplerradar) verwendet. Die gewonnenen Weg-, Geschwindigkeits- und (Brems-)Beschleunigungsdaten werden in vielfältiger Weise weiterverarbeitet.
⢠rbcDie optionale ETCS-Zentrale (RBC fßr englisch Radio Block Centre) erteilt Fahrterlaubnisse unter Berßcksichtigung dynamischer und statischer Informationen. Während die dynamischen Daten (Lage- und Zustandsmeldungen von Signalen und Weichen) vom Stellwerk ßbermittelt werden, sind die statischen Streckeneigenschaften in einem Streckenatlas projektiert. Dazu gehÜren z. B. Weichen, Signale, Balisen, Gradienten und Geschwindigkeiten.cite-ref-sd-97-6-14-34-0[34]
⢠Die optionale Euroloop ist ein semi-kontinuierliches, kabelbasiertes DatenĂźbertragungssystem, das in der Lage ist, Ănderungen des Signalbegriffs an ETCS-L1-Fahrzeuge zu Ăźbermitteln. Dazu wird im Signalsichtbereich (oft in Kombination mit einer Balise) ein Kabellinienleiter in einer oft mehrere 100 m langen Schleife im Gleis verlegt. Im Gegensatz zur Eurobalise kĂśnnen die Daten nicht nur beim Ăberfahren eines Punktes, sondern Ăźber die gesamte Länge der Schleife Ăźbertragen werden.
⢠Die Datenßbertragung erfolgt bei Bedarf in der Regel ßber eines von meist zwei GSM-R-Modems, die auf dem Fahrzeug installiert sind. Durch die standardisierte Datenverschlßsselung nach Euroradio kÜnnen der ETCS-Fahrzeugrechner und die ETCS-Zentrale nachrichtentechnisch sicher, d. h. vor Datenverfälschung und Datenverlust geschßtzt, miteinander kommunizieren.
Unter ETCS werden Langsamfahrstellen als Temporary Speed Restrictions (TSR) bezeichnet.
ETCS-Level
Um den Anforderungen unterschiedlicher Strecken, Nutzungsprofile und Eisenbahnverwaltungen gerecht zu werden, wurden verschiedene ETCS-Level (etwa Stufen, Niveaus) der Interaktion zwischen Strecke und Fahrzeug definiert, die Level 0 bis Level 3. Diese definieren, welche streckenseitige AusrĂźstung verwendet wird, wie Informationen an das Fahrzeug gesendet werden und welche Funktionen fahrzeug- und streckenseitig ausgefĂźhrt werden.
Fahrzeugseitig sind die Level abwärtskompatibel, d. h. Triebfahrzeuge mit Level-2-AusrĂźstung mĂźssen auch auf Strecken mit Level 1-AusrĂźstung fahren kĂśnnen â die Betriebszulassung setzt entsprechende Nachweise voraus. FĂźr die StreckenausrĂźstung gilt dies nicht, kein Level ersetzt den anderen. Eine Strecke kann mehrere ETCS-Level und nationale Zugbeeinflussungssysteme unterstĂźtzen.
Die technischen Details der Kommunikation und die grundlegenden Betriebsverfahren von ETCS sind standardisiert. Dagegen gibt es insbesondere bei der streckenseitigen Ausrßstung und der Bedienung durch den Fahrdienstleiter eine Vielzahl von länderspezifischen LÜsungen und Besonderheiten.cite-ref-ei-2016-01-38-35-0[35]
Unterschiede zwischen den Leveln bestehen bei den Signalisierungsstandorten und der Art der FahrterlaubnisĂźbertragung. DarĂźber hinaus kĂśnnen in Level 2 und 3 anstelle von ortsfesten (Licht-)Signalen auch ETCS-Halttafeln (bei der DB: Ne 14) eingesetzt werden.
Der ETCS-Level sagt nichts darßber aus, ob die Infrastruktur mit oder ohne konventionelle Hauptsignale betrieben wird. So kann z. B. eine mit Level 1 ausgerßstete Strecke durchaus ohne Lichtsignale betrieben werden, während eine mit Level 3 ausgerßstete Strecke auch mit Lichtsignalen betrieben werden kann.
Da die Unterschiede zwischen Level 2 und Level 3 in der ETCS-Spezifikation selbst sehr gering sind, sollten mit dem neuen Spezifikationssatz der TSI 2022 beide Level zum neuen Level R zusammengefasst werden.cite-ref-36[36] Letztlich wurde ab Baseline 4 eine Zusammenfassung von Level 2 und Level 3 zu Level 2 umgesetzt.cite-ref-tsi2023keychangesi-37-0[37]
Level 0
Wird ein Triebfahrzeug mit ETCS-Ausrßstung auf einer Strecke ohne Zugbeeinflussung durch das ETCS-System eingesetzt, spricht man von Level 0. Die fahrzeugseitige ETCS-Ausrßstung ßberwacht lediglich die HÜchstgeschwindigkeit des Zuges. Der Triebfahrzeugfßhrer fährt nach den konventionellen Signalen auf der Strecke. In diesem Fall kann die Zugfahrt durch ein konventionelles nationales Zugbeeinflussungssystem ßberwacht werden.
Wenn sowohl die Strecke mit einem nationalen Zugbeeinflussungssystem ausgerßstet ist als auch die entsprechenden Fahrzeuggeräte nicht mit ETCS verbunden sind (d. h. nicht als STM verfßgbar sind), muss Level 0 verwendet werden. Dies betrifft insbesondere Systeme, die während der Fahrt nicht aktiviert oder deaktiviert werden kÜnnen, weil sie z. B. beim Aufstarten oder Ausschalten eine Zwangsbremsung auslÜsen.cite-ref-437-38-0[38]
Level STM oder NTC
Um mit ETCS ausgerĂźstete Triebfahrzeuge auch auf Strecken mit bestehenden nationalen Zugbeeinflussungssystemen (âClass B-Systemeâ wie z. B. LZB oder ATB) einsetzen zu kĂśnnen, sind sogenannte Specific Transmission Modules erforderlich. In der Baseline 2 wird dieser Level entsprechend als Level STM (Specific Transmission Module) bezeichnet.
In der fĂźr Neuanlagen maĂgeblichen Version Baseline 3 wurde die Bezeichnung Level NTC (National Train Control) gewählt. Damit wird genauer zwischen den Signalsensoren an Fahrzeug und Gleis (Transmission Modules) und der länderspezifischen Verwendung der Ăźbertragbaren Inhalte (Codes) unterschieden. In jedem Fall muss der TriebfahrzeugfĂźhrer die Betriebsart wählen.
Streckenseitig wird ein STM an die vorhandene Signal- und Leittechnik angepasst, zur ETCS-Fahrzeugeinrichtung ist eine standardisierte Schnittstelle definiert. Die STM Ăźbernehmen den Empfang und die Verarbeitung der von der nationalen StreckenausrĂźstung Ăźbertragenen Informationen. Die OBU befindet sich im Modus âSTM Nationalâ (SN), die Ăberwachungsfunktion Ăźbernimmt das STM.
Die Entwicklung eines STM kann je nach Komplexität sehr kosten- und zeitintensiv sein. Bei NachrĂźstungen wird oft versucht, bereits vorhandene und zugelassene autonome Systeme mit mĂśglichst geringen Ănderungen an ETCS anzubinden und so die Vorteile von ETCS mit geringerem Zulassungsaufwand zu nutzen. Bei Neufahrzeugen oder umfassenden Modernisierungen sind die Besteller bestrebt, die Zugbeeinflussungssysteme eng mit der Betriebs- und Diagnosetechnik zu verknĂźpfen. Die Hersteller bieten daher modulare STM-LĂśsungen rund um ein Kernsystem fĂźr ETCS an.cite-ref-39[39] FĂźr den TriebfahrzeugfĂźhrer besteht eine einheitliche Bedienung Ăźber das DMI. Die Umschaltungen der fahrzeugseitigen Systeme bei streckenseitigen Levelwechseln werden vom ETCS-System automatisch ausgelĂśst und Ăźberwacht. Zugbeeinflussungssysteme, die nicht während der Fahrt umgeschaltet werden kĂśnnen, kĂśnnen nur zusammen mit ETCS Level 0 betrieben werden.cite-ref-437-38-1[38]
Kann ein STM bei Ausfall der ETCS-Fahrzeugeinrichtung oder bei deren Abschaltung weiterhin als konventionelles nationales Zugbeeinflussungssystem betrieben werden, wird es auch als Semi-STM bezeichnet.cite-ref-40[40]
Level 1
ETCS Level 1 ist durch eine diskontinuierliche Kommunikation zwischen Strecke und Fahrzeug gekennzeichnet. Je nach Ausbaustufe kĂśnnen optische Signale weiterhin verwendet oder durch FĂźhrerstandssignalisierung ersetzt werden. Die quasikontinuierliche Ăbertragung von ETCS-Informationen zwischen Fahrzeug und Streckeninfrastruktur erfolgt Ăźber Eurobalisen. In vielen Installationen sind diese Ăbertragungspunkte mit den Standorten von Vor- und Hauptsignalen verbunden.cite-ref-sd-99-3-6-41-0[41] Vor Baseline 3 war keine Ăbertragung von Zugbeeinflussungsinformationen Ăźber GSM-R vorgesehen, jedoch ein bidirektionaler Informationsaustausch Ăźber Balisen.
Die wichtigsten Informationen, die von den Balisen Ăźbermittelt werden, sind die Streckengradienten, die StreckenhĂśchstgeschwindigkeiten und der Punkt, an dem das Fahrzeug anhalten muss. Zusammen mit dem Modus bilden diese Informationen die Fahrterlaubnis (Movement Authority). Damit ist die fahrzeugseitige ETCS-AusrĂźstung in der Lage, unabhängig von national definierten Streckengeometrien und Signalabständen die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit (und Fahrtrichtung) kontinuierlich zu Ăźberwachen und rechtzeitig eine Zwangsbremsung einzuleiten. Da einem zum Stehen gekommenem Triebfahrzeug Ăźber Balisen keine neue Fahrterlaubnis erteilt werden kann, ist in Level 1 zumindest eine reduzierte AuĂensignalisierung erforderlich, die den Fahrzeugen zumindest ein Vorziehen zur nächsten Balise gestatten kann.
infill Alternative wäre eine abschnittsweise wirksame kontinuierliche DatenĂźbertragung (Infill) mĂśglich, die eine Fahrterlaubnis Ăźber Euroloop oder, was ab Baseline 3 mĂśglich wäre, unter Einsatz von GSM-R (Radio-Infill)cite-ref-rgz-2012-3-35-23-2[23] erlaubt. Euroloops kamen etwa in Ăsterreich,cite-ref-42[42] Radio-Infill kam in Italiencite-ref-43[43] zum Einsatz. Keines dieser beiden Verfahren konnte sich durchsetzen. Seit dem Jahr 2023 dĂźrfen Euroloops und Radio-Infill in der Europäischen Union nur mehr auf den Strecken betrieben werden, die in der TSI ZSS als Sonderfall genannt sind.cite-ref-44[44]
Level 2
ETCS Level 2 zeichnet sich durch eine ständige Verbindung zwischen Fahrzeug und ETCS-Zentrale ßber Euroradio aus.
Bevor eine ETCS-Zentrale die fĂźr eine Streckenfreigabe notwendigen Informationen berechnen kann, muss sie wissen, wo genau sich der Zug befindet und in welche Richtung er fährt. Die Position- und Richtungsbestimmung ist Aufgabe des Fahrzeugrechners, der diese Informationen regelmäĂig Ăźber GSM-R an die Zentrale Ăźbermittelt. Wenn die Strecke nicht auch fĂźr Level 1 ausgerĂźstet ist, sind die Balisen in der Regel Festdatenbalisen, die statische Nachrichten senden.
Die Information Ăźber freie Gleisabschnitte wird wie bei ETCS Level 1 Ăźber die ortsfeste Gleisfreimeldung vom Stellwerk ermittelt und an die ETCS-Zentrale Ăźbermittelt: Die Strecke ist â wie bisher â in Blockabschnitte unterteilt und ein Zug darf nur in den nächsten Blockabschnitt einfahren, wenn dieser einschlieĂlich des anschlieĂenden Schutzabschnittes frei von anderen Fahrzeugen ist.
ETCS Level 2 kann ergänzend zu signalgefßhrten Zugbeeinflussungssystemen wie z. B. PunktfÜrmige Zugbeeinflussung installiert werden, dann spricht man von ETCS Level 2 mit Signalen. Bei Neubaustrecken wird es unterdessen meistens als von Lichtsignalen unabhängiges Zugsicherungssystem implementiert, siehe dazu
â
Hauptartikel
:
ETCS Level 2 ohne Signale
Auf einigen Schnellfahrstrecken in Frankreich (LGV Est europÊenne, LGV Bretagne-Pays de la Loire und LGV Sud Europe Atlantique, demnächst auch die LGV Sud-Est) existiert ETCS Level 2 ohne Signale parallel zum ebenfalls anzeigegefßhrtem Zugsicherungssystem Transmission Voie-Machine.
Level 3
â
Hauptartikel
:
ETCS Level 3
Im Gegensatz zu ETCS Level 2 erfolgt die Gleisfreimeldung bei ETCS Level 3 nicht mehr ausschlieĂlich streckenseitig (z. B. Ăźber Achszähler), sondern rein Ăźber die Positionsmeldung der ETCS-Fahrzeugeinrichtung an die ETCS-Zentrale (Position Report). Mit der Positionsmeldung muss auch die Zugvollständigkeit laufend ĂźberprĂźft und der ETCS-Zentrale bestätigt werden, damit bereits befahrene Abschnitte wieder freigemeldet werden kĂśnnen. Dies erfordert ein sicheres System zur Zugvollständigkeitskontrolle.
Die Einteilung der Strecke in diskrete Blockabschnitte kann beibehalten werden, deren Länge kann jedoch durch den Verzicht auf die streckenseitige Gleisfreimeldung grundsätzlich erheblich verkßrzt und damit die Leistungsfähigkeit grundsätzlich erhÜht werden.cite-ref-45[45] Diese Einteilung kann entfallen (Moving Block), wobei die ETCS-Zentrale letztlich die Funktion des Stellwerks ßbernimmt. Moving-Block-LÜsungen sind derzeit noch nicht im Einsatz, eine als ETCS-Stellwerk bezeichnete Kombination aus RBC und Stellwerk befindet sich in der Schweiz in einem frßhen Entwicklungsstadium.
Als ĂbergangslĂśsung von Level 2 zu reinem Level 3 wird die EinfĂźhrung von virtuellen (nur durch ETCS freigemeldeten) Blockabschnitten vorgeschlagen. Zwischen konventionellen Abschnitten, die durch Gleisfreimeldeeinrichtungen freigemeldet werden, kĂśnnten ein oder mehrere virtuelle Abschnitte entstehen, die ZĂźge mit ETCS-Level-2-FahrzeugausrĂźstung und Zugintegritätskontrolle sicher freimelden.cite-ref-rgz-2015-9-44-46-0[46] Diese Kombination aus konventionellen Gleisfreimeldeeinrichtungen und zusätzlichen virtuellen, d. h. nur durch die ETCS-Fahrzeugeinrichtung freigemeldeten Abschnitten wird auch als ETCS Hybrid Level 3 oder ETCS HD bezeichnet. Unter der Bezeichnung ERTMS Regional wurde auch ein Level-3-System fĂźr Strecken mit geringem Verkehrsaufkommen entwickelt.
Mit den Spezifikationen der TSI ZZS 2023 entfällt Level 3 als separat definiertes Level. Die Funktionen sind Teil von Level 2, welches mit oder ohne Zugvollständigkeitskontrolle angewendet werden kann.cite-ref-tsi2023keychangesi-37-1[37]
ETCS-Betriebsarten
Die ETCS-Betriebsart (engl. âModeâ) eines Triebfahrzeugs beschreibt den aktuellen Betriebszustand des EVC und wird im FĂźhrerstandsdisplay angezeigt. Die innerhalb eines Levels mĂśglichen Betriebsarten und deren Funktionen sind standardisiert. In anderen Baselines kĂśnnen Betriebsarten entfallen oder hinzu kommen. Nicht alle Betriebsarten sind in jedem Level verfĂźgbar. Zum Beispiel gibt es âUNâ nur in Level 0, âSNâ und âSEâ nur in Level STM.
Nicht alle Betriebsarten mĂźssen implementiert werden.cite-ref-nb-rail-2014-07-05-47-0[47]
Ăbersicht ETCS-Betriebsarten:
| AbkĂźrzung und DMI-Symbol | (voller) Name | Verwendung in Level | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Fahren im Regelbetrieb | Fahren im Regelbetrieb | Fahren im Regelbetrieb | Fahren im Regelbetrieb |
| FS | Full Supervision (VollĂźberwachung) | 1, 2, 3 | Der Zug wird voll vom ETCS Ăźberwacht. Voraussetzung fĂźr diesen Modus ist eine gĂźltige Fahrterlaubnis (MA). Im Gegensatz zum Mode Limited Supervision ist dem ETCS im Mode Full Supervision die Stellung aller Signale bekannt. |
| AD | Automatic Driving | 1, 2 | Der Zug fährt automatisch mit ATO over ETCS (GoA 2). Dieser Modus wurde im Rahmen der im September 2023 im Rahmen der TSI ZZS 2023 verÜffentlichten ETCS-Spezifikation neu eingefßhrt. |
| LS | Limited Supervision | 1, 2, 3 | Der Zug wird teilweise durch ETCS ßberwacht. Da das Fahrzeuggerät aber nicht wie bei Full Supervision die Stellung aller Signale auf der Strecke kennt, ist der Triebfahrzeugfßhrer weiterhin verpflichtet, auch die streckenseitige Signalisierung zu beachten. Dieser Modus ist neu in der Version SRS 3.0.0 und bildet die Grundlage fßr ETCS signalgefßhrt in Deutschland. |
| OS | On Sight | 1, 2, 3 | Der Zug wird vom ETCS-Fahrzeuggerät ßberwacht, aber der Triebfahrzeugfßhrer fährt auf Sicht. Dies ist z. B. bei der Einfahrt in ein besetztes Gleis der Fall, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass der eigene Gleisabschnitt frei ist. |
| SH | Shunting (Rangierprogramm) | 0, 1, 2, 3 | Modus zum Rangieren |
| SM | Supervised Manoeuvre (anzeigegefĂźhrtes Rangieren) | 2 | Weitgehend Ăźberwachtes Rangieren mit FĂźhrerraumsignalisierung, eingefĂźhrt mit der Baseline 4 im September 2023 |
| Mehrfachtraktion | Mehrfachtraktion | Mehrfachtraktion | Mehrfachtraktion |
| NL | Non Leading (nicht fĂźhrend) | 0, NTC, 1, 2, 3 | Das mit ETCS ausgerĂźstete Fahrzeug ist zwar mit einem TriebfahrzeugfĂźhrer besetzt, befindet sich aber nicht an der Spitze des Zuges und fĂźhrt daher den Zug nicht. Dieser Betriebszustand wird bei Zuglokomotiven hinter einer Vorspannlokomotive oder bei Schiebe- und Schlusslokomotiven verwendet. |
| SL (kein Symbol) | Sleeping | 0, NTC, 1, 2, 3 | Das mit ETCS ausgerĂźstete Fahrzeug ist mit einem anderen Fahrzeug gekuppelt, das die FĂźhrung Ăźbernimmt. Das fĂźhrende Fahrzeug muss nicht mit ETCS ausgerĂźstet sein. Das gefĂźhrte Fahrzeug ist dabei nicht mit einem TriebfahrzeugfĂźhrer besetzt, sein Fahrzeugrechner liest Ortungsinformationen (Eurobalisen) mit. |
| PS (kein Symbol) | Passive Shunting | 0, NTC, 1, 2, 3 | Modus zum Rangieren; das Fahrzeug in Passive Shunting ist mit einem anderen Fahrzeug gekuppelt, welches die FĂźhrung Ăźbernimmt und ebenfalls zum Rangieren eingesetzt wird. Das fĂźhrende Fahrzeug ist im Modus Shunting. Dieser Modus ist neu in der Version SRS 3.0.0. |
| Strecken ohne ETCS-AusrĂźstung | Strecken ohne ETCS-AusrĂźstung | Strecken ohne ETCS-AusrĂźstung | Strecken ohne ETCS-AusrĂźstung |
| SE (kein Symbol) | STM European | STM | Die Informationen eines streckenseitig installierten nationalen Zugbeeinflussungssystems werden von einem STM gelesen und Ăźber eine standardisierte Schnittstelle an den EVC weitergeleitet. Der EVC Ăźbernimmt die Auswertung dieser Daten und damit die Ăberwachungsfunktionen (ist vergleichbar mit FS). Dieser Modus wurde von keinem Hersteller umgesetzt und ist mit der Version SRS 3.1.0 entfallen. |
| SN | National System | NTC | Die Informationen eines streckenseitig installierten nationalen Zugbeeinflussungssystems werden von einem STM gelesen und auch von diesem verarbeitet. Das STM Ăźbernimmt also die Ăberwachung selbst und bedient sich hĂśchstens einiger durch das ETCS Ăźber eine standardisierte Schnittstelle zur VerfĂźgung gestellten Funktionen, wie z. B. Bremsausgabe, Bedien-/Anzeigegerät (DMI), Geschwindigkeitsmessung oder Datenregistrierung. |
| UN | Unfitted | 0 | Nur die HÜchstgeschwindigkeit wird vom ETCS-Fahrzeuggerät ßberwacht. Es empfängt jedoch Informationen von ggf. installierten Balisen und fßhrt so z. B. Umschaltungen auf andere Level durch. |
| RĂźckfallebene | RĂźckfallebene | RĂźckfallebene | RĂźckfallebene |
| SR | Staff Responsible | 1, 2, 3 | Der Triebfahrzeugfßhrer ist fßr die Fahrwegbeobachtung selbst verantwortlich. In den meisten Ländern ist eine Geschwindigkeit von 30 km/h zulässig, diese wird vom ETCS ßberwacht. Dieser Modus wird verwendet, wenn von der Strecke keine MA gegeben werden kann, z. B. bei StÜrungen der Gleisfreimeldung oder beim Starten des ETCS-Onboard-Systems. |
| Gefahrensituationen | Gefahrensituationen | Gefahrensituationen | Gefahrensituationen |
| TR | Trip | NTC, 1, 2, 3 | Die Zwangsbremsung ist aktiv, bis der Zug zum Stillstand gekommen ist und der Triebfahrzeugfßhrer den Trip bestätigt hat. |
| PT | Post Trip | 1, 2, 3 | Modus nach Bestätigung des Trip durch den Triebfahrzeugfßhrer; die Bremsen werden gelÜst, aber der Zug hat noch keine Fahrterlaubnis; ggf. darf ein Stßck zurßckgesetzt werden, um wieder vor ein ßberfahrenes Signal zu kommen. |
| RV | Reversing (Zurßcksetzen) | 1, 2, 3 | Zug darf eine bestimmte Strecke entgegen der ursprßnglichen Fahrtrichtung fahren, z. B. um die Strecke bei StÜrung oder Gefahr zu räumen; wurde erstmals auf der Ende 2007 in Betrieb genommenen Strecke durch den LÜtschberg-Basistunnel eingesetzt. |
| StÜr- und Betriebszustände | StÜr- und Betriebszustände | StÜr- und Betriebszustände | StÜr- und Betriebszustände |
| SB | Stand By (Bereitschaft) | 0, STM, 1, 2, 3 | Die ETCS-Fahrzeugausrßstung befindet sich nach dem Einschalten im Modus Stand By . In diesem Modus ßberwacht ETCS den Stillstand des Fahrzeugs. Der Modus wird verlassen, indem entweder der Triebfahrzeugfßhrer einen anderen Modus wählt oder das Fahrzeug erkennt, dass es gefßhrt wird und wechselt automatisch in den Modus SL. |
| SF | System Failure | 0, NTC, 1, 2, 3 | Im ETCS ist ein gravierender, potenziell sicherheitsrelevanter Fehler erkannt; eine Zwangsbremsung wird ausgelĂśst. |
| IS (kein Symbol) | Isolation | 0, STM, 1, 2, 3 | Das ETCS-Fahrzeuggerät hat keine Verbindung mehr nach auĂen; die Notbremsausgabe ist ĂźberbrĂźckt. |
| NP (kein Symbol) | No Power | 0, NTC, 1, 2, 3 | Das ETCS-Fahrzeuggerät ist ausgeschaltet. |
Bei einem Fahrtrichtungswechsel unter ETCS sind beispielhaft alle Fßhrerstände einer Dreifachtraktion (siehe Bild) in der ETCS-Betriebsart SB. Mit der Aktivierung eines Fßhrerstandes an einem Ende der Mehrfachtraktion durch den Triebfahrzeugfßhrer wechseln die anderen Fßhrerstände in die ETCS-Betriebsart SL. Der aktivierte Fßhrerstand verbleibt solange in der ETCS-Betriebsart SB, bis der Zug eine erfolgreiche Verbindung mit dem entsprechenden RBC aufgebaut hat. Der Fßhrerstand wechselt dann z. B. in die ETCS-Betriebsart FS. Damit ist der Zugverband fahrfähig und geeignet durch ETCS ßberwacht.
Systemversionen
Die Systemversion beschreibt einen bestimmten Funktionsstand fĂźr die Interoperabilität der ETCS-Strecken- und ETCS-FahrzeugausrĂźstung. Die Systemversion besteht dabei aus einer Hauptversion (in der Spezifikation mit X bezeichnet) und einer Unterversion (in der Spezifikation mit Y bezeichnet). Systemversionen derselben Hauptversion sind untereinander kompatibel. Während die Systemversion von Anfang an spezifiziert war, wurden erst mit der Entwicklung der Baseline 3 klare Regeln fĂźr das Ănderungs- und Versionsmanagement festgelegt, die nun bestimmen, wann eine neue Systemversion eingefĂźhrt wird.cite-ref-subset104v330-48-0[48]cite-ref-49[49]
Fahrzeugseitig wurde mit der SRS-Version 2.3.0d erstmals vollständig definiert, wie sich Fahrzeuge verhalten mßssen, wenn sie auf Streckenausrßstungen mit einer hÜheren Systemversion treffen: Unter anderem mßssen Balisen mit einer inkompatiblen Systemversion oder unbekannte Datenpakete ignoriert werden, ohne dass dies zu einem Fehler fßhren darf.cite-ref-subset108v120-50-0[50] Wird hingegen während des Verbindungsaufbaus zur ETCS-Streckenzentrale eine inkompatible Systemversion festgestellt, wird dies vor dem Abbruch der Verbindung der Zentrale mitgeteilt und im DMI als Fehler angezeigt.
Mit der Entwicklung der Baseline 3 und dem Aufkommen weiterer Systemversionen wurden Regeln fßr das Zusammenwirken von Fahrzeugen und Streckenausrßstungen verschiedener kompatibler Systemversionen festgelegt: Komponenten der ETCS-Streckenausrßstung (Eurobalisen, RBC, Euroloops, Radio-Infill) arbeiten jeweils mit genau einer Systemversion zusammen. Die Systemversionen kÜnnen sich jedoch zwischen Streckenzentrale und Balisen oder zwischen verschiedenen Balisen auf einer Strecke unterscheiden. Es dßrfen nur Systemversionen verwendet werden, die fßr den jeweiligen Spezifikationsstand spezifiziert sind, jedoch dßrfen niedrigere Systemversionen (bis hinunter zu 1.0) verwendet werden, um die Kompatibilität mit älteren ETCS-Fahrzeugausrßstungen zu ermÜglichen. Die ETCS-Fahrzeugausrßstung muss jedoch alle Hauptversionen unterstßtzen, die fßr den jeweiligen Spezifikationsstand definiert sind (z. B. in Baseline 3 1.y und 2.y). Bei der Kommunikation zwischen ETCS-Streckenzentrale und Fahrzeug wird die fahrzeugseitig verwendete Hauptversion durch die Systemversion der Streckenzentrale bestimmt, fahrzeugseitig wird dann jedoch die hÜchste unterstßtzte Unterversion verwendet, die von der Unterversion der Streckenzentrale abweichen kann. Wenn die Systemversion der Fahrzeugausrßstung und die der Streckenzentrale unterschiedlich sind, mßssen gegebenenfalls Funktionen auf dem Fahrzeug angewendet werden, um die Daten von der Streckenseite oder die an die Zentrale gesendeten Daten entsprechend der Systemversion der Streckenzentrale zu ßbersetzen.cite-ref-subset104v330-48-1[48]cite-ref-subset026-3v360-51-0[51]cite-ref-subset026-6v360-52-0[52]
⢠Systemversion 1.0 wurde mit der SRS-Version 1.2.0 eingefĂźhrt, die als SRS-Version 2.0.0 (Class 1) fertiggestellt und verabschiedet wurde. FĂźr ETCS-AusrĂźstungen nach SRS-Version 2.0.0 bis 2.3.0d steht ausschlieĂlich diese Systemversion zur VerfĂźgung, obwohl diese ETCS-AusrĂźstungen nach verschiedenen SRS-Versionen nicht vollständig kompatibel sind.
⢠Systemversion 1.1 wurde mit der SRS-Version 3.3.0 (Baseline 3) eingefĂźhrt. Die Systemversion 1.1 ist noch mit der Systemversion 1.0 kompatibel (sofern die AusrĂźstung mindestens der SRS-Version 2.3.0d entspricht), ermĂśglicht jedoch die Nutzung einiger Baseline-3-Funktionen, wie z. B. Virtual Balise Cover oder Nationale Werte fĂźr die Ăbertragung von Korrekturfaktoren fĂźr die ETCS-Bremskurven. Fahrzeuge, die der SRS-Version 2.3.0d entsprechen, kĂśnnen diese Strecken befahren, ignorieren aber die neuen Funktionen.
⢠Systemversion 2.0 wurde mit der SRS-Version 3.3.0 (Baseline 3) eingefßhrt und ist fßr die Nutzung zahlreicher neuer Funktionen der ETCS-Baseline 3 erforderlich, z. B. die Betriebsart LS oder die Berßcksichtigung von Bahnßbergängen.
⢠Systemversion 2.1 wurde zusammen mit der Unterstßtzung von GPRS und Online Key Management in der SRS-Version 3.5.0 (Baseline 3 Release 2) eingefßhrt.
⢠Systemversion 2.3 wird mit Baseline 4 eingefßhrt, ist nur streckenseitig definiert und ermÜglicht die Nutzung von FRMCS und der Betriebsart SM. Durch die Kompatibilität mit Fahrzeugen mit Systemversionen 2.0/2.1/2.2 ist ein Verzicht auf Lichtsperrsignale und GSM-R nicht mÜglich.cite-ref-tsi2023keychangesi-37-3[37]
⢠Systemversion 3.0 wird mit Baseline 4 eingefßhrt und ist fßr die Einfßhrung neuer Funktionen erforderlich, die mit der Systemversion 2.x nicht kompatibel sind. Streckenseitig ist damit ein Verzicht auf Lichtsperrsignale und GSM-R mÜglich.cite-ref-tsi2023keychangesi-37-4[37]cite-ref-ertms2022ws6-55-1[55]
Class-B-Systeme
Bestimmte nationale Zugbeeinflussungssysteme dßrfen neben ETCS auch in Zukunft weiter genutzt werden. Dies dient dem Bestandsschutz der Bahninfrastrukturbetreiber, die in diese Systeme in der Vergangenheit hohe Geldbeträge investiert haben. Zu den Class-B-Systemen zählen:cite-ref-56[56]
⢠ALSN (Belarus, Litauen, Lettland, Estland, Russland)
⢠ASFA (Spanien)
⢠ATB (Niederlande)
⢠ATP-VR/RHK (Finnland)
⢠AWS (Vereinigtes KÜnigreich)
⢠BACC (Italien)
⢠CAWS und ATP (Irland)
⢠Crocodile (Frankreich, Luxemburg, Belgien)
⢠EBICAB 700 (Bulgarien, Norwegen, Portugal, Schweden)
⢠EBICAB 900 (Spanien)
⢠EVM (Ungarn)
⢠GW ATP (Vereinigtes KÜnigreich)
⢠Indusi / PZB (Ăsterreich, Deutschland)
⢠KVB (Frankreich)
⢠LS (Tschechien, Slowakei)
⢠LZB (Deutschland, Ăsterreich, Spanien)
⢠MEMOR II+ (Luxemburg)
⢠RETB (Vereinigtes KÜnigreich)
⢠RSDD/SCMT (Italien)
⢠SELCAB (Spanien, Vereinigtes KÜnigreich)
⢠SHP (Polen)
⢠TBL (Belgien)
⢠TPWS (Vereinigtes KÜnigreich)
⢠TVM (Belgien, Frankreich, Vereinigtes KÜnigreich)
⢠ZUB 121 (Schweiz)
⢠ZUB 123 (Dänemark)
Virtual Balise
Statt Festdaten-Balisen kann zukĂźnftig auch Satellitenortung mit Differential-GPS eingesetzt werden, um âvirtuelle Balisenâ zu realisieren, wie es von der UIC (GADEROS/GEORAIL) und der ESA (RUNE/INTEGRAIL) erforscht wurde.cite-ref-57[57] Der Einsatz ist hier an die Einsatzfähigkeit der EGNOS-unterstĂźtzten Ortung mit Galileo-Satelliten geknĂźpft. Erfahrungen im Projekt LOCOPROL zeigen, dass im Bahnhofsbereich auf Balisen vorerst nicht verzichtet werden kann. Der erfolgreiche Einsatz der Satellitenortung in der GLONASS-basierten russischen ABTC-M-Blocksicherung wurde im ITARUS-ATC-System mit ETCS Level 2 RBC integriert â die Hersteller Hitachi Rail STS und VNIIAS wollen die ETCS-Kompatibilität des Systems von der UIC anerkennen lassen.cite-ref-58[58] Auf der russischen Nordkaukasus-Eisenbahn wird zwischen Adler (bei Sotschi) und Matsesta eine Zugbeeinflussung erprobt, bei dem die Standortbestimmung per Satellit mit per GSM-R Ăźbertragenen Fahrterlaubnissen (Movement Authorities) verknĂźpft werden. Das System baut auf ETCS Level 2 auf. Aus dieser VerknĂźpfung kĂśnnten Vorschläge fĂźr eine Ergänzung der in Erarbeitung befindlichen Spezifikation fĂźr ETCS Level 3 hervorgehen.cite-ref-rgz-2016-2-44-59-0[59]
In Italien wird im âERSATâ genannten Pilotprojekt auf einem 50-km-TeilstĂźck der sardischen Nord-SĂźd-Hauptstrecke der Betrieb getestet.cite-ref-ertmscon-2012-italian-60-0[60]cite-ref-shift2rail-61-0[61]
Im Rahmen des von Asstra, Hitachi Rail STS, DB Netz, RFI und Trenitalia getragenen ERSAT-Projekts wurde im Rahmen von Horizont 2020 bis Januar 2017 untersucht, inwieweit ZĂźge auf Regionalstrecken per Satellit geortet werden kĂśnnen.cite-ref-rgz-2016-4-40-62-0[62]
Spezifikationen
Die Systemdefinitionen werden levelĂźbergreifend in Versionen zusammengefasst, die als SRS (System Requirements Specification) bezeichnet werden. Bei der Fortschreibung der Standards werden inkompatible grĂśĂere Ănderungen als neue Hauptversionen (Baseline) zusammengefasst. Innerhalb einer Baseline sind Fortschreibungen der einzelnen Level mĂśglich, ohne dass andere Level gleichzeitig geändert werden mĂźssen.
Die ETCS-Spezifikation kann dabei als ein groĂer Baukasten von Funktionalitäten verstanden werden, der mit jeder neuen Version wächst.cite-ref-deine-bahn-2015-6-6-63-0[63] Zurzeit sind drei Entwicklungsstände der ETCS-Spezifikation verbindlich anwendbar: Version 2.3.0d (innerhalb der Baseline 2) und 3.4.0 sowie 3.6.0 (innerhalb der Baseline 3).
Der Begriff Baseline entstammt der Softwareentwicklung und dient der Kennzeichnung der Hauptversionen, d. h. der ersten Versionsziffer. Eine softwaretechnisch saubere Versionierung wurde erst im Zeitraum der Definition der Baseline 3 durchgesetzt, weshalb rĂźckblickend eine eher unĂźbersichtliche Vielfalt an Versionsbezeichnungen besteht.
Die bei der Europäischen Eisenbahnagentur verfĂźgbare ETCS-Spezifikation besteht aus zahlreichen Teilen, so genannten Subsets, von denen manche verpflichtend, manche ânurâ informativ sind. FĂźr konkrete Entwicklungen wurden Sätze von Dokumenten zusammengestellt, die untereinander mĂśglichst kompatibel sind. Die Dokumentensätze sind benannt nach dem Versionsstand des wichtigsten Dokuments, der Systemanforderungsspezifikation (SRS, Subset-026).
Die erste Version der Spezifikation erschien am 20. Juli 1995 (Nummer 01.00), die zweite Version (Nummer 02.01) am 30. Januar 1996. Am 27. Februar 1996 folgte eine Ăberarbeitung der zweiten Version (Nummer 02.02), am 19. Juli 1996 schlieĂlich die dritte Version (Nummer 03.00), die am 9. August 1996 in einer Ăźberarbeiteten Fassung (Nummer 03.01) erschien.cite-ref-srs-0301-64-0[64]
Class P â (1999)
Die im Juli 1998 verÜffentlichte erste Spezifikationsversion SRS 5a war die Ausgangsbasis fßr die praktische Standardisierung. Mit der ßberarbeiteten Spezifikation Class P kamen im April 1999 ßberwiegend Klarstellungen und Verbesserungen von Seiten der europäischen Signalindustrie (UNISIG) hinzu.
Beide Versionen konnten zwischen den beteiligten Eisenbahnen nicht harmonisiert werden.cite-ref-sd-109-09-28-65-0[65]
Class 1 â SRS-Version 2.0.0 (2000)
Die erste Spezifikation wurde, unter der Bezeichnung Class 1, am 25. April 2000 verabschiedet.cite-ref-sd-96-10-14-66-0[66] Die Spezifikation, in die seitens UNISIG ungefähr 75 Mann-Jahre Arbeit aufgewendet wurden, wurde als Baseline 2 eingeordnet. Gegenßber den A-200-Arbeiten wurden diverse Funktionen herausgenommen (z. B. Notbremsßberbrßckung und Aufmerksamkeitsßberwachung des Triebfahrzeugfßhrers), Full Supervision als einzige Betriebsart fßr den Regelbetrieb vorgesehen sowie die Entwicklung von Level 3 zurßckgestellt.cite-ref-winter-2009b-67-0[67] Mit dieser Version kamen neue Funktionen auf Wunsch der Eisenbahnen hinzu, darunter Textnachrichten, RBC-Handover und Track Conditions.cite-ref-sd-109-09-28-65-1[65]
Class 1 â SRS-Version 2.2.2 (2002)
Die SRS 2.2.2, als Erweiterung der SRS 2.0.0, wurde im Jahr 2002 verÜffentlicht.cite-ref-sd-98-12-40-28-2[28] Unter anderem galten das Aufstarten und der Adhäsionsfaktor mit dieser Version als finalisiert.cite-ref-sd-109-09-28-65-2[65] Es ist die erste Version, die in der Europäischen Union als TSI fßr neue Schnellfahrstrecken als verbindlich erklärt wurde.cite-ref-2002-731-6-1[6]
Die Version enthielt eine Reihe von Fehlern und ungelĂśsten Fragen, darunter Cold Movement Detection. 41 dieser Punkte sollten vorrangig mit Version 3.0 gelĂśst werden.cite-ref-rgz-2005-1-29-68-0[68]
Erstmals kommerziell zur Anwendung kam die Version 2.2.2 zwischen JĂźterbog und Halle bzw. Leipzig.cite-ref-sd-97-6-14-34-1[34]
Neben der Version 2.2.2 entstanden die Versionen 2.2.2+ und 2.2.2 Consolidated.cite-ref-rgz-2012-3-35-23-3[23]
Class 1 â SRS-Version 2.2.2+ (2006)
Das Dokument Subset-108 enthält einen wechselnden Bestand an Ănderungsvorschlägen (CR, Change Requests). Class 1 â 2.2.2 plus diejenigen CRs, die in Version 1.0.0 von Subset-108 mit âINâ (nicht âOUTâ) gekennzeichnet sind, informell als 2.2.2+ bezeichnet, wurde 2006 verbindlich fĂźr konventionelle Strecken.cite-ref-2006-679-7-1[7]
SRS 2.2.2+ ist nach wie vor auf der Neubaustrecke MattstettenâRothrist im Einsatz.cite-ref-eri-2016-80-69-0[69]
Class 1 â SRS-Version 2.3.0 (2007)
Mit der Entscheidung 2007/153/EGcite-ref-2007-153-8-1[8] hat die Europäische Kommission am 6. März 2007 die Version 2.3.0 der Spezifikation bindend in die TSI CCS aufgenommen.
Die SRS 2.3.0 wurde im Jahr 2004 verÜffentlicht und berßcksichtigte eine Reihe von Erfahrungen aus verschiedenen europäischen ETCS-Projekten.cite-ref-sd-98-12-40-28-3[28] Die Version galt als technisch instabil und fehlerbehaftet.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-2[29] Die VerÜffentlichung kann als politischer Versuch verstanden werden, die sehr langsamen Abstimmungsprozesse in der EU zu beschleunigen, die praktischen Implementierungserfahrungen (SRS 2.2) mit den neu erarbeiteten Anforderungen (SRS 2.3) zu harmonisieren und die bereits begonnenen Arbeiten an zukßnftigen Versionen (Baseline 3) organisatorisch abzutrennen.
Bis Herbst 2007 lagen 55 ĂnderungswĂźnsche (Change Requests) vor.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-3[29]
Class 1 / Baseline 2 â SRS-Version 2.3.0d (Juli 2008)
Diese Version wurde von der ERA erarbeitet und beseitigt Unklarheiten und Fehler der Version 2.3.0. Diese Ănderungen wurden im Wesentlichen im Subset 108 zusammengefasst. Das âdâ in â2.3.0dâ steht fĂźr âdebuggedâ. Im Juli 2008 wurde diese Version durch einen Beschluss der EU-Kommission verbindlich. Um die Planungssicherheit angesichts zahlreicher weiterer CRs zu erhĂśhen, wurde dieser Dokumentensatz als sogenannte âBaseline 2â fixiert und fĂźr Folgeversionen der Dokumente die Versionsnummer 3 bestimmt. Das Erscheinen einer Baseline 3 wurde verbindlich bis Ende 2012 festgelegt.
Das unzureichende Bremsmodell dieser Version wirkt kapazitätsmindernd und fßhrte zu einer Reihe von nationalen (von der TSI abweichenden) Anpassungen.cite-ref-rgz-2012-3-35-23-4[23] Fßr Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2019 erstmals eine Inbetriebnahmegenehmigung erhalten sollen, darf diese Version nicht mehr verwendet werden.cite-ref-eu-2016-919-12-5[12]
Baseline 3 â SRS-Version 3.3.0 (Januar 2013)
etcs-level-1-lslimited-supervision Mit der Baseline 3 hielten eine Reihe von wesentlichen Neuerungen in die ETCS-Spezifikation Einzug. Dazu zählten ein besseres Bremskurvenmodell, die neue Betriebsart Limited Supervision, optimiertes Radio-Infill und die Erkennung von Bewegungen abgestellter Fahrzeuge (Cold Movement Detection).cite-ref-rgz-2012-3-35-23-5[23]cite-ref-era-2008-09-29-30-1[30] Auch wurde die Signalisierung von BahnĂźbergängen ergänzt. Die grĂśĂte Einzeländerung lag in der Bremskurvenberechnung, die seither Ăźber zwei standardisierte Modelle erfolgt (Conversion Model und Gamma-Modell).
2006 begann die Zusammenstellung mĂśglicher funktionaler Erweiterungen fĂźr die Baseline 3. Im März 2007 standen 47 Vorschläge fĂźr funktionale Ănderungen fest.cite-ref-era-2008-09-29-30-2[30] Die Entwicklung verzĂśgerte sich unter anderem in Folge fehlender Ressourcen.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-4[29] Den ersten Kern einer Baseline 3 bildeten die Funktionale Anforderungsspezifikation (FRS) in Version 5.05 und die SRS in Version 3.0.0, die â nach längeren VerzĂśgerungencite-ref-rgz-2005-1-29-68-1[68] â am 23. Dezember 2008 von der ERA als Entwurfcite-ref-era-2008-09-29-30-3[30] verĂśffentlicht wurden.
3-3-0srs-3-3-0 Ende 2012 wurde, um den gesetzten Termin zu halten, ein zweiter Satz von Dokumenten zusammengestellt.cite-ref-70[70] Darunter war die SRS in Version 3.3.0, welche alternativ zur Baseline 2 ab 1. Januar 2013 fßr verbindlich erklärt (2012/696/EUcite-ref-eu-2012-696-71-0[71]) wurde, obwohl in dieser nicht alle o. g. Funktionen umgesetzt warencite-ref-rgz-2012-3-35-23-6[23] und in der fßr eine Baseline noch zu grobe Inkonsistenzen enthalten waren. Gleichzeitig wurde die Stabilität der Anforderungsspezifikationen des ersten Dokumentensatzes 2.3.0d bekräftigt, allerdings die Testspezifikation korrigiert und ergänzt. Fßr die AuflÜsung von Unklarheiten in 2.3.0d wurde auf die entsprechenden Stellen in Baseline 3 verwiesen. Auch die Anforderungsspezifikation des GSM-R-Teils von ERTMS blieb mit diesem Beschluss unverändert (GSM-R-Baseline 0), wurde allerdings klarer klassifiziert. Wie die vorherigen Beschlßsse ist dieser zur Umsetzung in nationales Recht an die Mitgliedsstaaten gerichtet. Die Version 3.3.0 wurde 2015 zurßckgezogen.
Baseline 3 Maintenance Release 1 â SRS-Version 3.4.0 (Januar 2015)
Am 12. Mai 2014 gab die ERA die 2. Ausgabe der Baseline 3 (Baseline 3 Maintenance Release 1), mit GSM-R-Baseline 0, als Empfehlung fßr die im Juni 2014 geplante Sitzung des Railway Interoperability and Safety Committee heraus.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75] Mit Beschluss 2015/14/EU der Kommission vom 5. Januar 2015cite-ref-eu-2015-14-72-1[72] wurde Version 3.4.0 der Baseline 3 verbindlich. Dokumente wurden ergänzt bzw. ausgetauscht. Darßber hinaus stellt der Beschluss klar, dass die ETCS-Spezifikation (TSI CCS) auch fßr eine Reihe abweichender Spurweiten verpflichtend ist.
Baseline 3 Release 2 â SRS-Version 3.6.0 (Juni 2016)
Im Dezember 2015 legte die ERA ihre Vorschläge fĂźr die SRS-Version 3.5.0 vor (Baseline 3 Release 2). Sie besteht aus rund 60 Ănderungsvorschlägen (Change Requests), Ăźberwiegend Fehlerkorrekturen sowie eine Reihe neuer Funktionen wie Paketvermittelte DatenĂźbertragung (GPRS).cite-ref-era-2015-12-20-76-0[76] Das Railway Interoperability & Safety Committee der Europäischen Union stimmte am 10. Februar 2016 einstimmig fĂźr die entsprechende Ăberarbeitung der TSI CCS. Darin sind neben der ETCS-SRS-Version 3.5 auch die Baseline 1 der GSM-R-Spezifikation und veränderte ETCS-Test- und -Zertifizierungsprozesse enthalten. Ein weiteres Element ist ein Ăźberarbeiteter European Deployment Plan (EDP).cite-ref-rgz-2016-02-12-77-0[77] Die Zustimmung erfolgte unter der Auflage, die in der Version 3.5.0 noch enthaltene Pre-Indication entfallen zu lassen.cite-ref-78[78]
Mit EU-Verordnung 2016/919 vom 27. Mai 2016, verĂśffentlicht am 15. Juni 2016, wurde die nunmehr als Version 3.6.0 bezeichnete SRS â neben der SRS 2.3.0 und 3.4.0, jeweils in Verbindung mit GSM-R-Baseline 1 â fĂźr verbindlich erklärt.cite-ref-eu-2016-919-12-6[12] Die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) hält den damit erreichten Entwicklungsstand nunmehr fĂźr stabil.cite-ref-era-2016-06-22-79-0[79] In einer im Oktober 2017 verĂśffentlichten âTechnical Opinionâ bewertete die ERA die zur Version 3.6.0 aufgelaufenen Change Requests und empfiehlt die BerĂźcksichtigung solcher, die betriebsbehindernd wirken kĂśnnen.cite-ref-era-2017-10-25-80-0[80]cite-ref-era-2017-10-03-81-0[81]
Baseline 4 â SRS-Version 4.0.0 (September 2023)
Im September 2023 wurde eine Neufassung der TSI CCS im Amtsblatt der Europäischen Union verÜffentlicht, die am 28. September 2023 in Kraft trat und die ETCS Baseline 4 spezifizierte.cite-ref-82[82]
Zu den wesentlichen Verbesserungen zählen aus Sicht der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA) u. a. ATO (Stufe 2), die Vorbereitung 5G-basierter Kommunikation (FRMCS) und der Digitalen Automatischen Kupplung und Hybrid Level 3 (wobei Level 3 mit der Baseline 4 in Level 2 inkludiert wurde). Vorgesehen ist auch eine modulare ETCS-Fahrzeugausrßstung.cite-ref-era-2022-02-23-83-0[83] Auch die Vorgaben zu ERTMS im Europäischen Verkehrsnetz (TEN-V) werden fortgeschrieben.
Im Rahmen des bis 2020 umzusetzenden Vierten Eisenbahnpakets hatte die ERA den Auftrag, ETCS-Ausrßstungen zu begutachten, um deren Interoperabilität sicherzustellen.cite-ref-rgz-2016-04-28-84-0[84] Aus Gesprächen ßber die weitere Entwicklung der ERTMS/ETCS-Spezifikation ging eine weitere Absichtserklärung hervor, die zwischen der ERA und Vertretern verschiedener Eisenbahnorganisationen unterzeichnet wurde. Damit sollte die Sicherheit geschaffen werden, dass Zßge der neuesten ETCS-Version auf allen kompatiblen Linien betrieben werden kÜnnen sollen. Daneben sollte das Verfahren bei Softwareupdates verbessert werden. Ebenso sollten längerfristige Entwicklungen und das Vierte Eisenbahnpaket berßcksichtigt werden.cite-ref-rgz-2016-06-22-85-0[85]cite-ref-eur-2016-09-20-86-0[86] Die ERA hatte die Arbeit an einer neuen Version der ETCS-Spezifikation im Herbst 2019 mit dem Ziel aufgenommen, Mitte 2021 ihre Empfehlung fßr die TSI 2022 der EU-Kommission vorzulegen.cite-ref-irj-2020-01-22-87-0[87]
Die Nationalen Umsetzungspläne sollten bis Juni 2024 fortgeschrieben werden.
Ausblick
Ein weiteres Maintenance Release sollte, laut einer VerĂśffentlichung von Anfang 2022, Mitte 2024 erscheinen.cite-ref-88[88] Dies ist bislang nicht erfolgt (Stand: November 2025).
Interoperabilität
Im Zuge der Umsetzung der bisher verwirklichten ETCS-Projekte stellte sich heraus, dass die Interoperabilität von Fahrzeugen und StreckenausrĂźstungen unterschiedlicher Hersteller nur sehr eingeschränkt gegeben war. Dies ist einerseits darauf zurĂźckzufĂźhren, dass alle SRS-Stände bis einschlieĂlich 2.2.2 erhebliche Interpretationsspielräume und Freiheiten lieĂen, andererseits darauf, dass die Onboard-Hersteller aus ZeitgrĂźnden zunächst nur die Funktionen implementierten, welche fĂźr einen bestimmten Auftrag respektive eine bestimmte Strecke notwendig waren, und nicht den vollen Funktionsumfang der SRS.
Mit dem Stand 2.3.0d der SRS, welcher von den Herstellern umgesetzt wird, soll die technische Interoperabilität erreicht werden. Um diese dann auch streckenunabhängig nachweisen zu kÜnnen, sollten bis 2010 mehrere zertifizierte Testlabors in Europa aufgebaut werden. Zumindest bis dahin werden Zulassungen von ETCS-fähigen Fahrzeugen wie bisher nur streckenbezogen und nach nationalen Richtlinien ausgesprochen werden. Seit Anfang 2012 gibt es drei unabhängige Labore in Europa, die fßr Tests der Konformität und Interoperabilität von ETCS-Subsystemen und -Komponenten eingesetzt werden.cite-ref-89[89]
Nachdem die technische Interoperabilität nun weitgehend erreicht ist (wenn auch noch nicht von allen Herstellern vollständig umgesetzt und noch nicht eindeutig nachweisbar), treten die unterschiedlichen Betriebsverfahren der Bahnen immer mehr in den Vordergrund. Deren Vereinheitlichung ist Aufgabe der TSI âTraffic Operation and Managementâ (2012/757/EU). Seit Januar 2020 gibt es ein harmonisiertes Handbuch fĂźr TriebfahrzeugfĂźhrer fĂźr die Benutzung von ETCS.cite-ref-90[90]
Um die technische Interoperabilität auf der Fahrzeugseite einfacher zu erreichen sowie Ergänzungen oder Korrekturen der ETCS-Fahrzeugfunktionalität schneller und billiger auf allen Fahrzeugen mit ETCS-Ausrßstung installieren zu kÜnnen, wirbt die Deutsche Bahn AG unter dem Stichwort openETCS fßr einen Open-Source-Ansatz fßr die ETCS-Fahrzeugsoftware.
ETCS-EinfĂźhrungen
Ăbersicht
Bisherige EinfĂźhrungen
Ende 1996 wurde ein Vertrag fĂźr eine ETCS-Testinstallation zwischen Wien und Budapest unterzeichnet. Zunächst wurden 40 km Strecke Ăźber die ungarisch-slowenische Grenze und fĂźnf Lokomotiven ausgerĂźstet. Es war sowohl die erste ETCS-Erprobung unter realen Betriebsbedingungen als auch die erste, die einen GrenzĂźbertritt mit einschloss.cite-ref-sd-96-4-19-91-0[91] Ende 2000/Anfang 2001 hatten die Ungarischen Staatsbahnen den Auftrag zur AusrĂźstung der 85 km langen Strecke ZalaegerszegâZalalĂśvĂśâHodoĹĄ mit ETCS L1 vergeben.cite-ref-eri-2001-84-92-0[92] Die im Herbst 2001 erfolgte Inbetriebnahme war der erste kommerzielle Einsatz von ETCS L1.cite-ref-sd-96-78-6-93-0[93]
Vor dieser Erprobung waren verschiedene nationale Vorläufer im Einsatz.
Folgende Strecken und Streckenabschnitte wurden mit ETCS ausgerĂźstet:
| Jahr | Bahn | Strecke | ETCS Level | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 2000 | RFI | Florenz Campo di Marteâ Arezzo | Level 1 | Ende November 2000 demonstrierten FS und Alstom hier eine Zugfahrt unter ETCS Level 2; [ 94 ] inzwischen wieder zurĂźckgebaut |
| 2000 | SNCF | Marles-en-Brie â Tournan | Level 1 | |
| 2001 | BDZ | Sofia â Burgas | Level 1 | |
| 2002 | SBB | Zofingen â Sempach | Level 2 | europaweit erste kommerzielle Anwendung fĂźr Level 2; [ 95 ] inzwischen wieder zurĂźckgebaut |
| 2003 | ĂBB | WienâNickelsdorf [ 96 ] | Level 1 | derzeit deaktiviert |
| 2004 | SBB | Neubaustrecke MattstettenâRothrist , Ausbaustrecke SolothurnâWanzwil | Level 2 | ab 2. Juli 2006 nächtlicher Vorlaufbetrieb mit bis zu 160 km/h, seit Fahrplanwechsel 2007 im Regelbetrieb mit bis zu 200 km/h |
| 2005 | DB | Halle (Saale)/LeipzigâJĂźterbogâBerlin | Level 2 | Testzeitraum von Januar 2004 bis März 2007; [ 97 ] IC 2519/2518 als erste RegelzĂźge im Netz der Deutschen Bahn unter ETCS Level 2 am 6. Dezember 2005, [ 98 ] |
| 2005 | RFI | Schnellfahrstrecke RomâNeapel | Level 2 | die Strecke ist nur mit ETCS Level 2 ausgestattet und wird mit bis zu 300 km/h befahren |
| 2006 | ADIF | MadridâLleida | Level 1 | erste kommerzielle Anwendung fĂźr 300 km/h |
| 2006 | RFI | Schnellfahrstrecke TurinâMailand (Abschnitt NovaraâTurin) | | |
| 2007 | BLS | LĂśtschberg-Basislinie | Level 2 | Regelbetrieb |
| 2007 | Infrabel | LĂźttich â Walhorn | Level 2 | wegen fehlender Fahrzeugausstattung Betrieb erst ab 2009 |
| 2007 | ProRail | Betuweroute Hafen RotterdamâZevenaar | Level 2 | Regelbetrieb |
| 2009 | TCDD | Hochgeschwindigkeitsstrecke AnkaraâIstanbul | Level 1 | seit 13. März 2009 im Regelbetrieb |
| 2009 | Ĺ˝SR | SvätĂ˝ Jur â NovĂŠ Mesto nad VĂĄhom | Level 1 | Regelbetrieb ab Fahrplanwechsel 2010/2011 |
| 2009 | ProRail | Schnellfahrstrecke SchipholâAntwerpen | Level 2 | grenzĂźberschreitender Betrieb mit bis zu 300 km/h |
| 2010 | Trafikverket | Botniabanan (NylandâUmeĂĽ, Schweden) | Level 2 | Regelbetrieb ab Fahrplanwechsel 2010/2011 |
| 2010 | Trafikverket | Västerdalsbanan (MalungâBorlänge, Schweden) | Level 3 | Testbetrieb. Paralleler Betrieb mit dem alten manuellen System mit optischen Signalen . |
| 2011 | ĂBB | Bahnstrecke WelsâPassau | Level 1 | Die UmrĂźstung der Bestandsstrecke Wels â Passau auf ETCS Level 1 erfolgte bis Ende 2011, seit September 2012 in Betrieb. [ 99 ] |
| 2012 | ĂBB | Schnellfahrstrecke WienâSt. PĂślten | Level 2 | Neubaustrecke |
| 2012 | ĂBB | Unterinntalbahn , Neue Unterinntalbahn , Umfahrung Innsbruck | Level 2 | |
| 2012 | Trafikverket | Västerdalsbanan (MalungâBorlänge, Schweden) | Level 3 | Pilotstrecke fĂźr ERTMS Regional , Testbetrieb ab Februar, Vollbetrieb seit Ende April [ 100 ] |
| 2013 | DB | AachenâStaatsgrenze Deutschland/Belgien, dt. Teil der HSL 3 | TBL1+ mit Eurobalisen (ETCS-kompatibel) | seit 15. Dezember 2013 |
| 2014 | ĂBB | Nordbahn , Laaer Ostbahn ( Wien Simmering â Bernhardsthal) | Level 2 | seit Ende Oktober 2014 |
| 2014 | SNCF RĂŠseau | LGV Est europĂŠenne | Level 2 | Parallelbetrieb mit TVM-430 , erster Abschnitt der Strecke war ohne ETCS schon seit 2007 in Betrieb |
| 2015 | SBB | BrunnenâAltdorf Rynächt | Level 2 | seit 15./16. August 2015 [ 101 ] |
| 2015 | SBB | Pollegio Nord â Biasca (exkl.) â Giustizia â Castione | Level 2 | seit 5./6. Dezember 2015 |
| 2015 | DB | ErfurtâLeipzig/Halle | Level 2, Baseline 2.3.0d mit zusätzlichen Ănderungen [ 102 ] | seit 13. Dezember 2015 im Regelbetrieb mit ICE T bis 230 km/h [ 103 ] , seit 10. Dezember 2017 bis 300 km/h |
| 2016 | PRASA | Teststrecke fĂźr ETCS L2 - Gauteng Region â Olifantsfontein/Irene | Level 2 | Teststrecke zur Erprobung eines Prototyps von Alstom-Fahrzeuggeräten |
| 2016 | Ĺ˝SR | Ĺ˝ilinaâÄadca | Level 2 | [ 104 ] |
| 2016 | SBB | Gotthard-Basistunnel | Level 2 | |
| 2017 | DB | NĂźrnbergâErfurt | Level 2 | seit 10. Dezember 2017 mit ETCS Baseline 3 [ 105 ] |
| 2017 | ĂBB | GĂźterzugumfahrung St. PĂślten | Level 2 | seit 10. Dezember 2017 [ 106 ] |
| 2017 | SNCF RĂŠseau | LGV Bretagne-Pays de la Loire | Level 2 | Parallelbetrieb mit TVM 300 |
| 2017 | SNCF RĂŠseau | LGV Sud Europe Atlantique | Level 2 | Parallelbetrieb mit TVM 300 |
| 2018 | DB | EisenachâErfurt | Level 2 | Inbetriebnahme am 8. August 2018 |
| 2019 | DB | Knoten Basel / Hochrheinbahn | Level 1 | Erstinbetriebnahme von L1 LS im deutschen Netz am 8. August 2019 |
| 2020 | SBB | Ceneri-Basistunnel | Level 2 | |
| 2020 | DB | BerlinâDresden | Level 2 | Abschnitt HohenleipischâWĂźnsdorf |
| 2020 | Banedanmark | RoskildeâKøgeâNĂŚstved | Level 2 | [ 107 ] [ 108 ] |
| 2021 | DB | Digitale S-Bahn Hamburg (Pilotprojekt) Korridor Bergedorf | Level 2 | mit ATO-Funktionen [ 109 ] |
| 2022 | DB | NBS WendlingenâUlm | Level 2 | ohne konventionelle Signale |
| 2022 | DB | Darmstadt-Eberstadt â Laudenbach | Level 2 | zusätzlich zu PZB und konventionellen Signalen [ 110 ] |
| 2023 | ĂBB | Linz âWels | Level 2 | |
| 2023 | ĂBB | St. Paul im Lavanttal â Klagenfurt inkl. Schleife Bleiburg (Koralm) | Level 2 | |
| 2025 | Network Rail | Northern City Line (MoorgateâFinsbury Park) | | ohne konventionelle Signale, Teil des East Coast Digital Programme [ 111 ] |
Planungen
| Jahr | Bahn | Strecke | ETCS Level | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 2024 / 2025 | DB | MannheimâFrankfurt (Riedbahn) | Level 2 | zusätzlich zu PZB und konventionellen Signalen (einzelne Bereiche mit ETCS erst einige Zeit im Jahr 2025 wegen Abnahmefahrten fĂźr alle RBCs, andere Bereiche direkt mit ErĂśffnung unter ETCS.) |
| 2025 | DB | BerlinâRostock | Level 2 | [ 112 ] [ 113 ] |
| 2024 / 2025 | DB | Knappenrode â Horka | Level 2 | Unbekannt ob 2024 oder 2025 die Inbetriebnahme erfolgt, im Bauportal ist von Lieferengpässen im aktuellen Zeitplan fĂźr 2023 geschrieben. [ 114 ] [ 115 ] |
| 2024 | SNCF RĂŠseau | LN 1 Paris â Lyon | Level 2 | Vollsperrung im November fĂźr letzte Arbeiten vor Inbetriebnahme. [ 116 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Inzersdorf Ort â Wampersdorf | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Gramatneusiedl â Staatsgrenze n. Nickelsdorf â Kittsee | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Wien Meidling â Inzersdorf Ort | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Wels â Haiding | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Gänserndorf â Marchegg | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Wien Stadlau â Staatsgrenze n. Marchegg | Level 2 | [ 117 ] |
| 2024 [veraltet] | ĂBB | Wien Hbf LĂźckenschluss | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 | DB | Gundelfingen â Haltingen | Level 2 | [ 118 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Wien Meidling â Wr. Neustadt | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Klagenfurt Hbf â Villach Hbf | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Graz â St. Paul im Lavanttal (Koralm) | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Graz Hbf â Staatsgrenze n. Spielfeld Str. | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Mixnitz â Graz Hbf | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | ĂBB | Graz Hbf â Graz Stadion Liebenau | Level 2 | [ 117 ] |
| 2025 [veraltet] | DB | ABS Dreigleisigkeit StelleâLĂźneburg (Abschnitt Hamburg â Maschen) | Level 2 | [ 119 ] |
| 2026 | DB | KarlsruheâRastatt | Level 2 | Nach aktuellen Planungen soll 2026 die ErĂśffnung des Tunnel Rastatts erfolgen, insofern ist von einer Inbetriebnahme 2026 auszugehen. [ 120 ] [ 121 ] |
| 2026 | DB | Rastatt â Freiburg | Level 2 | [ 115 ] |
| 2029 [veraltet] | DB | SaarbrĂźckenâLudwigshafen (POS Nord) | Level 2 | [ 115 ] [ 120 ] [ 122 ] |
| 2025 [veraltet] | DB | Berlin â Halle / Bitterfeld â Leipzig (VDE 8.3) | Level 2 | [ 120 ] [ 123 ] |
| 2025 [veraltet] | DB | Berlin-SĂźdkreuz â Blankenfelde | Level 2 | zusätzlich zu PZB und konventionellen Signalen |
| 2026 bis mindestens 2032 [ 124 ] | DB | Digitaler Knoten Stuttgart [ 125 ] | Level 2, Hybrid Level 3 [ 126 ] | AusrĂźstung von rund 500 Streckenkilometern, darunter das gesamte S-Bahn-Netz und die Infrastruktur von Stuttgart 21 sowie AusrĂźstung von mehr als 500 TriebzĂźgen und weiteren Triebfahrzeugen |
| 2026 | ĂBB | Wien Praterstern â Floridsdorf â SĂźssenbrunn | Level 2 | [ 117 ] |
| 2026 | ĂBB | Floridsdorf â Wien Strebersdorf | Level 2 | [ 117 ] |
| 2026 | ĂBB | Villach Hbf â Staatsgrenze n. ThĂśrl-Maglern | Level 2 | [ 117 ] |
| 2026 | ĂBB | Wr. Neustadt â MĂźrzzuschlag | Level 2 | [ 117 ] |
| 2026 | DB | EmmerichâOberhausen (ABS 46) | Level 2, Level 1 LS | [ 120 ] [ 127 ] |
| 2026 | DB | DresdenâCoswig (VDE 9) | Level 2 | [ 128 ] |
| 2027 | ĂBB | Tulln â Herzogenburg â St. PĂślten | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Absdorf H. â Krems | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Stockerau â Absdorf H. | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Krems â Herzogenburg | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Absdorf H. â GmĂźnd | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Wien Praterstern â Wien Quartier Belvedere | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Rennweg â Flughafen Wien | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Inzersdorf Ort â Oberlaa | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Kaiserebersdorf â Bf Donaukai â Wien Brigittenau | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Gramatneusiedl â Wampersdorf | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Wien Hbf â Gramatneusiedl | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Wien Quartier Belvedere â Wien Meidling â Maxing | Level 2 | [ 117 ] |
| 2027 | ĂBB | Stammstrecke Wien | Level 2 | [ 129 ] |
| 2030 | DB | Digitale S-Bahn Hamburg | Level 2 | Korridor Harburg vsl. 2029 [ 130 ] Citybereich vsl. 2030 Korridor Wedel vsl. 2030 |
| 2030 | ĂBB | Semmering-Basistunnel | Level 2 | [ 131 ] |
Belgien
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Hauptartikel
:
ERTMS in Belgien
Die belgische Infrabel hat sich 2011 im Rahmen eines nationalen ETCS-Masterplans fĂźr die netzweite EinfĂźhrung von ETCS entschieden. Seit dem Dezember 2025 ist das gesamte belgische Netz mit ETCS befahrbar.
Bulgarien
In Bulgarien begann 1999 die Arbeit an der ETCS-Level-1-Pilotstrecke SofiaâBurgas.cite-ref-etr-2007-666-26-3[26] Die Arbeiten wurden 2001 abgeschlossen.cite-ref-132[132] Da die weitere Benutzung der bisherigen Zugbeeinflussungseinrichtungen (EBICAB 700) ein wichtiges Kriterium war, wurde erstmals durch die Firma Thales eine ETCS-Level-1-OBU mit STM fĂźr EBICAB entwickelt.cite-ref-133[133] Eine Kosten-Nutzen-Analyse fĂźr die AusrĂźstung wichtiger Strecken im Zeitraum von 2007 bis 2013 wurde erstellt.cite-ref-134[134] Praktische Verträge zur AusrĂźstung der Strecken Sofia-Plowdiw und Swilengrad-Plowdiw wurden 2013 bekannt.cite-ref-135[135] 2014 wurde in einem Masterplan zur Rehabilitierung der Eisenbahn fĂźr den Zeitraum von 2014 bis 2020 ausdrĂźcklich auf die Implementierung von ETCS und GSM-R hingewiesen. Allerdings waren die nationalen rechtlichen Grundlagen zum Betrieb noch nicht ausreichend entwickelt und sollten bis Ende 2015 als gesetzliche Grundlage Ăźberarbeitet werden.cite-ref-136[136]
FĂźr das Jahr 2017 wurden folgende betrieblichen Angaben zur Nutzung von ETCS bekannt gemacht:cite-ref-137[137]
⢠Strecken SofiaâPlovdiv und Skutare-Stara ZagoraâPlowdiw: EBICAB-700 (TSI CCS Annex B), ETCS Level 0
⢠Bahnknoten Plowdiw, einschlieĂlich Bahnhof Plowdiw-Patnicheska, Bahnhof Plowdiw-Razpredelitelna (Ost), Trakia, Filipowo und Strecke Stara ZagoraâBurgas: ETCS Level 1 SRS 1.2.0/1999, ALTRACS BDZ
⢠Strecken SeptemwriâPlowdiw und Stara ZagoraâBurgas: aktuell wegen Bauarbeiten auĂer Betrieb
Folgende Strecken sind in Aufbau bzw. ausgerĂźstet und kĂśnnen per Bekanntmachung in Betrieb gehen:
⢠DonaubrĂźcke 2 (Widin) â Widin Personenbahnhof: 16 km, ETCS Level 1, SRS 2.3.0d, StreckenausrĂźstung installiert, aber nicht in Betrieb.
⢠Plowdiw â Swilengrad: 143 km, ETCS Level 1, SRS 2.3.0d, Abschnitt KatunitsaâJabalkowo StreckenausrĂźstung aufgebaut, aber nicht in Betrieb. Die anderen Abschnitte sind im Aufbau.
⢠Plowdiw â Septemwri: 54 km, ETCS Level 1, SRS 2.3.0d, Strecke im Aufbau.
Dänemark
Nachdem das Ende des Lebenszyklus bestehender Sicherungstechnik absehbar war,cite-ref-rgz-2012-3-35-23-7[23] kĂźndigte der dänische Schienennetzbetreiber Banedanmark am 10. Dezember 2008 an, alle Signalanlagen in Dänemark zwischen dem 1. Quartal 2009 und 2021 durch ETCS Level 2 zu ersetzen. Damit einher sollte ein vĂśllig neues betriebliches Regelwerk gehen. Das auf 3,3 Milliarden Euro (21 Milliarden Dänischen Kronencite-ref-et-2009-3-14-138-0[138]) geschätzte Projekt sollte in vier Losen vergeben werden, zwei fĂźr die AusrĂźstung des Netzes und eines fĂźr die AusrĂźstung der Fahrzeuge. Ein viertes Los war fĂźr die S-Bahn Kopenhagen vorgesehen, die aufgrund kurzer Zugfolgen mit einem CBTC-System (Moving Block) ausgerĂźstet werden soll.cite-ref-rgz-2009-1-10-139-0[139] Die entsprechenden finanziellen Mittel wurden im Herbst 2008 durch das dänische Parlament bewilligt.cite-ref-140[140] An der Ausschreibung beteiligten sich alle groĂen Signaltechnik-Hersteller, jeweils in allen vier Losen.cite-ref-rgz-2012-3-41-141-0[141]
Am 24. Januar 2010 wurden die bevorzugten Bieter bekanntgegeben: Siemens fĂźr die S-Bahn Kopenhagen (CBTC), Alstom fĂźr Fahrzeuggeräte und den Ăśstlichen Teil der ETCS-Streckeninfrastruktur sowie Thales/Balfour Beatty Rail fĂźr den Westteil der ETCS-Infrastruktur. FĂźr Alstom, das sämtliche Fahrzeuggeräte und die Hälfte der Streckeninfrastruktur liefert, war es der grĂśĂte ETCS-Auftrag in der Unternehmensgeschichte.cite-ref-rgz-2016-2-38-142-0[142] Die Verträge fĂźr die Implementierung von Baseline 3 wurden zu Festpreisen geschlossen. Weitere Verträge wurden unter anderem fĂźr GSM-R, Betriebszentralen und Dienstleistungen geschlossen. Erste Streckenabschnitte sollten zwischen 2013 und 2017 in Betrieb gehen. Die Kosten wurden ohne Puffer auf 2,4 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfielen 34 Prozent auf die strecken- und fahrzeugseitige Sicherungstechnik und 18 Prozent auf weitere Hardware wie GSM-R, Ăbertragungsnetz, Gebäude und den Abbau der Altanlagen. Rund die Hälfte des Budgets entfällt auf Dienstleistungen wie Planung, Entwicklung, Test, Zulassung und Ausbildung.cite-ref-rgz-2012-3-41-141-1[141] Als Benannte Stelle beauftragte Banedanmark im Dezember 2010 Lloydâs Register Rail.cite-ref-rgz-2012-3-47-143-0[143]
2009 wurde die EinfĂźhrung auf allen staatlich betriebenen Strecken zwischen 2017 und 2021 vorgesehen.cite-ref-et-2009-3-14-138-1[138] Nebenstrecken sollten nach 2021 mit ERTMS Regional ausgestattet werden.cite-ref-144[144] Seit Anfang 2019 wird seitens Banedanmark eine StrĂŚkningsoversigt ETCS bereitgestellt.cite-ref-145[145]
Die Kosten der Fahrzeugausrßstung werden durch den Infrastrukturbetreiber gefÜrdert.cite-ref-railjournal-2017-09-18-146-0[146] Aufgrund von erheblichen VerzÜgerungen bei der Fahrzeugausrßstung verschob die dänische Regierung 2017 das Ende der ETCS-Umstellung von 2023 auf 2030.cite-ref-railjournal-2017-11-17-147-0[147] 2024 folgte eine weitere Verschiebung auf 2033.cite-ref-148[148]
Anfang Februar 2019 wurde eine Vereinbarung bekannt gegeben, mit der die Fortsetzung der FahrzeugausrĂźstung durch Alstom eine neue vertragliche Grundlage erhielt.cite-ref-149[149] Im November 2019 waren die ersten sechs ZĂźge der Baureihe MF (IC3) umgebaut und zugelassen.cite-ref-150[150] Bis Oktober 2020 wurden insgesamt 100 Triebfahrzeuge des Fern- und Regionalverkehrs ausgerĂźstet.cite-ref-railtech-2020-10-06-151-0[151]
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ging die zweite Pilotstrecke mit ETCS L2 BL3 in Betrieb. Zwischen Roskilde und Køge wurde mit einer einwÜchigen Vollsperrung die gesamte Funktionalität mit Bahnßbergängen und Anschluss an die nationale Leitstelle in Betrieb genommen.cite-ref-152[152] Die erste reguläre Inbetriebnahme einer Strecke erfolgte im April 2020 auf der Thybane von Thisted nach Struer.cite-ref-153[153]
Deutschland
In Deutschland wurde fĂźr ETCS das umfangreiche Lastenheft Betrieblich-technische Systemfunktionen (BTSF) geschaffen, um herstellerĂźbergreifend einheitliche betriebliche Verfahren im Bahnbetrieb mit ETCS Level 2 sicherzustellen. Dazu wurden anhand der bestehenden Fahrdienstvorschrift betriebliche Funktionen den technischen Funktionen von ETCS zugeordnet. FĂźr diese betrieblich-technischen Systemfunktionen werden die notwendigen Projektierungen und Parametrisierungen beschrieben â dies umfasst Ăźber Festlegungen fĂźr RBC-Funktionen und die Platzierung von Balisen hinaus auch Anforderungen an weitere Umsysteme, insbesondere Stellwerke, das betriebliche Regelwerk und die Instandhaltung. Daneben wurden ein neues Lastenheft fĂźr eine integrierte ETCS-Bedienoberfläche fĂźr Fahrdienstleiter sowie ein Testfallkatalog, um das Zusammenspiel von Fahrzeugen und Strecken zu erproben, entwickelt. Alle Dokumente werden einem gutachterlichen Prozess unterzogen, einschlieĂlich einer Risiko- und Gefährdungsanalyse.cite-ref-deine-bahn-2015-6-6-63-1[63]cite-ref-deine-bahn-2012-2-10-154-0[154]
Im Netz der Deutschen Bahn soll ETCS Level 1 grundsätzlich nur in der Ausprägung Limited Supervision eingesetzt werden, während ETCS Level 1 Full Supervision und Euroloops nicht vorgesehen sind.cite-ref-db-netz-2014-04-155-0[155] Es gibt jedoch Ăberlegungen, ETCS Level 1 Full Supervision auf Grenzbetriebsstrecken einzusetzen, um einen LĂźckenschluss zwischen ETCS-Level-2-AusrĂźstungen unterschiedlichster Spezifikationsstände und Systemversionen herzustellen.cite-ref-sd-113-7-23-156-0[156] Zudem ist seitens des VDV ein Lastenheft fĂźr die Anwendung von ETCS Level 1 Full Supervision auf NE-Bahnen in Vorbereitung.cite-ref-walther-fet2022-157-0[157]
Ende 2019 waren 320 km im Netz der Deutschen Bahn mit ETCS ausgerĂźstet.cite-ref-db-2020-04-158-0[158]
Erprobung
Bei der ab 1995 im Bau befindlichen Schnellfahrstrecke KĂślnâRhein/Main sollte zunächst ETCS ohne ortsfeste Signale eingesetzt werden. Als sich bei der Spezifikation und Realisierung von ETCS VerzĂśgerungen abzeichneten, fiel 1998 die endgĂźltige Entscheidung, eine weiterentwickelte linienfĂśrmige Zugbeeinflussung (LZB L72 CE-II) einzusetzen.cite-ref-sd-95-10-31-159-0[159] Ende der 1990er wurde die deutsche Variante von ETCS, die unter Erhaltung der Interoperabilität um spezielle Funktionen und Schnittstellen ergänzt werden sollte, auch als Funkzugbeeinflussung bezeichnet.cite-ref-sd-91-11-35-160-0[160]
Anfang Oktober 1997 wurde entschieden, die Ausbaustrecken Halle/LeipzigâBerlin (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8) mit ETCS auszurĂźsten.cite-ref-eri-2002-380-161-0[161] Das Level-2-Pilotprojekt wurde 1999 aufgenommen.cite-ref-etr-2007-666-26-4[26] Zunächst wurde ein Abschnitt zwischen Bitterfeld und Lutherstadt Wittenberg zur Erprobung ausgewählt. Im Jahr 2002 verkehrte auf der Strecke ein von DB Systemtechnik entwickelter und als Train Control Testcar bezeichneter vierachsiger Diesel-Testtriebwagen. FĂźr die vorläufige Systemzulassung wurde Mitte 2002 dabei fĂźr Ende 2003 gerechnet, fĂźr die netzweite Systemzulassung bis Ende 2004.cite-ref-eri-2002-380-161-1[161]
Letztlich wurden 155 Streckenkilometer zwischen Ludwigsfelde und Leipzig mit ETCS Level 2 (nach SRS 2.2.2) ausgerĂźstet und dazu rund 1100 Balisen eingebaut sowie vier ETCS-Zentralen eingerichtet. Daneben wurde ab 2007 auf einem Teilabschnitt des sĂźdlichen Berliner AuĂenrings, einschlieĂlich zweier VerbindungsbĂśgen zur Strecke Richtung Bitterfeld, ETCS Level 1 erprobt.cite-ref-etr-2007-670-162-0[162] Der Abschnitt zwischen Ludwigsfelde und JĂźterbog (39 km) wurde als ERTMS-Teststrecke von der EU-Kommission kofinanziert, die Ăźbrigen 120 Kilometer wurden ohne EU-Beteiligung finanziert, um Erfahrungen mit ETCS Level 2 zu gewinnen.cite-ref-rgz-2005-1-29-68-2[68]
Am 7. Juli 2003 verkehrte zwischen JĂźterbog und Bitterfeld â erstmals in Europa â ein Reisezug ETCS-gefĂźhrt mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h.cite-ref-eri-2003-448-163-0[163] Im Herbst 2005 genehmigte das Eisenbahn-Bundesamt ETCS-Hochtastfahrten bis 160 km/h auf den insgesamt 140 km langen Pilotstreckenabschnitten.cite-ref-eri-2005-504-164-0[164] Ab 6. Dezember 2005 verkehrte ein IC-Zugpaar zwischen JĂźterbog und Leipzig mit einer HĂśchstgeschwindigkeit von 200 km/h unter ETCS Level 2. Es war zu diesem Zeitpunkt die einzige Anwendung von ETCS Level 2 im kommerziellen Betrieb in Europa.cite-ref-eri-2006-30-98-1[98] Die ETCS-AusrĂźstung wurde durch Alcatel SEL und Siemens realisiert.cite-ref-sd-95-03-06-165-0[165]
ETCS Level 2 wurde auf den Strecken so lange erprobt, bis es die Zulassungsvoraussetzungen des Eisenbahn-Bundesamtes erfßllte.cite-ref-etr-2006-05-166-0[166] Der geforderte Nachweis gleicher Sicherheit zu bestehenden Zugbeeinflussungssystemen wurde unter hohem Aufwand fßr diesen Anwendungsfall erbracht.cite-ref-etr-2007-670-162-1[162] Um einen Parallelbetrieb mit dem bisherigen deutschen Zugbeeinflussungssystem LZB zu ermÜglichen, wurde eine neue sichere und hochverfßgbare Schnittstelle (H3.SZS/Sahara) zwischen Stellwerk (CIR-ELKE-Funktionalität) und den Zugbeeinflussungssystemen LZB und ETCS Level 2 eingefßhrt. Zwischen ESTW sowie LZB und RBC wurde dabei ein neu entwickelter LANCOP-2-Rechner eingesetzt.cite-ref-etr-2006-05-166-1[166]cite-ref-eik-2009-173-167-0[167]cite-ref-sd-97-12-35-168-0[168]
Nach einer zweijährigen Erprobungsphase wurde die ETCS-Level-2-AusrĂźstung der Strecke als weltweit erste im Dezember 2005 fĂźr den kommerziellen Fahrgastbetrieb freigegeben.cite-ref-sd-98-1-72-169-0[169] Die Linienzugbeeinflussung der Strecke war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugelassen und nicht in Betrieb.cite-ref-sd-98-4-6-170-0[170] Am 24. Februar 2006 erreichte ein ETCS-gefĂźhrter Zug erstmals eine Geschwindigkeit von 180 km/h.cite-ref-sd-98-4-40-171-0[171] Das IC-Zugpaar 2418/2419 verkehrte probeweise ab 26. Mai 2006 fahrplanmäĂig zwischen Leipzig und Berlin mit ETCS bei bis zu 200 km/h.cite-ref-etr-2006-05-166-2[166] Am 17. Juni 2006 wurde erstmals in Europa der fahrplanmäĂige Betrieb unter ETCS mit 200 km/h aufgenommen, allerdings zeitlich begrenzt und nur mit einzelnen Zugpaaren; die IC 2418/2419 bzw. 2416/2417 sowie der EN 228/229 verkehrten ETCS-gefĂźhrt.cite-ref-db-systemtechnik-2006-42-172-0[172] Im Rahmen dieses Pilotvorhabens wurden erstmals in Deutschland spezielle ETCS-Planunterlagen erstellt. Daraus entstanden auch erste EntwĂźrfe fĂźr ETCS-Richtlinienmodule (819.1344 und 819.1347). Auf der Grundlage der Betriebserfahrungen grĂźndete die DB ProjektBau 2009 ein ETCS-Kompetenzzentrum in Dresden.cite-ref-ei-2012-08-50-173-0[173] Im Rahmen des Pilotvorhabens wurden nur die Funktionen umgesetzt, die fĂźr einen Betrieb im Netz der DB unbedingt erforderlich waren. Eine Vielzahl weiterer Funktionen (z. B. zum Rangieren oder fĂźr BahnĂźbergänge) war darin noch nicht enthalten. Daneben galt die verwendete SRS-Version 2.2.2 als noch nicht interoperabel.cite-ref-etr-2007-670-162-2[162] Der im Januar 2004 begonnene Testzeitraum endete im März 2007.cite-ref-sd-113-7-6-97-1[97]
Nachdem an verschiedenen Streckenabschnitten der Pilotstrecke zunächst unterschiedliche Entwicklungs- und Testschritte umgesetzt worden waren, lief 2007 eine Vereinheitlichung auf einen einheitlichen Ausrßstungsstand.cite-ref-etr-2007-670-162-3[162] Aufgrund einer fehlenden Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes ist die ETCS-Ausrßstung der Strecke nicht mehr in Betrieb.cite-ref-174[174] Zwischenzeitlich wurde die Planung ßberarbeitet und neue Balisen (nach SRS 2.3.0d) im Gleis verlegt.cite-ref-ei-2012-08-50-173-1[173]
ETCS Level 1 wurde in einem Streckenabschnitt der Bahnstrecke BerlinâFrankfurt (Oder) erprobt. In einer Richtung kam dabei Level 1 Full Supervision zum Einsatz, in der anderen Level 1 Limited Supervision.cite-ref-ei-2012-08-50-173-2[173] Auch Level 2 wurde erprobt.cite-ref-eri-2016-76-31-1[31] Die Versuchsaufbauten waren 2017 auĂer Betrieb.cite-ref-db-2017-05-17-175-0[175]
Ende 2012 begannen auf der Bahnstrecke NĂźrtingenâNeuffen ETCS-Testfahrten zur Erprobung eines Fahrzeuggerätes des Herstellers Thales.cite-ref-thales-2012-12-04-176-0[176] Am 6. September 2018 erfolgte auf der Bahnstrecke Annaberg-BuchholzâSchwarzenberg die erste Fahrt unter ETCS Level 3 im Netz der Deutschen Bahn.cite-ref-db-2018-09-06-177-0[177]
Weitere Entwicklung
Am 14. Mai 2004 unterzeichneten die DB und der damalige franzĂśsische Infrastrukturbetreiber RFF eine Absichtserklärung Ăźber die AusrĂźstung des Korridors Paris â SaarbrĂźcken â Ludwigshafen (später weiter nach Frankfurt) mit ERTMS und ETCS.cite-ref-eri-2004-311-178-0[178]cite-ref-sd-96-6-42-179-0[179] Die AusrĂźstung der POS Nord (ETCS L2 nach der SRS-Version 2.3.0d) begann 2008cite-ref-ted-2021-354934-180-0[180] sollte im Dezember 2008 abgeschlossen werden.cite-ref-ei-2012-08-50-173-3[173]cite-ref-sd-99-1-45-181-0[181] Die Inbetriebnahme war 2015 fĂźr Ende 2019 vorgesehen, inzwischen ist sie fĂźr 2025 angekĂźndigt.cite-ref-bauinfopos-122-1[122]
Die AusrĂźstung der Schnellfahrstrecke NĂźrnbergâIngolstadt (ETCS L2, nach SRS-Version 2.3.0dcite-ref-ei-2012-08-50-173-4[173]) wurde im Dezember 2006 ausgeschrieben. Die Inbetriebnahme war spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 geplant.cite-ref-182[182]cite-ref-sd-99-1-45-181-1[181] Das System ist aufgebaut, jedoch nicht in Betrieb (Stand: 2016). Die Inbetriebnahme von ETCS im Abschnitt IngolstadtâPetershausen bis 2025 wird erwähnt, die LZB-AblĂśsung oder -ergänzung von Petershausen nach Obermenzing sowie IngolstadtâNĂźrnberg nicht.cite-ref-183[183]
Mitte 2007 war die ETCS-Ausrßstung von Strecken in der Gesamtlänge von rund 7000 km sowie die Ausrßstung von rund 3000 Fahrzeugen geplant.cite-ref-siemens-2007-09-184-0[184]
Der Auftrag zur AusrĂźstung der Achse BerlinâRostock mit ETCS L2 (zunächst mit SRS-Version 2.3.0d) wurde im August 2011 fĂźr 14 Millionen Euro vergeben.cite-ref-185[185] Damit wurde zunächst die 35 km lange Strecke zwischen Kavelstorf und Lalendorf Ost ausgerĂźstet und bis Ende 2013 als betrieblich Ăźbergeben abgerechnet.cite-ref-186[186]
Im Juli 2012 wurden erstmals betriebliche Regeln zu ETCS in die Fahrdienstvorschrift (Richtlinie 408) aufgenommen und seither weiterentwickelt.cite-ref-deine-bahn-2015-12-14-187-0[187]
Mit Ausnahme der ICE 2 sollen alle ICE-TriebzĂźge eine ETCS-AusrĂźstung erhalten.cite-ref-etr-2014-5-49-188-0[188] Die fĂźr den Verkehr in die Schweiz eingesetzten ICE 1 wurden bereits zwischen 2004 und 2009 fĂźr ETCS L2 ausgerĂźstet.cite-ref-etr-2014-5-49-188-1[188] Da die Kosten von 34 Millionen Schweizer Franken hierfĂźr vom Schweizer Bundesstaat getragen wurden,cite-ref-sd-97-9-50-189-0[189] kann diese ETCS-AusrĂźstung aber nur in der Betriebsart âSchweizâ (Länderumschaltung) aktiviert werden. Die testweise AusrĂźstung der ICE 1 fĂźr aktuelle SRS begann im FrĂźhjahr 2016, der Serienumbau fĂźr den Binnenverkehr im Februar 2017.cite-ref-ei-2016-6-57-190-0[190] Die bis Ende 2017 neu ausgerĂźsteten ICE 1 haben eine abweichende modernere ETCS-AusrĂźstung gegenĂźber der anderen schweiztauglichen AusrĂźstung.
Die ICE T wurden zwischen 2012 und 2015 umgerĂźstet.cite-ref-etr-64-33-191-0[191] Die SerienumrĂźstung der noch nicht ausgerĂźsteten ICE 3 der Baureihen 403 und 406 begann Anfang 2017 mit dem Umbau bisheriger ICE 3MF.cite-ref-eri-2017-204-192-0[192] Die ICE 3 der Baureihe 407 sowie ICE 4 werden vom Hersteller mit bereits vorinstallierter ETCS-AusrĂźstung geliefert.
Ein Teil der Lokomotiven der Baureihe 185 wurden fßr den Transitverkehr durch die Schweiz mit ETCS ausgerßstet. Bei ersten Fahrten im Dezember 2015 trat eine Vielzahl von StÜrungen auf und die Fahrzeuge wurden vom Gotthard abgezogen. Nachdem die Probleme gelÜst waren, kehrten die Fahrzeuge im März 2016 in den Gotthard-Dienst zurßck.cite-ref-eri-2016-80-69-1[69]cite-ref-eri-2016-222-193-0[193]
In Deutschland rechnete DB Cargo damit, ab 2020 Ăźber eine ausreichende Anzahl von mit ETCS ausgerĂźsteten Triebfahrzeugen zu verfĂźgen, um die Neubaustrecke EbensfeldâErfurt mit GĂźterzĂźgen befahren zu kĂśnnen.cite-ref-otz-2016-06-10-194-0[194] Seit Dezember 2017 fahren mit ETCS ausgerĂźstete Siemens-Vectron-Lokomotiven mit Doppelstock-RegionalzĂźgen Ăźber die Strecke.cite-ref-stmi-2016-06-24-195-0[195] Nach der ErĂśffnung kam es zu verschiedenen Problemen mit neu ausgerĂźsteten Fahrzeugen der Typen ICE 1 und ICE 3, die aber nur zum Teil auf die ETCS-Funktion zurĂźckgefĂźhrt werden konnten und nicht den umfangreichen Spekulationen entsprachen.cite-ref-196[196] Nach einem Sonderprogramm zur Fehlerbehebung konnte die Deutsche Bahn feststellen, dass innerhalb eines Monats die Ăźbliche Zuverlässigkeit erreicht und teilweise Ăźbertroffen wurde.cite-ref-197[197]
Aufgrund von VerzĂśgerungen bei der ETCS-AusrĂźstung der Intercity-2-ZĂźge wird der ab Dezember 2017 vorgesehene durchgehende IC-Stundentakt zwischen Stuttgart und ZĂźrich mit einer VerzĂśgerung von ein bis zwei Jahren angeboten werden kĂśnnen.cite-ref-db-2016-07-15-198-0[198] Anfang 2019 wurde die Inbetriebnahme erneut, nunmehr auf Ende 2020, verschoben.
Am 2. September 2019 wurde ETCS auf der Wuppertaler Schwebebahn in Betrieb genommen.
Der Abschnitt Berliner TorâAumĂźhle der S-Bahn-Strecke HamburgâAumĂźhle ist seit August 2020 mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-199[199] Im Gleichstromnetz der S-Bahn Hamburg gibt es regionale Zusätze. Es ist zulässig, auch unter ETCS ohne Zustimmung des Fahrdienstleiters an Blocksignalen vorbeizufahren, insofern die jeweiligen Blocksignale mit einem weiĂ-gelb-weiĂ-gelb-weiĂen oder schwarz-weiĂ-schwarz-weiĂ-schwarzen Mastschild gekennzeichnet sind. Wenn sich Zugfahrten eines mit solchen Mastschildern gekennzeichneten Signals nähern, fragt der ETCS-Fahrzeugrechner bei der ETCS-Zentrale nach der Freigabe des nachfolgenden Blockabschnitts an. Ein Fahrtbegriff kann durch die Anfrage zwar nicht erzeugt werden, wenn der hinter dem Signal liegende Blockabschnitt als belegt gemeldet ist, jedoch kommandiert die ETCS-Streckenzentrale den Zug in die Betriebsart On Sight. Der Zug muss in den nachfolgenden Zugfolgeabschnitt auf Sicht fahren. Ein weiterer regionaler Zusatz lässt zu, ein haltzeigendes Signal mit angebrachtem Zs 12 (M-Tafel) auf fernmĂźndlichen Auftrag seitens des Fahrdienstleiters zu passieren. In solch einem Fall wird der ETCS-Modus von Full Supervision auf Staff Responsible (SR) kommandiert. Mit diesen fĂźr die S-Bahn Hamburg zugelassenen Eigenschaften ist gerade bei StĂśrungen nach wie vor eine hohe Zugdichte im S-Bahn-Netz mĂśglich.cite-ref-200[200]
Auf der Strecke wird zudem ein automatisierter Fahrbetrieb erprobt.cite-ref-mopo-2018-04-17-201-0[201]cite-ref-db-2021-10-11-202-0[202] Fßr Untersuchungen zu einem mÜglichen Einsatz im gesamten Netz stellt die Stadt Hamburg 1,5 Millionen Euro zur Verfßgung. Erwartet werden Kapazitätsgewinne von 20 bis 30 Prozent.cite-ref-db-2020-01-08-203-0[203]
Ende 2025 waren im Netz der DB InfraGO nach Unternehmensangaben 683 Streckenkilometer mit ETCS ausgerĂźstet, 157 Streckenkilometer mehr als im Vorjahr.cite-ref-204[204] Tatsächlich in Betrieb waren davon rund 500 Streckenkilometer, auf zwei Streckenabschnitten (Riedbahncite-ref-205[205], FreiburgâHaltingencite-ref-206[206]) war ETCS im Regelbetrieb nicht nutzbar.
Migrationsplan
Die Bundesrepublik notifizierte 2003 einen Migrationsplan, der auf der Erstfassung der TSI ZZS von 2002 aufbaute.cite-ref-etr-57-660-9-1[9] Die Umsetzung einer Grundstufe sollte bis 2009/2010 abgeschlossen sein. Darin enthalten waren die fĂźnf Projekte SĂźdlicher Berliner AuĂenring und AachenâBelgische Grenze (jeweils ETCS L1), die POS Nord (teils Level 1, teils Level 2) sowie LudwigsfeldeâLeipzig und NĂźrnbergâIngolstadtâMĂźnchen (jeweils ETCS L2).cite-ref-etr-2007-670-162-4[162]
Aufbauend auf der Erfassung der TSI ZZS fßr das Bestandsnetz von März 2006 legte die Bundesregierung mit Schreiben vom 5. September 2007 einen nationalen Umsetzungsplan vor. Dabei sollten zunächst sechs von der Bundesregierung gewählte Korridore ausgerßstet werden:cite-ref-etr-57-660-9-2[9]
⢠Hamburg â Wittenberge â Berlin â Dresden â Bad Schandau (Korridor 5G)cite-ref-etr-57-660-9-7[9]
FĂźr diese Korridore war ETCS L2 mit elektronischen Stellwerken vorgesehen, PZB sollte als Klasse-B-System in DoppelausrĂźstung zunächst erhalten bleiben. ETCS Level 1 LS sollte in Einzelfällen in kurzen Abschnitten als ĂbergangslĂśsung verwendet werden. Die AusrĂźstung sollte an den Landesgrenzen beginnen und sukzessive ins Landesinnere fortgefĂźhrt werden. Mit hĂśchster Priorität sollte der Korridor 1G bis 2015 ausgerĂźstet werden, gefolgt vom Korridor 4G bis 2020. Mit Polen, den Niederlanden und der Schweiz wurden dazu entsprechende Absichtserklärungen geschlossen und verbindliche Inbetriebnahmezeitpunkte festgeschrieben. Bis 2020 sollten darĂźber hinaus etwa 4800 km Korridore und Hochgeschwindigkeitsstrecken mit ETCS ausgerĂźstet werden. Insgesamt war die AusrĂźstung von etwa 9000 km vorgesehen.cite-ref-etr-57-660-9-9[9] Laut Angaben der Deutschen Bahn von 2009 sollten bis 2020 8000 km mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-207[207] Bis 2026 sollten ferner alle Schnellfahrabschnitte, mit einer Gesamtlänge von etwa 4000 km, mit ETCS L2 ausgerĂźstet werden. Zusätzlich waren âLĂźckenschlĂźsseâ vorgesehen, um einen durchgängigen Verkehr fĂźr ausschlieĂlich mit ETCS ausgerĂźsteten ZĂźge zu ermĂśglichen. ETCS L2 sollte dabei vorwiegend auf Schnellfahrabschnitten eingesetzt werden.cite-ref-db-2007-09-06-208-0[208]
Nach Entscheidung 2009/561/EG der Europäischen Kommission vom 22. Juli 2009 ist Deutschland verpflichtet, auf den deutschen Korridorabschnitten EmmerichâBasel, PuttgardenâNĂźrnbergâMĂźnchen, Dresden(âPrag) und AachenâFrankfurt (Oder) ETCS bis 2015/2020[veraltet] einzufĂźhren. Die Kosten fĂźr die AusrĂźstung der Korridore mit ETCS L2 wĂźrden laut einer Grobkostenschätzung der DB Netz von 2010 rund 4,5 Milliarden Euro betragen.cite-ref-bt-17-7618-209-0[209] Allein die AusrĂźstung des Rheinkorridors zwischen Emmerich und Basel wird von DB Netz mit rund 870 Millionen Euro veranschlagt.cite-ref-bt-17-1125-210-0[210] Das Bundesministerium fĂźr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sondierte um 2011 bei der Europäischen Kommission die MĂśglichkeit, auf eine ETCS-VollausrĂźstung zu verzichten und stattdessen ETCS STM einzusetzen, da das deutsche Netz bereits Ăźber eine leistungsfähige Zugbeeinflussungstechnik verfĂźge. Sollte die Europäische Kommission der Bitte um Abänderung der Entscheidung vom 22. Juli 2009 nicht folgen, droht der Bundesrepublik ein Vertragsverletzungsverfahren mit Zwangsgeldern bzw. einem Mindestpauschalbetrag von 11,3 Millionen Euro.cite-ref-bt-17-7618-209-1[209] Angesichts von erwarteten Kosten fĂźr die VollausrĂźstung der Korridore beschloss das Bundesverkehrsministerium 2011, zunächst nur den deutschen Teil des Korridors A (EmmerichâBasel) mit ETCS auszurĂźsten. Auf den Ăźbrigen Korridoren sollen die nationalen Zugbeeinflussungssysteme weiterbetrieben werden (STM).cite-ref-ei-2012-08-50-173-5[173] Die Europäische Kommission sah darin einen âRĂźckschlag fĂźr die Weiterentwicklung des gesamteuropäischen Schienenraumsâ und schloss rechtliche Konsequenzen nicht aus.cite-ref-hb-2012-15-21-211-0[211] EU-Verkehrskommissar Kallas forderte die Bundesregierung auf, die Installation von ETCS voranzutreiben und sprach von deutlich geringeren Umstellungskosten im Bereich von 250 Millionen Euro, die er mit den Umstellungskosten in der Schweiz auf einer ähnlich langen Strecke untermauerte.cite-ref-handelsblatt-2012-37-15-212-0[212]cite-ref-wiwo-erzwingt-213-0[213] Im März 2013 verwarf das Bundesverkehrsministerium die STM-Pläne und beschloss den Ausbau des Rheinkorridors mit ETCS L1 und L2.cite-ref-214[214] Deutschland gab 92 % der von 2007 bis 2013 zugewiesenen EU-FĂśrdermittel fĂźr die ETCS-EinfĂźhrung zurĂźck.cite-ref-rb-2018-16-01-215-0[215]
Die aktuelle ETCS-AusrĂźstungsstrategie der Deutschen Bahn basiert auf vier Bausteinen (Stand: 2014):cite-ref-db-netz-2014-04-155-1[155]
⢠EinfĂźhrung auf den vier durch Deutschland fĂźhrenden europäischen GĂźterverkehrskorridoren (nach TSI ZZS und EU-Verordnung 913/2010). Zunächst ist die AusrĂźstung des deutschen Teils des GĂźterverkehrskorridors A vorgesehen: dem rund 675 km langen Abschnitt EmmerichâBasel des Korridors RotterdamâGenua; dabei sind ETCS Level 1 LS und Level 2 zu etwa gleichen Teilen vorgesehen.cite-ref-db-netz-2014-04-155-2[155]
⢠Ausrßstung aller Neubaustrecken (nach TSI ZZS) sowie bei leistungssteigernden Umbauten an TEN-Strecken. Zunächst ist dabei die Ausrßstung der beiden Neubaustrecken des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 vorgesehen.cite-ref-db-netz-2014-04-155-3[155]
⢠In den 2020er Jahren soll die linienfÜrmige Zugbeeinflussung stufenweise durch ETCS L2 abgelÜst werden. Dazu soll ein Konzept erarbeitet und die Notwendigkeit von Doppelausrßstungen im Einzelfall geprßft werden (Stand: 2014). Wo im Rahmen der Umstellung neue Stellwerke entstehen, soll ETCS L2 ohne ortsfeste Signale (L2oS) zum Einsatz kommen und ETCS zum Streckenzugangskriterium werden. Das AblÜsekonzept ist in Entwicklung (Stand: April 2014).cite-ref-db-netz-2014-04-155-4[155]
⢠transition An 13 Grenzbetriebsstrecken, zwischen Deutschland und Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg bzw. Ăsterreich, soll ETCS zum Wechsel zwischen zwei nationalen Zugbeeinflussungssystemen während der Fahrt verwendet werden (ETCS-basierte Transition). Sieben dieser Ăbergänge waren im FrĂźhjahr 2014 bereits in Betrieb.cite-ref-db-netz-2014-04-155-5[155]
Auf Wunsch des Bundes wurde die AusrĂźstung der VDE-8-Neubaustrecken sowie des GĂźterverkehrskorridors A priorisiert. Die Planung aller Ăźbrigen ETCS-Projekte ist daher in Ăberarbeitung (Stand: April 2014).cite-ref-db-netz-2014-04-155-6[155]
Weitere Planungen
Die Deutsche Bahn plante nach Angaben von Anfang Dezember 2015, bis 2030 schätzungsweise 5000 bis 8000 Streckenkilometer mit ETCS auszurĂźsten.cite-ref-spiegel-2015-50-114-216-0[216] Inzwischen (Stand: 2017) ist geplant, bis 2030 AusrĂźstungsverpflichtungen im Umfang von 8000 km zu erfĂźllen und durchgängige Verbindungen in allen TEN-Kernnetz-Korridoren zu schaffen. In einer ersten Stufe sollen bis 2020 GrenzĂźbergänge ausgerĂźstet werden. Nach Planungen von 2018 sollte der deutsche Anteil des Korridors A (ca. 1450 km in Deutschland) bis 2022 ausgerĂźstet werden.cite-ref-db-2017-04-17-217-0[217] Bis 2022 sollte ebenfalls mehr als die Hälfte der GrenzĂźbergänge mit ETCS ausgerĂźstet sein.cite-ref-db-2018-01-25-218-0[218] Nach Planungen von 2022 hätte die Durchfahrbarkeit des Korridors A mit ETCS nunmehr bis 2025 sichergestellt werden sollen, der gesamte Ausbau (der parallele Wege mit einschlieĂt) bis 2028.cite-ref-219[219] Eine 2024 vorgelegte Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erwartet die AusrĂźstung des TEN-Kernnetzes in Deutschland nunmehr bis 2036.cite-ref-bt-20-15102-220-0[220]
Laut âNationalem Umsetzungsplan ETCSâ von Dezember 2017 sollen bis 2023 insgesamt 1818 Streckenkilometer in Deutschland mit ETCS ausgerĂźstet werden. GrĂśĂtenteils handelt es sich dabei um den âKorridor Aâ (EmmerichâBasel) und verschiedene GrenzĂźbergangsstrecken.cite-ref-db-2018-04-25-221-0[221] Die geplanten UmrĂźstungen kĂśnnen laut Angaben der Deutschen Bahn von Mitte 2021 nicht vollständig umgesetzt werden.cite-ref-bt-19-1931824-222-0[222]
Weitere geplante Projekte sind:
⢠ABG: Aachen Hbf â Belgische Grenze; die AusrĂźstung der Gleise 6 bis 9 im Bahnhof Aachen Hauptbahnhof und die Strecke 2600 bis zur belgischen Grenze (ZufĂźhrung zur HSL 3cite-ref-sd-99-14-223-0[223]) wurde ab 2007 mit dem belgischen Zugbeeinflussungssystem TBL1+ ausgerĂźstet und ist seit dem 15. Dezember 2013 in Betrieb. UrsprĂźnglich sollte dort ETCS Level 1 FS zum Einsatz kommen.cite-ref-etr-2007-670-162-5[162] Das jetzt eingebaute System TBL1+ basiert auf Eurobalisen und ist fĂźr ETCS Level 1 LS vorbereitet. Es nutzt das ETCS-Telegramm 44 und stĂśrt damit ETCS-Fahrzeuge nicht.cite-ref-sd-14-78-224-0[224]
⢠Deutscher Anteil des EU-Korridors A (Rotterdam â Genua): Emmerich â Basel (AusrĂźstung mit ETCS L2 und ETCS L1 Limited Supervision nach Baseline 3 â zunächst die Streckenabschnitte Emmerich â Oberhausen und Katzenbergtunnel)
⢠Der mit hoher Priorität modernisierte Korridorabschnitt 1G zwischen Knappenrode â Horka der Bahnstrecke WÄgliniecâRoĂlau wird nicht wie geplant Ende 2018 mit ETCS in Betrieb genommen, sondern ETCS wird erst 2023 bereitgestellt.cite-ref-225[225]cite-ref-ei-2018-12-32-226-0[226]
⢠Bei der S-Bahn Mßnchen soll die Zweite Stammstrecke mit ETCS ausgerßstet werden, eine Umrßstung der bestehenden Stammstrecke ist bis 2030 angedacht (Stand: 2016).cite-ref-sz-2016-01-25-227-0[227]
⢠Im Rahmen des Digitalen Knotens Stuttgart soll die Region Stuttgart in den Jahren 2024 bis 2030 mit ETCS ausgerĂźstet werden. Die Diskussion um ETCS entzĂźndete sich um 2015 an der Stammstrecke der S-Bahn Stuttgart, fĂźr die im Rahmen der ohnehin im Rahmen von Stuttgart 21 vorgesehenen Erneuerung der konventionellen Leit- und Sicherungstechnik ein bloĂer Erhalt der bisherigen Leistungsfähigkeit mĂśglich gewesen wäre.cite-ref-ei-2020-04-14-125-1[125] Laut den im Oktober 2018 vorgelegten Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie sei ETCS im Kernnetz der S-Bahn Stuttgart umsetzbar, wobei eine um rund 20 % verkĂźrzte Mindestzugfolgezeit auf der Stammstrecke und ein Abbau von Verspätungen erwartet wird.cite-ref-vm-2018-10-24-228-0[228]cite-ref-abschlussbericht-2019-01-30-229-0[229] Mit dem im Januar 2019 beschlossenen ETCS-Ausbau einher geht eine Verlängerung des S-Bahn-Verkehrsvertrags, die Beschaffung von 58 zusätzlichen S-Bahn-TriebzĂźgen sowie verschiedene Angebotsverbesserungen.cite-ref-vrs-2019-01-30-230-0[230] Im Rahmen des Projekts sollen u. a. 2025 erstmals Bestandsstrecken auf den Betrieb mit ETCS ohne Signale umgestellt werden.cite-ref-ei-2021-11-6-231-0[231]
⢠Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland kßndigte Ende 2018 an, eine S-Bahn-ETCS-Ausbaustudie nach Stuttgarter Vorbild zu beauftragen.cite-ref-ksta-2018-12-20-232-0[232]
⢠Bei dem Bauprojekt Bahnausbau Nordostbayern ist fĂźr die bereits in Planung befindlichen Abschnitte NĂźrnberg-Marktredwitzcite-ref-233[233], HofâMarktredwitzcite-ref-234[234], Marktredwitz-Regensburgcite-ref-235[235] und Marktredwitz-Schirndingcite-ref-236[236] eine ETCS-AusrĂźstung vorgesehen.
⢠Im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke MĂźhldorfâFreilassing ist aktuell (März 2021) eine ETCS-AusrĂźstung der Strecke zumindest fĂźr den ersten Planungsabschnitt Markt SchwabenâAmpfing vorgesehencite-ref-237[237]
⢠ETCS L2 ist auch bei weiteren Neubauprojekten wie der Neubaustrecke WendlingenâUlm (Inbetriebnahme Dezember 2022), Stuttgart 21 (Inbetriebnahme Dezember 2025), der Neubaustrecke Rhein/MainâRhein/Neckar und der Aus- und Neubaustrecke HanauâWĂźrzburg/FuldaâErfurt geplant.
⢠Bei dem im Planungsverfahren befindlichen Brennernordzulauf wird der komplett viergleisige Ausbau MĂźnchenâRosenheim als Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030 beschrieben. Dabei soll im Rahmen einer Blockverdichtung auch die Bestandsstrecke MĂźnchen-TruderingâGroĂkarolinenfeld mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-238[238]
Die ersten Strecken, die auf ganzer Länge nur mit vorhandener ETCS-FahrzeugausrĂźstung befahren werden dĂźrfen, sind die im Rahmen vom VDE 8 in Betrieb gegangene Neubaustrecke ErfurtâLeipzig/Halle (Dezember 2015) sowie die Neubaustrecke EbensfeldâErfurt (Dezember 2017).
Zwischen Erfurt und Eisenach ist die Bestandsstrecke mit ETCS ausgerĂźstet und wird mit bis zu 200 km/h befahren. An der Teilstrecke VDE 8.3 zwischen Halle und Bitterfeld wird seit Juli 2021 an der ETCS-Bereitstellung weitergearbeitet. Laut Ausschreibungen sind die Arbeiten bis Anfang März 2023 abzuschlieĂen.cite-ref-239[239]cite-ref-240[240]
Bis 2019 sollten 177 ICE-ZĂźge ETCS erhalten. Die Kosten, einschlieĂlich der Wiederzulassung der nachgerĂźsteten Fahrzeuge, betragen fast 90 Millionen Euro.cite-ref-spiegel-2015-50-114-216-1[216] Mitte 2021 war ETCS im Netz der Deutschen Bahn auf einer Länge von 340 km in Betrieb.cite-ref-bt-19-1931824-222-1[222]
Flächenhafte Einfßhrung
Ende 2015 kĂźndigte die Deutsche Bahn im Rahmen des Konzepts Zukunft Bahn an, durch einen âbeschleunigten Ausbau von ETCS in allen Korridoren bis 2030â ein âErfolgsbeispiel fĂźr die Modernisierung von Infrastruktur in der EU schaffenâ und âVorreiter bei der flächendeckenden EinfĂźhrung von neuer Technologieâ sein zu wollen. In Verbindung mit NeuPro sollen die Verspätungsminuten aus der Leit- und Sicherungstechnik halbiert und âInvestitionssynergienâ von etwa 1,8 Milliarden Euro realisiert werden. Ferner sollen die Kosten von Betrieb und Instandhaltung gesenkt, Flächenorganisationen in der Instandhaltung zusammengelegt und eine Basis fĂźr autonomes Fahren geschaffen werden. In Gesprächen zwischen Bund und DB soll eine Entscheidung Ăźber den Start der UmrĂźstung getroffen werden.cite-ref-db-2015-12-241-0[241] Damit kĂśnne die Streckenkapazität auch auf hochbelasteten Strecken um 5 bis 10 Prozent gesteigert werden (Stand: 2015) und Trassenpreise gesenkt werden.cite-ref-taz-2015-12-18-242-0[242] Eine Machbarkeitsstudie des Unternehmens von 2017 sah vor, zwischen 2020 und 2023 zunächst der GroĂteil der Triebfahrzeuge mit ETCS auszurĂźsten, von 2023 bis 2030 80 Prozent des Streckennetzes mit Digitalen Stellwerken und ETCS ohne Signale. Bis 2037 wĂźrde der Rest des Netzes folgen.cite-ref-bmvi-2017-02-20-243-0[243]cite-ref-bm-2017-05-46-244-0[244] Die DB schlug drei Pilotprojekte fĂźr die âDigitale Schieneâ (DSTW und ETCS) vor, die mit einem Gesamtumfang von drei Milliarden Euro bis 2025 realisiert werden sollen: Die AusrĂźstung einer S-Bahn-Linie in Hamburg, einen Demonstrations-Knotenpunkt im GroĂraum Stuttgart sowie eine Achse von Hamburg Richtung Brenner.cite-ref-handelsblatt-2018-131-4-245-0[245]cite-ref-spiegel-2018-31-62-246-0[246] Durch digitale Stellwerkstechnik und ETCS soll die Kapazität des Netzes um 20 Prozent gesteigert werden. Ein Zeitplan zur EinfĂźhrung sollte dem DB-Aufsichtsrat im Herbst 2018 vorgestellt werden.cite-ref-spiegel-2018-31-62-246-1[246] 2019 nannte die DB einen Wert von bis zu 35 Prozent.cite-ref-db-2019-06-10-247-0[247]
DB Netz erwartet durch eine netzweite EinfĂźhrung von ETCS Level 2 Einsparungen von 640 Millionen Euro pro Jahr (Stand: 2016).cite-ref-dvz-2016-02-12-248-0[248] Rund die Hälfte der Infrastrukturkosten eines neuen Stellwerks der DB entfallen auf Feldelemente und AuĂenverkabelung.cite-ref-sd-99-5-24-249-0[249] Die EinfĂźhrung wĂźrde wenigstens 15 Jahre dauern und notwendige UmrĂźstung von Strecken und Stellwerken 20 bis 25 Milliarden Euro kosten, die durch EU, Bund und DB finanziert werden kĂśnnten.cite-ref-taz-2015-12-18-242-1[242] FĂźr die StellwerksumrĂźstung sollen Mittel aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II in HĂśhe von einer halben Milliarde Euro pro Jahr verwendet werden. Ăber die Finanzierung soll mit der 2017 ins Amt kommenden neuen Bundesregierung verhandelt werden.cite-ref-eri-2016-94-250-0[250]cite-ref-eurailpress-2015-12-18-251-0[251] Im Februar 2017 schrieb das Bundesverkehrsministerium eine Machbarkeitsstudie zum flächenhaften Einsatz von ETCS, Ăźber einen Zeitraum von 20 Jahren, aus.cite-ref-ted-73028-2017-252-0[252] Eine Untersuchung der DB Netz AG habe zuvor ergeben, dass mit ETCS und NeuPro eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Leit- und Sicherungstechnik erreicht werden kĂśnne, soweit alle Fahrzeuge frĂźhzeitig mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-bmvi-2017-02-20-243-1[243] Der Auftrag wurde Ende Juli 2017 fĂźr 2,9 Millionen Euro an McKinsey vergeben.cite-ref-253[253] Bis Mitte 2018 sollten die technische Umsetzung, Zeitplan, Finanzierung sowie den volkswirtschaftlichen Nutzen aufgezeigt werden.cite-ref-db-2018-01-25-218-1[218] Der im Dezember 2018 vorgelegte Schlussbericht empfahl eine schrittweise flächenhafte EinfĂźhrung von Digitalen Stellwerken und ETCS bis 2040. Der Investitionsbedarf fĂźr die Infrastruktur wurde dabei auf etwa 28 Milliarden Euro, der fĂźr die Fahrzeuge auf etwa 4 Milliarden Euro geschätzt. Dem stehe ein Nutzen gegenĂźber, der sich jährlich erhĂśhen und 2040 eine Milliarde Euro pro Jahr erreichen werde und eine Senkung von Trassenpreisen zulasse.cite-ref-mckinsey-2018-12-254-0[254] Bis Mitte der 2020er Jahre sollten laufende ETCS-Projekte abgeschlossen sowie erste Netzbezirke und Fahrzeuge umgerĂźstet werden. Daran sollte sich ein industrialisierter Rollout von 2025 bis 2040 anschlieĂen.cite-ref-mckinsey-2018-12-254-1[254] Im Zeitraum 2020 bis 2025 sollten drei MaĂnahmenpakete im Gesamtumfang von 1,7 Milliarden Euro umgesetzt werden.cite-ref-db-2018-09-19-255-0[255]
Die Deutsche Bahn erwartete 2018 im Rahmen des inzwischen als âDigitale Schiene Deutschlandâ bezeichneten Programms allein durch neue Stellwerke, ETCS und Blockverdichtung eine Kapazitätssteigerung um bis zu 20 Prozent.cite-ref-db-2018-01-25-218-2[218]cite-ref-ei-2024-02-47-256-0[256] ETCS sei das HerzstĂźck des Programms.cite-ref-db-2018-01-257-0[257] In dem im Februar 2018 vorgestellten Koalitionsvertrag spricht sich eine mĂśgliche Regierungskoalition (CDU/CSU/SPD) fĂźr eine BundesfĂśrderung der ETCS-Strecken- und -FahrzeugausrĂźstung aus.cite-ref-koalitionsvertrag-bund-258-0[258] Laut Angaben des Bundesverkehrsministeriums werde ETCS L3 angestrebt, zunächst solle jedoch dieselbe Konfiguration mit Level 2 erreicht werden.cite-ref-bm-2018-01-70-259-0[259] Im Juni 2025 zog die DB InfraGO ihre Planungen von April 2024 fĂźr die AusrĂźstung von Strecken mit ETCS ohne ortsfeste Signale wieder zurĂźck. Hintergrund seien RĂźckmeldungen aus der Branche, insbesondere hinsichtlich der unklaren Finanzierung einer flächendeckenden FahrzeugumrĂźstung.cite-ref-260[260]
Im April 2024 verĂśffentlichte DB InfraGO den Entwurf einer ETCS-Migrationsstrategie bis Dezember 2029.cite-ref-261[261]cite-ref-262[262] Bis Ende Juni konnten Betroffene dazu Stellung nehmen.cite-ref-263[263] Nach zahlreichen RĂźckmeldungen kĂźndigte DB InfraGO Mitte Juli an, die aktualisierte Migrationsstrategie voraussichtlich erst Ende 2024 vorzulegen.cite-ref-db-2024-07-11-264-0[264]
studie-gesamtstrategie-etcs Im Mai 2023 schrieb der Bund eine âNeuausrichtung Gesamtstrategie ETCSâ mit einem erwarteten Gesamtwert von 4,7 Millionen Euro aus.cite-ref-265[265] Laut einem Medienbericht von Juli 2024 sollen laut der Studie wichtige Korridore bis etwa 2036 mit dem System ausgerĂźstet werden, das gesamte Netz bis 2043. Die Kosten fĂźr die netzweite Digitalisierung der Eisenbahninfrastruktur werden demnach inzwischen mit 64 Milliarden beziffert, die Kosten der FahrzeugausrĂźstung (einschlieĂlich fahrerlosem Fahren) auf 38 Milliarden Euro. Dem stĂźnde bis 2070 ein Nutzen von 102,5 Milliarden Euro gegenĂźber. Die Gewinnschwelle werde 2064 erreicht.cite-ref-266[266] Diese Werte schlieĂen neben ETCS auch noch weitere MaĂnahmen wie neue Stellwerke und FRMCS mit ein.cite-ref-etr-2024-07-07-267-0[267] Die Studie sollte Ende September 2024 verĂśffentlicht werden.cite-ref-268[268] Eine auf August 2024 datierte Kurzfassung wurde im März 2025 verĂśffentlicht.cite-ref-fragdenstaat-970472-269-0[269]cite-ref-270[270]
Im Januar 2025 informierte die DB InfraGO, mit vier Lieferanten einen Volumenvertrag mit einem Volumen von 6,3 Mrd. Euro abgeschlossen zu haben, der u. a. ETCS vorsieht.cite-ref-bt-20-15102-220-1[220]
Finnland
In Finnland soll Projekt Lielahti-Rauma/Pori ETCS mit Zugintegritätsßberwachung auf einer Länge von 191 km eingefßhrt werden. Der Aufbau soll 2024 beginnen, die vollständige Inbetriebnahme ist fßr 2027 vorgesehen. Bis 2040 soll das gesamte Netz mit ETCS ausgerßstet werden.cite-ref-273[273]cite-ref-274[274]
Frankreich
In Frankreich wurde die LGV Est europĂŠenne neben dem bestehenden TVM-System (TVM 430) auch mit ETCS ausgerĂźstet.cite-ref-sd-98-12-44-275-0[275]
Die Ăbergänge zur LGV Interconnexion Est sind durch Levelwechsel von ETCS 2 (Level 2 wird in Frankreich auch als ETCS 2cite-ref-276[276] bezeichnet) nach TVM 430 ausgerĂźstet, dabei wird abhängig vom befahrenen Gleis mit einer anderen Geschwindigkeit Ăźbergeben, auf der Nordkurve mit 170, auf der SĂźdkurve mit 230 km/h. In Richtung Strasbourg werden die Wechsel von TVM 430 nach ETCS 2 erst einige Kilometer nach der Einfädelung in Richtung Strasbourg ausgefĂźhrt, hier ist der Wechsel theoretisch mit 300 km/h mĂśglich, die an dieser Stelle maximal gefahren werden dĂźrfen.cite-ref-277[277]
Der Ăbergang von der LGV Est europĂŠenne auf die Bahnstrecke ParisâStrasbourg in HĂśhe Vaires-Torcy erfolgt mit 220 km/h in beide Richtungen. Somit wird hier ein Levelwechsel von ETCS 2 zu KVB oder umgekehrt mit maximaler Geschwindigkeit auf der Altstrecke durchgefĂźhrt.
Im September 2009 vergab der Infrastrukturbetreiber RFF den Auftrag zur Ausrßstung der franzÜsischen Abschnitte der Gßterverkehrskorridore C und D mit ETCS Level 1 FS. Zunächst wurden 120 Signale in Lothringen (nahe der Grenze zu Luxemburg) fßr 7,5 Millionen Euro ausgerßstet und sind bereits in Betrieb. Die weiteren 4100 Signale sollten in einer zweiten Stufe folgen.cite-ref-sd-103-10-42-278-0[278]
Die im Jahr 2017 fertiggestellten Hochgeschwindigkeitsstrecken Bretagne-Pays de la Loirecite-ref-279[279] und LGV Sud Europe Atlantique sind neben ETCS Level 2 zusätzlich mit dem nationalen Zugbeeinflussungssystem TVM 300 ausgerßstet, sodass auf ihnen alte TGVs ohne ETCS-Ausrßstung und nur dem Zugbeeinflussungssystem TVM 300 (Die Fahrzeuge verfßgen nicht ßber TVM 430.) bis zur Ausmusterung verkehren kÜnnen. Fßr die Anschlßsse an die Altstrecken wird ETCS Level 1 FS (SRS 2.3.0d) verwendet.
Wenn in Frankreich Gefälleabschnitte eine gewisse Länge und Neigung ßberschreiten, gilt dieselbe Regelung wie beim TVM 430, d. h. es wird vor dem Gefälle eine Langsamfahrstelle mit Geschwindigkeitreduktion z. B. von 320 auf 300 oder 270 km/h angeordnet, während fßr die Gegenrichtung in der Regel die StreckenhÜchstgeschwindigkeit beibehalten wird. Ein Beispiel dafßr ist der Abschnitt auf der LGV Est europÊenne kurz vor der Abzweigung zur Bahnstrecke Metz-Nancy, hier wird die Geschwindigkeit vor dem Gefälle auf 270 km/h reduziert, fßr die Gegenrichtung ist mit 320 km/h keine Einschränkung vorhanden.
Italien
Italien hatte fĂźr die Hauptstrecken schon Anfang der 1960er Jahre RS4 Codici entwickelt. Dieses linienfĂśrmige Zugbeeinflussungssystem mit FĂźhrerstandssignalisierung nutzte kodierte Gleisstromkreise des Selbstblocks BAcc zur Ăbertragung der Signalbilder auf den FĂźhrerstand. Auf der 1977 in Betrieb genommenen Schnellfahrstrecke FlorenzâRom kam mit RS9 Codici ein erweitertes System zum Einsatz, das auf der gleichen Technik beruhte. Im Gegensatz zu RS4 Codici, das fĂźr eine HĂśchstgeschwindigkeit bis 180 km/h ausgelegt ist, kann RS9 Codici bis zu einer Geschwindigkeit von 250 km/h genutzt werden. In Italien ist bei Fahrgeschwindigkeiten grĂśĂer 150 km/h ähnlich wie in Deutschland eine FĂźhrerstandssignalisierung verbindlich vorgeschrieben. Der Betrieb der Schnellfahrstrecke FlorenzâRom zeigte jedoch, dass das 3 kV-Bahnstromsystem keine weiteren Leistungssteigerungen mehr mĂśglich macht, weshalb alle nachfolgenden Schnellfahrstrecken mit 25 kV Wechselspannung bei 50 Hz elektrifiziert wurden. Weil BAcc mit 50 Hz-Gleisstromkreisen arbeitet, konnte es auf diesen Strecken nicht mehr verwendet werden, weshalb die Schnellfahrstrecken mit ETCS L2oS ausgerĂźstet wurden.
Am 19. Dezember 2005 ging die Schnellfahrstrecke RomâNeapel in Betrieb, auf der unter ETCS L2 ohne Signalecite-ref-sd-98-12-44-275-1[275] 300 km/h erreicht werden.cite-ref-sd-98-11-30-280-0[280] Ende 2020 wurde die Schnellfahrstrecke FlorenzâRom von Florenz bis Arezzo Sud auf ETCS L2-Betrieb mit Baseline 3 umgestellt,cite-ref-7-281-0[281] die restlichen Abschnitte sollen bis Ende 2021 folgen.cite-ref-282[282] Es ist kein Parallelbetrieb mit SCMT vorgesehen, BAcc wird bei der Umstellung auĂer Betrieb genommen.cite-ref-7-281-1[281]
ETCS Level 2 wird auf allen neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken verwendet. Die AusrĂźstung einiger wichtiger Bestandsstrecken, allen voran die AlpenĂźbergänge, ist bereits in Vorbereitung. Die Bahnstrecke ChiassoâMailand, die Teil des ERTMS-Korridors A ist, soll als Strecke ohne Hochgeschwindigkeitsverkehr komplett mit ETCS L2 ausgerĂźstet werden. Der im Januar 2016 bekannt gegebene Zweieinhalbjahresvertrag hat ein Volumen von 34 Millionen Euro.cite-ref-283[283]
Die Systeme RS4 Codici und RS9 Codici sind nur fßr Hauptstrecken geeignet, weil deren Installation BAcc verlangt. Deshalb mßssen auch die Streckengleise durchgängig mit Gleisstromkreisen versehen werden und Gleisfreimeldeeinrichtungen mit Achszählern sind nicht verwendbar.cite-ref-284[284] Weiter war die Geschwindigkeitsßberwachung der Systeme sehr rudimentär und konnte Einschränkungen aufgrund von BÜgen oder Baustellen nicht ßberwachen. Es wurde deshalb Mitte der 1990er SCMT entwickelt, das mit Eurobalisen und anderen Komponenten des ETCS-Systems arbeitet. In den Balisen wird das national definierbare Paket 44 fßr die Informationsßbertragung an die Bordausrßstung des mit SCMT ausgerßsteten Fahrzeugs verwendet.
SCMT kann sowohl eigenständig als punktfĂśrmiges Zugbeeinflussungssystem verwendet werden, das eine ähnliche Funktionalität wie ETCS L1 hat, oder zusammen BAcc, wo es durch die InformationsĂźbertragung Ăźber die Gleisstromkreise zu einem linienfĂśrmigen Zugbeeinflussungssystem wird. Die Eurobalisen liefern punktfĂśrmig detaillierte Informationen zu Signalabstand, Langsamfahrstellen, zulässiger HĂśchstgeschwindigkeit und Steigung/Gefälle, sodass der Bordrechner von SCMT jederzeit die HĂśchstgeschwindigkeit Ăźberwachen kann und ein Zug durch Ăberwachung der Bremskurve sicher vor einem Gefahrenpunkt anhalten kann.
Italien hatte bis in die 2000er Jahre kein Zugbeeinflussungssystem fĂźr Nebenstrecken, weshalb die Triebfahrzeuge durchgehend mit zwei TriebfahrzeugfĂźhrern besetzt waren. 2006 plante der italienische Infrastrukturbetreiber RFI, das konventionelle Netz mit ETCS L1 auszurĂźsten, wobei abschnittsweise auch Radio-Infill verwendet werden soll.cite-ref-eri-2006-284-285-0[285] Nach dem schweren Eisenbahnunfall auf der Bahnstrecke VeronaâBologna bei Crevalcore im Januar 2005cite-ref-286[286] wurden bis Ende 2007 alle Haupt- und Ergänzungsstrecken mit SCMT nachgerĂźstet.cite-ref-287[287]
RFI gab im Februar 2016 bekannt, im Laufe eines Jahrzehnts wesentliche Teile des Regionalverkehrsnetzes mit ETCS L2 auszurĂźsten zu wollen. Bis 2020 sowie bis 2025 sollten dazu jeweils zehn neue ETCS-Zentralen in Betrieb gehen. In den Knoten Rom, Mailand und Florenz soll ab Ende 2018 eine erweiterte Form von ETCS L2 mit dichten, virtuellen Gleisfreimeldeabschnitten erprobt werden.cite-ref-rgz-2016-4-40-62-1[62]cite-ref-288[288] Mit âETCS High Densityâ sollen auf einer Länge von je rund 50 km heute 1350 m lange Zugfolgeabschnitte in vier je rund 350 m lange virtuelle Blockabschnitte geteilt werden. Neapel, Turin, Bologna und Genua sollen folgen, GPRS und ATO integriert werden. Die Vergabe fĂźr die erste Welle solle im Juni 2018 erfolgen, die Gesamtkosten dafĂźr rund 100 Millionen Euro betragen. Erste Inbetriebnahmen seien fĂźr 2020/2021 geplant.cite-ref-irj-2018-03-46-289-0[289]
RFI schrieb im August 2021 die AusrĂźstung fĂźnf weiterer Regionen mit ETCS aus. Bis 2026 sollen fĂźr erwartete 500 Millionen Euro weitere 3400 Netzkilometer ausgerĂźstet werden. Erstmals sollen in Italien nicht nur Hochgeschwindigkeitsstrecken, sondern auch Nebenbahnen ausgerĂźstet werden.cite-ref-290[290]cite-ref-291[291] Der entsprechende Vertrag, mit einem Volumen von 500 Millionen Euro, wurde im Februar 2022 geschlossen.cite-ref-292[292]cite-ref-sd-114-4-54-293-0[293]
Im Dezember 2021 folgte eine Ausschreibung Ăźber weitere AusrĂźstungsaufträge mit einem erwarteten Gesamtwert von 2,774 Milliarden Euro, finanziert aus Mitteln dem nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan.cite-ref-294[294] Im 1. Halbjahr 2022 vergab RFI die AusrĂźstung von insgesamt 4220 Streckenkilometern mit einem Gesamtumfang von 2,7 Milliarden Euro. Der 1,3 Milliarden Euro bzw. 1885 Streckenkilometer umfassende âCentro Nordâ-Vertrag wurde an Hitachi Rail STS, ECM und MerMec STE, Infratech Consorzio Stabile und Atlante vergeben.cite-ref-rgi-2022-07-14-295-0[295]cite-ref-ted-205-586010-296-0[296] Der rund 1400 km, 27 Strecken bzw. rund 900 Millionen Euro umfassende âCentro Sudâ-Vertrag ging an Alstom Ferroviaria und schlieĂt auch neue Stellwerke und GSM-R mit ein.cite-ref-ted-205-586010-296-1[296]cite-ref-alstom-2022-10-19-297-0[297] Der 530 km bzw. 323 Millionen Euro umfassende âCentroâ-Vertrag wurde an MerMec STE und Salcef vergeben. Der âSudâ-Vertrag (405 km, 251 Millionen Euro) ging an ECM, Giuseppe Mercuri, Morelli Giorgio, ESIM und Guastamacchia.cite-ref-rgi-2022-07-14-295-1[295]cite-ref-ted-205-586010-296-2[296] Ende 2022 wurden Verträge Ăźber Leistungen der ETCS-AusfĂźhrungsplanung im Gesamtumfang von 513 Millionen Euro vergeben.cite-ref-298[298]
Mitte 2022 waren fast 2500 Netzkilometer mit ETCS ausgerĂźstet. Bis 2036 soll das gesamte Bestandsnetz (16 000 km) mit ETCS ausgerĂźstet sein.cite-ref-rgi-2022-07-5-299-0[299]
Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken soll vorerst weiterhin ETCS nach SRS 2.3.0d eingesetzt werden, da alle Hochgeschwindigkeitszßge mit entsprechenden Fahrzeuggeräten ausgerßstet sind und wegen der Elektrifizierung mit Wechselspannung kein Mischbetrieb erfolgt. Mitte 2018 waren 709 kmcite-ref-300[300] Hochgeschwindigkeitsstrecken mit ETCS L2oS in Betrieb. Demgegenßber sollen alle anderen Strecken nach SRS 3.4.0 ausgerßstet werden, da alle Triebfahrzeuge erst noch neue ETCS-Fahrzeugausrßstungen bekommen mßssen und damit die aktuelle Ausrßstung einheitlich und ohne Mehraufwand erfolgen kann. Insgesamt sollen 500 Millionen Euro aufgewendet werden.
Luxemburg
â
Hauptartikel
:
ETCS in Luxemburg
Die luxemburgische SociĂŠtĂŠ Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) hat sich als erster Netzbetreiber bereits 1999 fĂźr die netzweite EinfĂźhrung von ETCS entschieden. Seit dem 1. Januar 2020 wird der gesamte Schienenverkehr in Luxemburg mit ETCS Level 1 in der ETCS-Betriebsart Full Supervision betrieben.
Niederlande
Die EinfĂźhrung von ETCS, als Teil eines Programms zur ErtĂźchtigung der niederländischen Eisenbahn fĂźr das 21. Jahrhundert, wurde ab 1999 gefĂśrdert.cite-ref-sd-97-12-47-301-0[301] In den Niederlanden wurde die AusrĂźstung einer Pilotstrecke (ZwolleâLeeuwarden, mit zweicite-ref-sd-99-3-15-302-0[302] ZĂźgen) im Oktober 2001 begonnen und Versuchsfahrten im März 2002 aufgenommen. Auf 26 km Länge kam ETCS Level 2 zum Einsatz, das auf 12 km von ETCS Level 1 Ăźberlagert wurde.cite-ref-sd-96-6-17-303-0[303] 2005 erfolgten auf verschiedenen Strecken Testfahrten verschiedener Hersteller, bei den erstmals Fahrzeug- und StreckenausrĂźstung unterschiedlicher Hersteller in sogenannten Crosstests zusammen erprobt wurden.cite-ref-sd-97-4-40-304-0[304]cite-ref-sd-97-7-49-305-0[305] Die Betuweroute ist seit 2007, die Ausbaustrecke AmsterdamâUtrecht und seit 2009 die grenzĂźberschreitende Schnellfahrstrecke SchipholâAntwerpen mit ETCS Level 2 in Betrieb.
Im Mai 2003 wurde die StreckenausrĂźstung der viergleisigen, 30 km langen Strecke zwischen Amsterdam und Utrecht vergeben und zwischen August 2005 und Dezember 2006 in vier Stufen in Betrieb genommen.cite-ref-sd-97-12-47-301-1[301] Der Auftragswert, der auch ein Elektronisches Stellwerk und konventionelle Signale mit einschlieĂt, belief sich auf 23 Millionen Euro.cite-ref-sd-98-7-47-306-0[306]
In den Niederlanden wird ETCS nach SRS 2.3.0 verwendet (Stand: 2006).cite-ref-sd-98-9-6-307-0[307]
Am 8. Dezember 2014 wurde im Bereich von Zevenaar das Zugbeeinflussungssystem von ATB auf ETCS L2 umgestellt.
Eurobalisegestßtzte Klasse-B-Transitionen auf deutsch-niederländischer Grenzinfrastruktur sind seit 2010 folgenden Streckenabschnitten aktiv:
⢠Laarwald â Coevorden (Streckennummer 9203)
⢠Bad Bentheim â Oldenzaal (Streckennummer 2026)
⢠Kaldenkirchen â Venlo (Streckennummer 2510)
⢠Herzogenrath â Landgraaf (Streckennummer 2543)
sowie an folgenden an belgisch-niederländischen Streckenabschnitten:
⢠Essen (Belgien) â Roosendaal
⢠VisĂŠ â Maastricht
Bis 2028 sollten groĂe Teile des Streckennetzes mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden, insbesondere im dicht besiedelten Westen des Landes. Die geschätzten Kosten von 2,5 Milliarden Euro werden vom niederländischen Staat finanziert.cite-ref-eri-2014-298-308-0[308] Im Januar 2016 wurden VerzĂśgerungen bekannt. Der Zeitplan der UmrĂźstung, der alle TEN-Korridorstrecken und Hauptachsen des niederländischen Netzes umfasst, sollte unter anderem aufgrund einer Kritik an mangelndem Projekt- und Kostenmanagement sowie VerzĂśgerungen in den Nachbarländern, Ăźberarbeitet werden.cite-ref-rgz-2016-01-18-309-0[309] Der zu Grunde liegende InfrastrukturausrĂźstungsvertrag mit einer Laufzeit von 37 Jahren wurde Ende 2020 ausgeschrieben.cite-ref-railtech-2020-12-22-310-0[310] Die Anbindung der ETCS-Streckenzentralen wurde nach EULYNX spezifiziert.cite-ref-311[311] Der Zuschlag wurde im März 2022 an Thales erteilt, mit einem Volumen von rund 420 Millionen Euro.cite-ref-312[312]
Mitte 2016 Ăźbten die NS eine Option zum Kauf weiterer acht Traxx-Lokomotiven (mit ETCS Level 2) aus, die im Intercity-Verkehr Ăźber die HSL SĂźd eingesetzt werden sollen.cite-ref-irj-2016-7-17-313-0[313] Zwischen 2021 und 2025 sollen die RegionalzĂźge der NS-Baureihe SLT mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-rgz-2015-4-54-314-0[314]
Ab 2026 soll ETCS auf der eingleisigen Strecke zwischen Leeuwarden und Harlingen Haven getestet werden. Ferner soll die 25 km lange Zeeuwse Lijn ab 2029 als Teststrecke fungieren, da sie repräsentativ fßr das niederländische Netz sei.cite-ref-315[315]
Norwegen
In Norwegen beschäftigt man sich seit 2008 mit der Nutzung und den MĂśglichkeiten von ETCS.cite-ref-316[316] Aus den Untersuchungen folgte 2012 ein Regierungsbeschluss, welcher das System zum Standard des zukĂźnftigen Signalisierungs- und Zusicherungssystems erhob. Daraufhin wurde seit November 2013 mit der Einrichtung eines Pilotbetriebes auf dem Abschnitt MysenâSarpsborg der Ăstfold-Strecke begonnen.cite-ref-rgz-2015-10-7-317-0[317] Dazu wurden die bisherigen Lichtsignalanlagen entfernt und durch eine StreckenausrĂźstung fĂźr ETCS L2 ersetzt. Bis September 2015 wurde der verbleibende Abschnitt bis Ski der insgesamt 80 km langen Strecke mit SRS 2.3.0d ausgerĂźstet und an das zentrale Verkehrsleitzentrum in Oslo angeschlossen. Zum Test wurden neun TriebzĂźge der NSB Type 74 mit ETCS L2 ausgerĂźstet.
Bereits Ende 2014 wurde mit der Vorbereitung einer ETCS-Level-2-Ausschreibung fĂźr die Bahnstrecke LuleĂĽâNarvik begonnen.cite-ref-rgz-2015-1-16-318-0[318] Aufgrund der Dringlichkeit der Erneuerung der veralteten und stĂśranfälligen Zugsicherungstechnik wurde 2016 die parlamentarische Entscheidung getroffen, welche eine finanzielle Sicherstellung der geplanten AusrĂźstung des gesamten Netzes mit ETCS L2 bis zum Jahr 2030 ermĂśglicht. Die erwarteten Kosten, einschlieĂlich der FahrzeugausrĂźstung, betragen 26 Milliarden Norwegische Kronen. Der Infrastrukturbetreiber Jernbaneverket (seit dem 1. Januar 2017: Bane NOR) erhielt von der norwegischen Regierung im Mai 2016 die Erlaubnis, ein entsprechendes dreiteiliges Vergabeverfahren voranzutreiben.
Infrastruktur, FahrzeugausrĂźstung und Verkehrsleitsystem wurden getrennt ausgeschrieben und vergeben. Im Jahr 2018 wurden die drei Verträge nach europaweiter Ausschreibung vergeben. Die AusrĂźstung erfolgt mit ETCS Level 2 âohne Signaleâ nach Baseline 3cite-ref-rj-2018-03-20-319-0[319]cite-ref-rgz-2018-03-27-320-0[320] und soll ab 2018/2019 beginnen.cite-ref-rgz-2016-6-9-321-0[321]
Der Auftragsteil Infrastruktur wurde an Siemens vergeben und umfasst die gesamte Streckenausrßstung fßr das Netz mit 4200 km Streckenlänge und 375 BahnhÜfen. Die Grundlage der digitalen Infrastruktur bildet die Eulynx-Spezifikation. Der Auftrag beinhaltet die Wartung ßber 25 Jahre und hat ßber die gesamte Laufzeit ein Volumen von rund 800 Millionen Euro.cite-ref-siemens-2018-04-06-322-0[322] Es kommen Stellwerke vom Typ SIMIS Wcite-ref-323[323] sowie das IP-basierte Streckenkommunikationssystem vom Typ Sinet zum Einsatz.cite-ref-324[324] Es werden u. a. 10 000 Eurobalisen und 7 000 Achszähler benÜtigt.
Durch die flächenhafte EinfĂźhrung neuer Stellwerke und ETCS werden 336 Stellwerke 15 verschiedener Bauarten, die vielfach in den 1950er Jahren errichtet wurden, ĂźberflĂźssig.cite-ref-rgi-2021-02-22-325-0[325] Im Laufe des Jahres 2022 wurde erkannt, dass die Inbetriebnahme von Infrastruktur und Fahrzeugen zum Jahresende 2022 nicht mĂśglich sein wird. Deshalb wurde die ErĂśffnung um ein Jahr verschoben. Die Reihenfolge der Projektinbetriebnahmen sollten jedoch beibehalten werden. Deshalb sollte nunmehr, im Herbst 2023 und Ende 2024 statt zum 31. Oktober 2022 und in zwei Stufen der ETCS-Betrieb auf der Nordlandsbane (GrongâBodø) aufgenommen werden.cite-ref-rgi-2023-01-326-0[326]cite-ref-327[327]cite-ref-9-328-0[328] Als GrĂźnde wurden globale Lieferkettenprobleme und VerzĂśgerungen bei der FahrzeugausrĂźstung genannt.cite-ref-rgi-2023-01-326-1[326] Nachfolgend sollen die Bergensbane (HønefossâBergen) und die Ofotbane (Schwedische GrenzeâNarvik) ausgerĂźstet werden. Danach sollte bis zum Jahr 2026 der gesamte GroĂraum Oslo auf ETCS umgestellt werden. Nachfolgend sollten bis 2034 die restlichen Strecken ausgerĂźstet werden.
Der Gesamtauftrag der FahrzeugausrĂźstung wurde Mitte 2018 an Alstom vergeben.cite-ref-329[329] Bis 2026 sollten zunächst 467 Fahrzeuge (55 Baureihen) ausgerĂźstet sein.cite-ref-ei-2018-07-16-330-0[330] Laut späteren Angaben sollen 498 Triebfahrzeuge aus 47 Baureihen ausgerĂźstet werden.cite-ref-331[331] Der staatliche Infrastrukturbetreiber BaneNor Ăźbernimmt dabei die Koordination fĂźr die Fahrzeuginstallation bei allen nationalen Betreibern. Ăhnlich den StreckenausrĂźstungen gibt es auch bei den FahrzeugausrĂźstungen und -inbetriebnahmen VerzĂśgerungen.cite-ref-9-328-1[328] Die Serienzulassungen sowie die UmrĂźstung entsprechender Mengen von Fahrzeugen fĂźr die Betriebsaufnahme sollen im Herbst 2023 erfolgt sein. Die SerienumrĂźstung soll mĂśglichst bis 2026 abgeschlossen werden.cite-ref-rgi-2021-02-22-325-1[325]
Der Auftrag fĂźr das zentrale Verkehrsleitsystem wurde an Thales vergeben.cite-ref-332[332] Es soll drei bisherige Verkehrssteuerungszentralen ersetzen.cite-ref-3-333-0[333] In einer ersten Phase werden alle Strecken mit dem alten Signalsystem angeschlossen. Danach werden mit Inbetriebnahme der neuen ETCS-AusrĂźstung diese Strecken neu angeschlossen. Organisatorisch wird das Netz zukĂźnftig in die drei Steuerbereiche Ost, SĂźdwest und Nord gegliedert.
Im Oktober 2019 wurde ein Kompetenzzentrum Campus Nyland in Oslo erĂśffnet.cite-ref-334[334] Dort befinden sich in Testlaboren alle Komponenten der ETCS-Einrichtungen. Die Einrichtung steht den drei Lieferanten fĂźr die Inbetriebnahme zur VerfĂźgung und wird der Schulung von mehr 5000 Mitarbeitern an der neuen Technik dienen.
Im Oktober 2023 wurde ein neuer AusrĂźstungsplan bekanntgegeben, in dessen Rahmen der GroĂraum Oslo ans Ende rĂźckt und zwischen 2030 und 2034 ausgerĂźstet werden soll.cite-ref-335[335]cite-ref-336[336] Am 16. November 2024 wurde auf einem 67 km Teilabschnitt der Gjøvikbanen, die rein von TriebzĂźgen des Personenverkehrs befahren wird, ETCS in Betrieb genommen.cite-ref-337[337]cite-ref-banenor-2024-11-19-338-0[338] Laut Angaben vom Mai 2025 erwartete Bane Nor inzwischen eine VerzĂśgerung der landesweiten Umsetzung bis 2040. Nunmehr soll ETCS auf der Vestfoldbahn (DrammenâSkien) im August 2026 in Betrieb genommen werden, gefolgt vom Abschnitt GrongâBodø der im Jahr 2027. Die Solørbahn (ElverumâKongsvinger) und die Rørosbahn (HamarâTrondheim) sollen 2028 folgen, 2029 schlieĂlich die Bergenbahn (OsloâBergen), die Dovrebahn (OsloâTrondheim) und die FlĂĽmbahn (MyrdalâFlam).cite-ref-339[339]
Aufgrund anhaltender VerzÜgerungen bei allen drei Lieferanten erwägt Norwegen inzwischen, auch modernisierte Strecken zunächst noch in mit dem bisherigen System auszurßsten. Ein neuer Ausrßstungsplan soll im Frßhjahr 2025 bekanntgegeben werden.cite-ref-db-2024-10-17-340-0[340]cite-ref-banenor-2024-11-19-338-1[338]
Ăsterreich
Siehe auch
:
Abschnitt âETCS-EinfĂźhrungenâ mit Angaben zu den Inbetriebnahmen in Ăsterreich
Stand April 2024 betrieben die Ăsterreichischen Bundesbahnen 616 km ETCS, davon 461 km im Level 2.cite-ref-341[341]
Am 9. November 1999 wurde mit einer Demonstrationsfahrt nach Hegyeshalom das Pilotprojekt âETCS Wien â Budapestâ präsentiert.cite-ref-eri-2000-32-342-0[342] Ab Mitte 2001 wurde im Feldversuch der Streckenabschnitt Wien â Nickelsdorf der Ostbahn fĂźr Level 1 ausgerĂźstet. Am 22. September 2005 wurde ETCS Level 1 auf der 247 km langen Strecke Wien â Hegyeshalom â Budapest in Betrieb genommen.cite-ref-eri-2005-592-343-0[343]cite-ref-344[344]
Am 30. April 2008cite-ref-eri-2010-222-345-0[345] wurde bei den ĂBB unter den Gesellschaften ein internes Konzernprogramm unter dem Namen âETCS Level 2â gestartet. Teile und Ziele des Projekts waren die Vergabe der Infrastruktur- und Fahrzeugausstattung an Industrie (2009), die DurchfĂźhrung von GSM-R-Tests, die Inbetriebnahme der Probestrecke (Inntaltunnel; 2010) sowie der Regelbetrieb (Q4/2012).
Der Auftrag fßr die Ausrßstung aller Neubaustrecken und einiger Hauptstrecken (darunter die Westbahn) mit ETCS Level 2 bis Ende 2013 wurde an ein Konsortium aus Siemens und Thales vergeben. Der Auftrag fßr die Ausrßstung von 449 Fahrzeugen (bis Ende 2015) wurde im Jänner 2010 fßr 90 Millionen Euro an Alstom vergeben.cite-ref-346[346]cite-ref-wirtschaftsblatt-2010-3529-2-347-0[347] 2012 wurde ETCS Level 2 zwischen Wien und St. PÜlten (etwa 60 km), zwischen WÜrgl und Innsbruck (etwa 65 km) sowie zwischen Kundl und Baumkirchen (ca. 40 km) in Betrieb genommen.cite-ref-sd-108-6-40-348-0[348]
Das BMVIT forderte die ĂBB im Dezember 2012 auf, eine ETCS-Strategie vorzulegen. Im Februar 2013 startete die ĂBB-Holding das Projekt âETCS-Strategie 2025+â, deren Planung im Juni 2013 abgeschlossen sein sollte. Der Rechnungshof kritisierte in einem Dezember 2015 verĂśffentlichten Bericht zur Triebfahrzeug-Beschaffungsstrategie der ĂBB unter anderem das Fehlen einer abgestimmten Strategie zur ETCS-EinfĂźhrung.cite-ref-eri-2016-65-349-0[349]
Mitte 2016 konnte, mit knapp zwei Jahren Verspätung aufgrund von Problemen im Betrieb, ETCS L2 im Abschnitt BernhardsthalâWien SĂźĂenbrunnâWien Simmering der Nordbahn bzw. Laaer Ostbahn dem planmäĂigen Einsatz Ăźbergeben werden.
Die Strecken mit Inbetriebnahme bis zum Jahr 2017 wurden/werden nach Class 1 â 2.3.0d ausgerĂźstet, fĂźr die anderen Strecken ist Baseline 3 vorgesehen.cite-ref-oebbinfra-117-29[117]
Die AusrĂźstung der Stammstrecke der S-Bahn Wien mit ETCS Level 2 wird im Zuge der Sanierungs- und AdaptierungsmaĂnahmen durchgefĂźhrt, um die Leistungsfähigkeit der Strecke zu erhĂśhen. Die AufrĂźstung soll nach dem Plan der ĂBB mit Ende der Sanierungen 2027 abgeschlossen sein.cite-ref-350[350]
Im Jahr 2020 verĂśffentlichte die ĂBB-Infrastruktur AG einen dreistufigen ETCS-Ausbauplan fĂźr die Jahre 2026, 2030 und 2038. Das ETCS-Netz soll von etwa 300 auf 3700 Kilometer ausgebaut werden. Ab 2025 wird nur mehr Baseline 3 (und nicht mehr Baseline 2.3.0d) unterstĂźtzt werden. Ein RĂźckbau der PZB auf ETCS-Strecken ist fĂźr 2030 anvisiert.cite-ref-351[351] Bis 2026 sollen unter anderem folgenden Strecken mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden:cite-ref-8-352-0[352]
⢠Koralmbahn
⢠KlagenfurtâTarvisio (KlagenfurtâVillach, VillachâTarvisio)
⢠WienâBruck/MurâSpielfeld-StraĂ (Bestandsstrecke bzw. Semmering-Basistunnel)
⢠LinzâAttnang-Puchheim (Westbahn; ehemals LinienfĂśrmige Zugbeeinflussung 1993â2021/2022)
⢠Bereich der Wiener S-Bahn sowie Wiener Hauptbahnhof
| Nr. | Strecke | Jahr |
|---|---|---|
| 101 | Linz â Wels | 2022 |
| 101 | Wels â Attnang-Puchheim â VĂścklabruck | 2022 |
| 101 | Wels â Haiding | 2022 |
| 401 | Lavanttal â Klagenfurt | 2023 |
| 106 | Wien Meidling â Inzersdorf Ort | 2023 |
| 106 | Inzersdorf Ort â Wampersdorf | 2023 |
| 118 | Wien Hbf â Staatsgrenze n. Nickelsdorf â Kittsee | 2023 |
| 302 | Abzw I1 â Staatsgrenze n. Steinach i. Tirol | 2024 |
| 413 | Klagenfurt Hbf â Staatsgrenze n. ThĂśrl-Maglern | 2024 |
| 409 | Klagenfurt Hbf â Weizelsdorf | 2024 |
| 401 | Graz â Weststeiermark | 2024 |
| 130 | St. PĂślten â Knoten Rohr | 2024 |
| 105 | Wien Meidling â Wr. Neustadt | 2024 |
| 106 | Wampersdorf â Wr. Neustadt | 2024 |
| 117 | Wien Stadlau â Staatsgrenze Marchegg | 2024 |
| 115 | Gänserndorf â Marchegg | 2024 |
| 105 | Graz Hbf â Staatsgrenze Spielfeld Str. | 2025 |
| 105 | Bruck/Mur â Graz Hbf | 2025 |
| 414 | Graz Hbf â Graz Stadion Liebenau | 2025 |
| 401 | Weststeiermark â Lavanttal (Koralm) | 2025 |
| 119 | Gramatneusiedl â Wampersdorf | 2025 |
| 121 | Wien West â Wien Penzing â Abzw HĂźtteldorf | 2025 |
| 120 | Wien Heiligenstadt â Wien Penzing | 2025 |
| 109 | Wien FJB â Wien Heiligenstadt â Nussdorf | 2025 |
| 105 | Wien Hbf LĂźckenschluss | 2025 |
| 101 | Hall i. Tirol â Innsbruck Hbf â Abzw I1 | 2026 |
| 130 | Linz â Wels | 2026 |
| 205 | Wels â Staatsgrenze n. Wernstein | 2026 |
| 135 | MĂźrzzuschlag â Gloggnitz (SBT) | 2026 |
| 105 | Wr. Neustadt â MĂźrzzuschlag | 2026 |
| 113 | Stockerau â Absdorf-Hippersdorf | 2026 |
| 173 | Krems â Herzogenburg | 2026 |
| 109 | Nussdorf â Absdorf-Hippersdorf | 2026 |
| 110 | Tulln â St. PĂślten | 2026 |
| 111 | Absdorf-Hippersdorf â Krems | 2026 |
| 122 | Wien Praterstern â Wien Meidling | 2026 |
| 124 | Inzersdorf Ort â Oberlaa | 2026 |
| 124 | Kaiserebersdorf â Bf Donaukai â Wien Brigittenau | 2026 |
| 114 | Wien Praterstern â SĂźssenbrunn | 2026 |
| 191 | Rennweg â Flughafen Wien | 2026 |
| 122 | Wien Meidling â Wien HĂźtteldorf | 2026 |
Polen
Im Dezember 2009 wurde der Auftrag zur AusrĂźstung der Bahnstrecke Grodzisk MazowieckiâZawiercie mit ETCS L1FS vergeben. Die Strecke sollte nach der im Juni 2011 vorgesehenen ETCS-Inbetriebnahme mit Geschwindigkeiten bis 200 km/h befahren werden.cite-ref-353[353] Die kommerzielle Inbetriebnahme erfolgte 2014 im Zusammenhang mit der Aufnahme des Regelbetriebes der Pendolino-ZĂźge.cite-ref-354[354] Im Jahr 2016 wurde der Wartungsvertrag fĂźr den Hersteller Thales bis Dezember 2019 verlängert.cite-ref-rgz-2016-1-16b-355-0[355]
ETCS L1FS war Ende 2014 auf einem 90 km langen Teilstßck im europäischen Korridor E65 zwischen Warschau und Gdynia in Betrieb, das teilweise mit 200 km/h befahren werden konnte. Die Erprobung von ETCS L2 (fßr 250 km/h) lief, dessen Inbetriebnahme war noch nicht absehbar.cite-ref-rgz-2015-2-58-356-0[356]
Die der Anbindung des Flughafens Danzig dienende Bahnstrecke GdyniaâGdaĹsk Port LotniczyâWrzeszcz ist mit ETCS ausgerĂźstet.cite-ref-rgz-2013-6-18-357-0[357]
Im Jahr 2009 wurde die Vereinbarung zur Pilotierung von ETCS L2 auf der 84 km langen Strecke Staatsgrenze bei Bielawa DolnaâWÄgliniecâLegnica, die Teil des Korridors E30 ist, zwischen PKP-PLK und einem Konsortium unter der FĂźhrung von Bombardier geschlossen. Dieser Streckenabschnitt ist Bestandteil der Eisenbahnfernverbindung MagdeburgâWrocĹaw. Die grundlegende Modernisierung ist Gegenstand eines deutsch-polnischen Regierungsabkommens und wird durch die EU im Rahmen der pan-europäischen Verkehrskorridore gefĂśrdert. Im Dezember 2015 erfolgte die kommerzielle Inbetriebnahme von ETCS in diesem Abschnitt.cite-ref-358[358] Die Ergebnisse der Pilotierung zeigten Anpassungsbedarf fĂźr die (nationale) Implementierung auf den weiteren mit L2 auszurĂźstenden Linien, da anderenfalls die ED250-ZĂźge behindert wĂźrden.cite-ref-4-359-0[359]
FĂźr die AusrĂźstung des Abschnittes PosenâWongrowitz der Strecke PosenâBromberg wurde 2013 mit der Firma Thales ein Vertrag abgeschlossen.cite-ref-362[362] Diese AusrĂźstung mit ETCS L1LS war Mitte 2017 fertiggestelltcite-ref-4-359-1[359] und wird ab 2018 mit dem neuen S-Bahn-Netz von Posen Erkenntnisse fĂźr den weiteren Einsatz bringen.cite-ref-363[363]
Wegen der auch in Polen fraglich langsamen und teuren Umsetzung der Ausstattung von Eisenbahnstrecken und Triebfahrzeugen mit ETCS erfolgte im Juni 2017 eine AnhĂśrung im Sejm. Infolgedessen sollten MaĂnahmen der technischen Standardisierung, der Finanzierung, der regulatorischen Inbetriebnahme, der Ausschreibungen sowie der ProjektĂźberwachung eingeleitet werden, die die Realisierung der fĂźr das Jahr 2023 gestellten Ziele ermĂśglichen sollen.cite-ref-4-359-2[359] Weiterhin wurden Wartungs- und Betriebsprobleme erĂśrtert (z. B. unbeabsichtigte Zwangsbremsungen wegen ETCS-StĂśrungen), die die Passagiere verunsichern und als Qualitätsmangel Ăśffentlich wahrgenommen werden.
Der Zuschlag fĂźr die ETCS-AusrĂźstung der etwa 700 Streckenkilometer KunowiceâTerespol erfolgte Anfang Januar 2018 an die Firma Thales.cite-ref-365[365] Der Auftrag ist innerhalb von fĂźnf Jahren auszufĂźhren und enthält mit Ausnahme des Knotens Warschau auch die sĂźdliche GĂźterumgehungsstrecke, die GSM-R-AusrĂźstung sowie Neubau und Modernisierung von fĂźnf regionalen Steuerzentralen. Ende Januar 2018 erfolgte auch der Zuschlag fĂźr die AusrĂźstung der 135 km langen Strecke PodĹÄĹźeâRzeszĂłw an die Firma Thales. Der Auftrag beinhaltet die AusrĂźstung mit GSM-R sowie die Errichtung von zwei ESTW.cite-ref-366[366]
Im März 2018 erfolgte die Beauftragung fĂźr ETCS L2 des 162 km langen TeilstĂźckes BreslauâPosen der Korridorstrecke E59 an Bombardier. Dabei werden drei ESTW mit ETCS-Streckenzentralen an den Standorten Breslau, Lissa und Posen errichtet. Der Vertrag folgt dem Ausschreibungsmodell âDesign and Buildâ und beinhaltet die Fertigstellung innerhalb von fĂźnf Jahren.cite-ref-367[367]
| Strecke | Strecken-Nr. | Abschnitt | Länge [km] | ETCS Level | Baseline | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| WarszawaâSkarĹźysko-Kamienna | 4 | | 82 | L1FS | 2 | |
| KielceâCzÄstochowa | 4 | | 67 | L1FS | 2 | |
| KozĹĂłwâStarzyny | 64 | | 33 | L1FS | 2 | |
| WrocĹawâLegnica | 275 | | 10 | L2 | 2 | Strecken-km 65â75; Fehlende vollständige Umsetzung der Spezifikation, HĂśchstgeschwindigkeit 130 km/h bei Einmannbetrieb |
| LegnicaâWÄgliniec | 282 | | 62 | L2 | 2 | Fehlende vollständige Umsetzung der Spezifikation, HĂśchstgeschwindigkeit 130 km/h bei Einmannbetrieb |
| WÄgliniecâBielawa Dolna (Staatsgrenze) | 295 | | 13 | L2 | 2 | Auf dem Abschnitt WÄgliniecâBielawa Dolna wurde das ETCS-System nicht in Betrieb genommen. Bei Einfahrt in die Strecke 295 sind die ETCS-Fahrzeuggeräte manuell auf Stufe 0 oder STM (falls vorhanden) zu schalten. Bei Fahrt vom Bahnhof WÄgliniec auf die Strecke 282 mĂźssen die ETCS-Fahrzeuggeräte manuell auf Level 2 eingestellt werden. Die Einschränkung gilt bis zur Anpassung des ETCS-Systems an die veränderte Gleislage im Bereich von Bielawa Dolna. |
| PoznaĹâWÄ
growiec | 356 | | 51 | L1LS | 3 | nach Spezifikation SRS 3.3.0 |
Portugal
Im Oktober 2018 wurden Planung, Umsetzung und Instandhaltung von ETCS fĂźr verschiedene Streckenabschnitte in Portugal ausgeschrieben und im Mai 2019 vergeben.cite-ref-ted-2018-457485-369-0[369]cite-ref-ted-104-253900-370-0[370] Die insgesamt 380 km Strecken sind die erste Anwendung von ETCS Level 2 in Portugal.cite-ref-newswiretoday-2019-12-10-371-0[371]
Unter anderem wird die 25 km lange Vorortbahn Linha de Cascais bis 2023 mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-rgi-2020-09-08-372-0[372]
Schweden
ETCS Level 2 wird in Schweden auch System E2 genannt.
In Schweden fuhr erstmals am 12. April 2007 ein Zug unter ETCS-FĂźhrung auf einem 20 km langen Streckenabschnitt zwischen Arnäsvall und Husujm der Botniabahn.cite-ref-sd-99-6-43-373-0[373] Seit Ende August 2010 ist auf der Botniabahn im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Abschnitt Nyland â UmeĂĽ ETCS L2 eingerichtet (HĂśchstgeschwindigkeit 250 km/h).cite-ref-botniabahnkosten-374-0[374]
Ab 2009 wurde auf der 134 km langen Västerdalsbahn erstmals ERTMS Regional eingesetzt.cite-ref-rgz-2010-6-40-375-0[375]
Die Ă
dalsbahn wurde im Abschnitt SundsvallâVästeraspby nach umfassender Rekonstruktion im September 2012 mit ETCS L2 wieder in Betrieb genommen.cite-ref-376[376]
Im Dezember 2013 wurde die neue Haparandabahn (Boden/Buddbyn)âHaparanda mit ETCS L2 in Betrieb genommen.cite-ref-377[377]
Der Citytunnel MalmĂś wurde bereits beim Bau mit ETCS L2 ausgerĂźstet, der Bahnhof MalmĂś Central mit ETCS L1.cite-ref-378[378] Die Inbetriebnahme der ETCS-AusrĂźstung wurde fĂźr frĂźhestens 2015 angenommen, da noch keine Fahrzeuge mit entsprechender AusrĂźstung vorhanden waren.cite-ref-379[379]
Der Staat plante, dass die Kosten fĂźr Fahrzeugeinrichtungen (0,2 â 1 Million Euro pro Fahrzeug) von den FahrzeugeigentĂźmern finanziert werden mĂźssen. Die meisten Fahrzeuge sind ohnehin Eigentum der Steuerzahler (SJ/Green Cargo/Verkehrsverbund). GĂźterverkehrsunternehmen mieden Eisenbahnen mit ETCS.
Im Jahr 2016 fanden auf der WestkĂźstenbahn zwischen GĂśteborg und Lund erfolgreiche Interoperabilitätstests zwischen damals aktueller ETCS L2-AusrĂźstung nach BL3, der dänischen ATC- und der schwedisch-norwegischen ATC2-AusrĂźstung statt. Diese AusrĂźstung wird im Bereich der ĂresundbrĂźcke installiert sein.cite-ref-380[380]
Nachdem es im Jahr 2017 eine generelle Validierung der ETCS-Komponenten des Typs INTERFLO 450 von Bombardier durch die schwedischen AufsichtsbehĂśrden Trafikverket und Transportstyrelsen gab, erfolgten im August 2018 weltweit erstmals praktische Tests der StreckenausrĂźstung nach Standard ETCS L2 SRS 3.6 (Baseline 3 Release 2).cite-ref-381[381]
Auf der Strecke LuleĂĽâNarvik soll die ETCS-StreckenausrĂźstung zwischen 2024 und 2029 in Betrieb genommen werden.cite-ref-382[382] Laut einer Mitteilung ist eine Inbetriebnahme Mitte 2025 erfolgt. Es handelt sich um die erste ETCS-AusrĂźstung in Schweden abseits von Pilotstrecken.cite-ref-383[383]
Das 2026 zur Inbetriebnahme vorgesehene Regionalverkehrsprojekt Västlänken in GÜteborg soll ebenfalls mit ETCS ausgerßstet werden.cite-ref-rgi-2016-12-30-384-0[384]
Schweiz
â
Hauptartikel
:
ETCS in der Schweiz
Die Grundsatzentscheidung zum Einsatz von ETCS in der Schweiz wurde im Februar 1998 gefällt.cite-ref-sd-99-3-6-41-1[41] Das Schweizer Bundesamt fßr Verkehr entschied im Jahr 2000, ETCS in der Schweiz flächendeckend einzusetzen.cite-ref-sd-107-9-9-385-0[385] Bis Ende 2017 wurde das gesamte Normalspurnetz auf ETCS umgerßstet.cite-ref-2-386-0[386] Dabei wurde im Allgemeinen auf ETCS Level 1 Limited Supervision (ETCS L1LS) umgerßstet, während einige Neubaustrecken mit Hochgeschwindigkeitsverkehr direkt mit ETCS L2 ausgerßstet wurden. Ab 2025 soll die Umrßstung auf ETCS L2 im gesamten Netz beginnen.cite-ref-sd-107-9-9-385-1[385]cite-ref-eri-2013-351-387-0[387] Die Schweiz erwartet durch ETCS eine Kapazitätssteigerung von bis zu 30 Prozent sowie Kostensenkungen.cite-ref-sd-95-3-11-388-0[388]cite-ref-sd-98-7-6-389-0[389]
Neubaustrecken mit ETCS Level 2
Da die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf geplanten Neubaustrecken schneller als 160 km/h fahren wollten, benĂśtigten sie ein System zur FĂźhrerstandssignalisierung.cite-ref-eri-2013-351-387-1[387]
pilotstrecke-schweizZum Sammeln von Erfahrungen mit ETCS rĂźsteten sie den rund 40 km langen Abschnitt ZofingenâSempach als Pilotstrecke aus.cite-ref-eri-2000-358-390-0[390] Zum Einsatz kam ETCS L2 (SRS 5acite-ref-sd-96-10-14-66-1[66]) mit Funkversorgung auf der Basis von konventionellem GSM.cite-ref-eri-2000-310-391-0[391] Es wurde auf Aussensignale verzichtet.cite-ref-sd-95-3-11-388-1[388] Die SystemausrĂźstung der Streckenzentrale, der Balisen sowie von 63 Triebfahrzeugen sechs verschiedener Typen wurde von Bombardier realisiert.cite-ref-sd-95-3-11-388-2[388]
Nach langwierigen Versuchen ging Ende April 2002 auf diesem Abschnitt die erste kommerzielle Anwendung von ETCS L2 in den Regelbetrieb.cite-ref-sd-95-3-11-388-3[388]cite-ref-392[392] Täglich verkehrten etwa 140 ZĂźge. Zunächst wurden etwa 140 StĂśrfälle pro Woche verzeichnet. Ab März 2003 wurde eine PĂźnktlichkeit wie vor der ETCS-Inbetriebnahme erreicht, mit nachfolgend noch weiter abnehmenden StĂśrfällen. Zu sicherheitsrelevanten StĂśrungen kam es nicht.cite-ref-sd-95-09-14-393-0[393] Nachdem der zu Grunde liegende Entwurf der ETCS-Spezifikation veraltet war, wurde das ETCS-System am 30. November 2003 wieder auĂer Betrieb genommen.cite-ref-rgz-2005-1-29-68-3[68]cite-ref-eri-2004-36-394-0[394]
FĂźr die 2004 erĂśffnete Neubaustrecke MattstettenâRothrist wurde die Inbetriebnahme von ETCS L2 vorerst als zu riskant eingestuft und eine provisorische konventionelle Signalisierung installiert. Nach einem acht Monate dauernden Vorlaufbetrieb wurde am 18. März 2007 die Strecke auf ETCS L2 umgeschaltet. Im Dezember 2007 wurde die Geschwindigkeit von 160 km/h auf 200 km/h angehoben.cite-ref-etcs-standbericht-2011-395-0[395]
Im LĂśtschberg-Basistunnel setzt die BLS bereits seit der ErĂśffnung ETCS L2 ein, wobei eine HĂśchstgeschwindigkeit von 250 km/h mĂśglich ist.cite-ref-nzz-2008-12-31-396-0[396] Falls ein Zug wegen einer Entgleisung oder eines Brandes die Fahrtrichtung wechseln muss, steht der ETCS-Modus Reversing (RV) zur VerfĂźgung, der eine Ăźberwachte RĂźckwärtsfahrt erlaubt.cite-ref-bav-standbericht-397-0[397] Am 16. Oktober 2007 ereignete sich auf der LĂśtschberg-Basisstrecke ein mit ETCS zusammenhängender Unfall. Ursache fĂźr die Entgleisung waren SoftwareÂfehler in der ETCS-Streckenzentrale. Das Ereignis hatte in der Fachwelt vorĂźbergehend groĂe Besorgnis Ăźber die Betriebssicherheit von ETCS hervorgerufen.cite-ref-eri-2007-584-398-0[398]cite-ref-399[399]
Migration nach ETCS Level 1 Limited Supervision
Im Jahr 2011 wurde bekanntgegeben, dass bis Ende 2017 die bestehenden Zugbeeinflussungssysteme Integra-Signum und ZUB auf dem Schweizer Schienennetz durch ETCS L1LS ergänzt werden soll.cite-ref-ser-2011-543-400-0[400] In einem Pilotversuch von September 2009 bis Februar 2010 in Burgdorf wurde zum ersten Mal weltweit mit dieser neuen Betriebsart gefahren.cite-ref-ser-2010-198-401-0[401]
Die SBB und weitere europäische Bahnen hatten einen entsprechenden Change Request fßr ein zunächst als ETCS Level 1 punktfÜrmig bezeichnetes System eingereicht.cite-ref-sd-95-3-11-388-4[388] Im Rahmen der Baseline 3 wurde diese die Migration vereinfachende ETCS-Ausfßhrung standardisiert.
Die Migration sollte zu Planungsbeginn in mehreren Etappen erfolgen:
⢠Bis 2018 sind sämtliche Integra-Signum-Magnete sowie die Gleiskoppelspulen und Linienleiter der ZUB durch Eurobalisen bzw. Euroloops ersetzt worden. Diese Ăźbertragen im fĂźr nationale Anwendungen reservierten Anhang der Datentelegramme (Paket 44) die Integra-Signum- bzw. ZUB-Information. Dieses System nennt sich Euro-Signum bzw. Euro-ZUB. Zum Lesen dieser Informationen wurden bereits bis 2005 sämtliche Fahrzeuge mit Eurobalise Transmission Module (ETM), umgangssprachlich auch âRucksackâ genannt, ausgestattet.
⢠Zusätzlich zum nationalen Paket 44 (âEUROSIGNUMâ, âEUROZUBâ) wurden bis 2018 die Balisen mit den Telegramminhalten des Modus ETCS L1LS programmiert, der die Eurobalisen und -loops mit den entsprechenden ETCS-Informationen nutzt. Damit sollen sowohl reine ETCS-Fahrzeuge (ETCS only) das Schweizer Netz befahren kĂśnnen, als auch weiterhin Bestandsfahrzeuge mit Euro-Signum/-ZUB basierenden Zugbeeinflussungen.
Netzweiter Einsatz von ETCS Level 2
Bis 2015 wurde ETCS Level 2 ausschlieĂlich auf Neubaustrecken eingesetzt. Seit der Inbetriebnahme der nĂśrdlichen und sĂźdlichen Zufahrten zum Gotthard-Basistunnel Ende 2015 kommt ETCS L2 zusammen mit der Erneuerung von Stellwerken auf verschiedenen Abschnitten der Gotthardstrecke zum Einsatz. Damit wird erstmals weltweit ETCS L2 in mittelgroĂen BahnhĂśfen angewendet. Auf diesen Streckenabschnitten und den Zufahrtslinien zum Gotthard-Basistunnel kĂśnnen nur noch Fahrzeuge mit ETCS-VollausrĂźstung verkehren. Mit der Umstellung konventioneller Strecken auf ETCS L2 wurde ab 2015 der Netzzugang fĂźr Fahrzeuge ohne ETCS eingeschränkt.cite-ref-ser-2013-274-402-0[402]
Im Gotthard-Basistunnel kommt seit der Inbetriebnahme 2016 ETCS L2 zum Einsatz. Der Ceneri-Basistunnel, der 2020 erĂśffnet wurde, ist ebenfalls mit ETCS L2 ausgerĂźstet.cite-ref-eri-2016-80-69-2[69]cite-ref-bav-umsetzung-403-0[403]
Im April 2017 wurde mit dem Streckenabschnitt LausanneâVilleneuve eine weitere Bestandsstrecke auf ETCS L2 umgestellt.cite-ref-404[404]
FĂźr die netzweite EinfĂźhrung von ETCS L2 legten die SBB dem BAV im Dezember 2016 einen Migrationsplan in zwei Varianten vor:cite-ref-ser-2017-282-405-0[405]
⢠Variante 1: Wßrde ETCS Level 2 beim Ersatz abgängiger Stellwerke eingefßhrt werden, wäre eine Migration bis 2060 und 9,5 Milliarden Franken Kosten die Folge. Unter anderem wßrden zwischenzeitlich bis zu 230 Levelßbergänge mit Gesamtkosten von 0,6 Milliarden Franken erforderlich.cite-ref-ser-2017-282-405-1[405]
⢠Variante 2: Eine zweite Variante sieht vor, ab etwa 2025 binnen 13 Jahren alle Stellwerksinnenanlagen durch neuartige ETCS-Stellwerkecite-ref-sbb-2017-04-20-406-0[406] zu ersetzen, zu Kosten von etwa 6,1 Milliarden Franken. Die Machbarkeit dieser Variante wird bis Ende 2019 geprßft.cite-ref-ser-2017-282-405-2[405]
⢠Basis: Ein bloĂer Erhalt der konventionellen Leit- und Sicherungstechnik wĂźrde demnach ebenfalls 6,1 Milliarden Franken kosten.cite-ref-ser-2017-282-405-3[405]
Ende der 2010er Jahre war geplant, im Rahmen des Vorhabens Smartrail 4.0 ETCS L2 ab 2025 mit neuartigen âETCS-Stellwerkenâ netzweit einzufĂźhren. Die UmrĂźstung sollte in den 2030er Jahren abgeschlossen werden.cite-ref-sbb-2017-04-20-406-1[406] Diese Pläne wurden um 2020 nicht mehr weiterverfolgt.
Im September 2025 vergaben die SBB Rahmenverträge ßber die Lieferung digitaler Stellwerke und RBC im Umfang von voraussichtlich insgesamt 1,4 Milliarden Schweizer Franken an Hitachi, Stadler und Siemens. 80 Prozent der Anlagen im SBB-Netz sollen binnen 20 Jahren ersetzt werden. Nach einer Erprobungsphase sollen die ersten Anlagen voraussichtlich 2029 in Betrieb genommen werden. In Verbindung mit einer ETCS-Fßhrerstandssignalisierung und weiterentwickelter Leittechnik soll die Kapazität des bestehenden Netzes erhÜht werden.cite-ref-sbb-2025-10-07-407-0[407]cite-ref-408[408]cite-ref-409[409]
Im Juni 2025 schlossen die BLS Netz und die Siemens Mobility einen Rahmenvertrag zur Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik und AusrĂźstung mit ETCS Level 2 ab 2029.cite-ref-siemens20250625-410-0[410]
Serbien
Die Jugoslawischen Eisenbahnen (1918â2004, von 1991â2004 noch auf dem Territorium der Bundesrepublik Jugoslawien) und die Nachfolgegesellschaft der Serbische Eisenbahnen in Serbien planten ebenfalls, ETCS einzufĂźhren. Damit sollte eine Harmonisierung sowohl mit europäischen Eisenbahnen fĂźr den Transit als auch der Bahnen innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawiens sichergestellt werden. Während auf Nebenbahnen ETCS Level 1 (ohne Euroloops) vorgesehen war, sollte auf Hauptbahnen ETCS Level 1 mit Euroloops und auf schnell befahrenen Strecken ETCS Level 2 eingesetzt werden.cite-ref-sd-86-07-26-411-0[411] Relaisstellwerke aus den 1960er Jahren sollten in diesem Zuge durch Elektronische Stellwerke ersetzt werden.cite-ref-sd-87-12-22-412-0[412] Die Ausbau- und Neubaustrecke der Schnellfahrstrecke BelgradâBudapest wird auf der Länge von 351 km (181 km in Serbien, 166 in Ungarn) Ăźber ETCS Level 2 verfĂźgen.cite-ref-413[413] Da die Bahn im Mischbetrieb betrieben wird, verfĂźgt sie zudem Ăźber PZB90. China Railway Signal & Communication (CRSC) hat im Sommer 2019 ein Kontrollzentrum fĂźr ETCS Level 2 in Belgrad erĂśffnet. Das als âLabâ bezeichnete chinesische Eisenbahnkontrollzentrum der Ĺ˝eleznice Srbije wird auch der Ausbildung der serbischen Eisenbahner dienen und den grenzĂźberschreitenden Eisenbahnverkehr zwischen Serbien und Ungarn kontrollieren. Die CRSC Ăźbernimmt zudem die Signalintegration Beograd CentarâStara Pazova.cite-ref-414[414] Das chinesische Kontrollzentrum in Belgrad ist das erste, das diese im Ausland sowie im Bereich des europäischen Schnellverkehrs erĂśffnet haben.
21 neue RegionalverkehrstriebzĂźge (Stadler Flirt), die im Jahr 2013 bestellt wurden, sind fĂźr die NachrĂźstung von ETCS Level 2 vorbereitet.cite-ref-rgz-2013-4-12-415-0[415]
Slowakei
Ende Juni 2007 hat die slowakische Eisenbahn (ZSR) die AusrĂźstung der Strecke SvätĂ˝ Jur bis NovĂŠ Mesto nad VĂĄhom mit ETCS Level 1 vergeben. Die Strecke ging im Dezember 2008 in Betrieb. Da die Ĺ˝SR selbst keine ETCS-Fahrzeuggeräte besaĂ, unterstĂźtzte die Magyar Ăllamvasutak bzw. die Ăsterreichischen Bundesbahnencite-ref-416[416] mit ETCS-Loks die Strecke abzufahren bzw. zu testen.
Im Dezember 2009 ging der letzte Teil der Strecke (Trnava bis NovÊ Mesto) in Betrieb. Damit hat die Slowakei ca. 90 km Strecke am Korridor 5 mit etwa 750 Balisen ausgerßstet. Zwischen Žilina und der tschechischen Grenze wurde ebenfalls bereits ETCS L2 installiert.
Spanien
Mit 2900 km in Betrieb befindlichen Streckenkilometern ist Spanien bei der ETCS-Umsetzung fĂźhrend in Europa (Stand: 2020). Mehr als 1000 km sind dabei mit Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-eik-2020-418-0[418]
Im Sommer 2005 ging â erstmals im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr â ETCS Level 1 auf der Schnellfahrstrecke MadridâBarcelona in Betrieb. Das System war zunächst fĂźr Geschwindigkeiten von 300 km/h und eine Zugfolgezeit bis zu fĂźnfeinhalb Minuten ausgelegt.
Da die Fahrzeuggeräte der (ab 27. Februar 2005 ausgelieferten) Triebzßge der Reihe 102 zunächst jedoch nicht mit der Streckenausrßstung eines anderen Herstellers kommunizieren konnten, lieà sich die Streckengeschwindigkeit fahrzeugseitig nicht ausfahren. Nach rund 400 000 Teststunden und 112,3 Millionen Euro Aufwand (seit Juli 2004) kßndigte der Netzbetreiber Adif Mitte März 2006 an, statt ETCS die linienfÜrmige Zugbeeinflussung LZB auf der Strecke einsetzen zu wollen. Noch im Frßhjahr 2006 begann das ETCS-System (im Level 1) nahezu fehlerfrei zu funktionieren. Die geplante Umstellung auf LZB wurde daher zurßckgezogen und die Streckengeschwindigkeit am 17. Mai 2006 auf 250 km/h angehoben.cite-ref-tre-150-34-419-0[419] Die betriebliche HÜchstgeschwindigkeit im ETCS L1 wurde auf 300 km/h begrenzt.
Mit der Inbetriebnahme von ETCS Level 2 wurde die zulässige Geschwindigkeit auf der Strecke ab 24. Oktober 2011 auf 310 km/h erhÜht. Die Fahrzeit der durchgehenden Zßge zwischen Madrid und Barcelona wurde damit um acht Minuten auf zwei Stunden und 30 Minuten gesenkt.cite-ref-railwaygazette-2011-10-18-420-0[420]
Mit 1053 Streckenkilometern, die unter ETCS betrieben werden, verfĂźgte Spanien 2009 Ăźber die weltweit grĂśĂte ETCS-AusrĂźstung. Neben den Neubaustrecken (ohne die mit LZB betriebene Strecke zwischen Madrid und Sevilla) kommt das System auch im Madrider Vorortverkehr und weiteren Ausbaustrecken zum Einsatz. Untersuchungen zur UmrĂźstung des gesamten spanischen Eisenbahnnetzes laufen.cite-ref-mr-2009-03-58-421-0[421]
Anfang 2009 genehmigte die spanische Regierung ein 4 Milliarden Euro umfassendes Investitionspaket zum Ausbau der S-Bahn Barcelona, das auch die Einfßhrung von ETCS und GSM-R auf dem auf 492 km auszubauenden Netz vorsieht. Die Umsetzung sollte bis 2015 erfolgen.cite-ref-rgz-2005-4-9-422-0[422] Die Ausrßstung eines 56 km langen Streckenabschnitts mit ETCS Level 2 wurde 2015 ausgeschrieben und Ende 2015 vergeben.cite-ref-rgz-2016-1-16b-355-1[355]cite-ref-rgz-2015-7-51-423-0[423] Damit sollen Kapazität und Betriebsqualität gesteigert werden.cite-ref-rgz-2015-12-02-424-0[424] Das Projekt wurde noch nicht in Betrieb genommen (Stand: März 2019).cite-ref-rgi-2019-3-36-425-0[425] Im Juli 2020 wurde ein Auftrag zur Ausrßstung zweier weiterer Linienäste mit ETCS Level 2 vergeben, die Inbetriebnahme ist fßr 2023 geplant.cite-ref-tre-295-57-426-0[426]
Um die Kapazität zu steigern, wird das Netz der S-Bahn Madrid mit ETCS Level 2 ausgerßstet.cite-ref-rgz-2012-4-7-427-0[427] Im März 2012 wurde ETCS Level 1 auf der Linie C4 in Betrieb genommen.cite-ref-rgz-2012-4-7-427-1[427] Testfahrten mit ETCS Level 2 erfolgten im gleichen Monat.cite-ref-rgz-2012-03-27-428-0[428] Erstmals wurde ETCS (Level 1 und 2) damit in einem europäischen S-Bahn-System verwendet.cite-ref-thales-2012-03-26-429-0[429] Die weitere Ausrßstung des Knotens Madrid mit ETCS läuft (Stand: 2015).cite-ref-rgz-2015-10-8-430-0[430] Ein automatischer Betrieb (ATO) im Innenstadttunnel wurde angestrebt, aufgrund finanzieller Probleme zunächst nicht weiter verfolgt.cite-ref-rgz-2013-4-33-431-0[431] Im Laufe der 2020er Jahre sollen 980 Kilometer Nahverkehrsstrecken, insbesondere in Madrid und Barcelona, mit ETCS ausgerßstet werden.cite-ref-432[432] Im Regelbetrieb wird in Madrid mit ETCS Level 1 gefahren, Level 2 wird nicht genutzt (Stand: November 2017).
Auf dem Corredor mediterraneo entlang der spanischen OstkĂźste bis zur franzĂśsischen Grenze läuft die AusrĂźstung mit ETCS Level 1, vereinzelt auch ETCS Level 2 (Stand: 2015).cite-ref-rgz-2015-7-53-433-0[433] Im März 2015 wurde der Auftrag fĂźr die AusrĂźstung des 210 km langen Streckenabschnitts ValenciaâVandellĂłs mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-rgz-2015-4-16-434-0[434]cite-ref-thales-2015-03-16-435-0[435] Ebenfalls Anfang 2015 wurde die AusrĂźstung des 65 km langen Schnellfahrstreckenabschnitts Monforte del Cid â Murcia mit ETCS Level 2 vergeben.cite-ref-rgz-2015-3-18-436-0[436]
Auf einer Meterspurbahn wird seit November 2025 eine vereinfachte ETCS-AusrĂźstung fĂźr Nebenbahnen erprobt. Das Projekt war bereits 2023 vergeben worden und soll bis 2026 laufen.cite-ref-437[437]
Tschechien
In Tschechien wurden bereits seit 2001 Studien und Planungen zur EinfĂźhrung von ETCS durchgefĂźhrt. Im Jahr 2005 legte man den Testumfang mit einer ETCS-Zentrale und vier OBUs fest; bei der Feinplanung 2007 eine Implementierung nach SRS 2.2.2+.cite-ref-438[438]
Ab 2007 begannen die AusrĂźstungsarbeiten sowohl der drei Triebfahrzeuge der Baureihen 151, 362 und 471 der ÄeskĂŠ drĂĄhy als auch des vorgesehenen Streckenabschnittes. Mit diesen Testfahrzeugen wurde ETCS in Kombination mit dem nationalen Sicherungssystem VZ LS und dem bisherigen analogen Funksystem in einem 22 km langen Pilotabschnitt zwischen KolĂn und PoĹĂÄany auf der Strecke ÄeskĂĄ TĹebovĂĄâPraha erprobt.cite-ref-ser-2008-01-38-441-0[441] Die Untersuchungen wurden 2011 erfolgreich beendet.cite-ref-442[442]
Der Eisenbahnversuchsring Velim ist seit Mitte 2015 mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-rgz-2015-09-18-443-0[443]
Aufgrund einer Reihe schwerer Unfälle, die durch eine wirksame Zugbeeinflussung verhindert worden wären, wird die Einfßhrung von ETCS mit staatlicher Priorität auf dem Gesamtnetz vorangetrieben.
Seit dem Jahr 2016 fanden auf dem Ersten Korridor zwischen KolĂn und BĹeclav AusrĂźstungsarbeiten fĂźr ETCS Level 2 statt und seit Ende 2018 war der Testbetrieb mĂśglich. Im Sommer 2019 wurde der Beginn der AusrĂźstungsarbeiten auf dem Vierten Korridor im Abschnitt PragâVotice offiziell begonnen.cite-ref-445[445]
Gegen Ende 2020 sind 255 km Strecken in Betrieb und weitere 200 km im Testbetrieb oder Bau.cite-ref-6-446-0[446] Zusätzlich zu bisherigen Planungen sind aufgrund der Unfälle noch 4500 km Regionalstrecken mit in die Planung aufgenommen worden. Nunmehr sollen bereits bis 2025 die Kernnetzkorridor-Strecken ausgerßstet und die Verwendung von ETCS Pflicht sein. Der Rest des Netzes soll bis 2040 folgen.cite-ref-rj-2020-10-13-447-0[447]
Im April 2016 kĂźndigte das Eisenbahnverkehrsunternehmen ÄeskĂŠ drĂĄhy (ÄD) an, bis zu 663 Fahrzeuge aus 33 verschiedenen Baureihen mit ETCS-Fahrzeuggeräten (Level 2, Baseline 3cite-ref-eri-2016-285-448-0[448]) auszurĂźsten. Die Kosten von etwa 244 Millionen Euro sollen bis zu 85 Prozent aus einem EU-Programm finanziert werden.cite-ref-cd-2016-04-14-449-0[449]cite-ref-grn-2016-04-15-450-0[450]
Während Neufahrzeuge aller tschechischen Betreiber grundsätzlich mit ETCS beschafft werden, gestalteten sich die Ausschreibungen fĂźr Bestandsfahrzeuge schwierig. Teils gab es keine Bewerber, teils gab es formelle Fehler oder die angebotenen Preise entsprachen nicht dem verfĂźgbaren Budget. Stand Ende 2020 wurden Testinstallationen und AusrĂźstungsvereinbarungen Ăźber mehr als 100 Triebfahrzeuge der Baureihen 163 (31 StĂźck), 363 (47 StĂźck),cite-ref-451[451] 742.7 und 753.7 (30 StĂźck)cite-ref-452[452] seitens ÄD Cargo mit den AusrĂźstern AĹ˝D Praha und ÄD â Telematika geschlossen. Es wird aber von einem Bedarf von etwa 500 Fahrzeugen allein bei ÄD bis 2025 ausgegangen.cite-ref-6-446-1[446]
FĂźr das Jahr 2023 wurden seitens der tschechischen Regierung mehr als 1 Mrd. KÄs fĂźr die FahrzeugausrĂźstung bewilligt.cite-ref-453[453] Dabei sind auch ZuschĂźsse fĂźr bis zu 70 Jahre alte Fahrzeuge sowie fĂźr Fahrzeuge von Wirtschaftsunternehmen enthalten. Speziell genannt werden die Lokbaureihen 753 (âBrillenâ), 365 (ex SNCB 12), 749 (âBardotkaâ), 813.2, 830/831. Anfang Februar 2023 gab Alstom den Vertragsabschluss fĂźr die Lieferung von Einbausystemen fĂźr die Baureihen 680 (âPendolinoâ) und 471 (âCityElefantâ) bekannt.cite-ref-454[454]
Die tschechische Sicherheitskommission beschloss im Dezember 2020 einen Plan zur ErhĂśhung der Sicherheit auf regionalen Bahnstrecken im Umfang von umgerechnet rund 1,7 Mrd. Euro. Rund 4500 km Regionalstrecken sollen demnach in den Jahren 2021 bis 2039 mit ETCS ausgerĂźstet werden. Hochbelastete bzw. schnell befahrene Strecken (insgesamt rund 1700 km) sollen mit ETCS Level 1 oder 2 ausgerĂźstet werden, die Ăźbrigen Strecken sollen eine vereinfachte AusrĂźstung erhalten.cite-ref-lr-2020-12-11-455-0[455]
Die tschechische Regierung genehmigte im September 2021 einen ETCS-Rolloutplan, der die Ausrßstung von rund der Hälfte des 9.500 km langen Netzes bis 2030 vorsieht. Die erwarteten Kosten betragen 47 Milliarden Kronen (rund zwei Milliarden Euro). Unter anderem soll das Sicherheitsniveau erhÜht werden. Der Plan benennt die spätesten Umrßstzeitpunkte je Strecke, den voraussichtlich notwendigen Aufwand und die späteste notwendige Fahrzeugausrßstung. Die Regierung kßndigte Unterstßtzung bei der Fahrzeugausrßstung an. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 650 km des Netzes mit ETCS ausgerßstet.cite-ref-456[456]
Seit Januar 2025 sind Hauptkorridore mit ETCS Level 2 in Betrieb. In Folge von zwei GSM-R-Ausfällen im März 2025, in deren Folge mit konventioneller Signalisierung und reduzierter Geschwindigkeit gefahren wurde, verschob Språva Şeleznic den ursprßnglich fßr die zweite Jahreshälfte 2025 geplanten Abbau der konventionellen Stellwerke und Signale. Eine Entscheidung hierßber soll nunmehr 2027 fallen.cite-ref-eri-2025-220-457-0[457]
Vereinigtes KĂśnigreich
In GroĂbritannien fiel im Mai 2003 die Entscheidung, mit der Cambrian Line zunächst eine vergleichsweise schwach ausgelastete Strecke mit ETCS Level 2 auszurĂźsten. Nachdem der Auftrag 2006 vergeben wurde, kam es infolge unklarer Systemspezifikationen (SRS 2.2.2, 2.3.0, 2.3.0d) zu VerzĂśgerungen. UrsprĂźnglich war die Inbetriebnahme der schwach befahrenen, rund 200 km langen Strecke fĂźr 2008 geplant.cite-ref-eri-2004-311-178-1[178] Ende 2008 begann die AusrĂźstung der Strecke und der auf ihr verkehrenden Fahrzeuge.cite-ref-mr-2009-721-30-458-0[458] Aufgrund von Problemen der Ablesbarkeit der TriebfahrzeugfĂźhreranzeigen bei starker Sonneneinstrahlung verzĂśgerte sich die Inbetriebnahme weiter.cite-ref-mr-742-14-459-0[459] Das System wurde am 29. Oktober 2010 auf einem ersten Abschnitt (35 km) in Betrieb genommen.cite-ref-460[460] Der Betrieb auf der gesamten eingleisigen Strecke wurde Ende März 2011 aufgenommen. Dazu wurden 24 DieseltriebzĂźge (Baureihe 158) sowie drei Bahndienstfahrzeuge mit ETCS ausgerĂźstet.cite-ref-rgz-2011-6-61-461-0[461]
2011 sollten weitere Strecken in GroĂbritannien folgen.cite-ref-mr-2009-721-30-458-1[458]
Die Great Western Main Line soll zwischen 2018 und 2021 mit ETCS Level 2 (mit Signalen) ausgerĂźstet werden.cite-ref-rgz-2011-6-61-461-1[461]cite-ref-rgz-2015-6-18-464-0[464] In einem weiteren Projekt kooperiert der britische Schienennetzbetreiber Network Rail mit Hitachi bei der Entwicklung einer ETCS-Level-2-LĂśsung, basierend auf Hitachis japanischer Stellwerkstechnik.cite-ref-465[465]
Anfang der 2010er Jahre war geplant, die East Coast Main Line (ECML) bis 2019 mit ETCS Level 2 auszurĂźsten.cite-ref-rgz-2011-6-61-461-2[461]cite-ref-rgz-2015-11-26-466-0[466] Ein Rahmenvertrag sollte im Juni 2018 ausgeschrieben werden.cite-ref-ted-2018-075-166100-467-0[467] Auf der High Speed 1 sollte ETCS im Laufe der 2010er Jahre eingefĂźhrt werden.cite-ref-rgz-2011-5-74-468-0[468] AuĂerhalb des Kernnetzes sollten bis etwa 2020 eine Reihe weiterer Strecken ausgerĂźstet werden.cite-ref-rgz-2011-6-61-461-3[461] Im Mai 2025 ging ETCS Level 2 auf der 5 km langen Northern City Line in Betrieb, als Vorläufer fĂźr die AusrĂźstung eines 160 km langen Abschnitts der ECML.cite-ref-469[469]
thameslink
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Hauptartikel
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âETCSâ im Artikel Thameslink
Thameslink plante, auf seiner Stammstrecke in London ab 2017 ZĂźge mit ETCS Level 2 (Hochleistungsblock mit Signalen) zu fĂźhren. Ab 2018 sollte â erstmals mit ETCS â ein automatischer Fahrbetrieb (ATO) erfolgen, planmäĂig mit 24 ZĂźgen pro Stunde und Richtung. Ăber nationale Pakete (Pakete 44) sollen unter anderem Haltezeit- und Fahrempfehlungen, Informationen zur seitenselektiven TĂźrsteuerung Ăźbermittelt werden. Thameslink hatte sich 2009 fĂźr den Automatikbetrieb entschieden, da nur so der geforderte Hochleistungsfahrplan mit der gewĂźnschten Qualität erreichbar wäre. Die StreckenausrĂźstung wurde an Invensys Rail (heute Siemens), die Fahrzeuge (Britische Klasse 700) 2013 an Siemens vergeben.cite-ref-rgz-2015-9-33-463-1[463] Aufgrund von Problemen beim Fahrplanwechsel im Mai 2018 wurde die weitere EinfĂźhrung zeitlich gestreckt, um die PĂźnktlichkeit zu erhalten. Seit Mai 2019 werden 20 ZĂźge pro Stunde und Richtung gefahren. FĂźr darĂźber hinaus gehende Leistungssteigerungen ist ATO erforderlich. ATO wird seit 11. Dezember 2019 auf ZĂźgen des Regelverkehrs erprobt.cite-ref-mr-2020-01-16-470-0[470] Bis Herbst 2023 fuhren rund 100.000 ZĂźge mit ETCS und rund 80.000 zusätzlich mit ATO Ăźber die Strecke.cite-ref-471[471] Der Betrieb mit 24 ZĂźgen pro Stunde und Richtung wurde bislang nicht erreicht (Stand: Mai 2025).
Network Rail betreibt einen ETCS-Testzug der Baureihe 313.cite-ref-rgz-2015-9-33-463-2[463]
Im Dezember 2017 erhielt Siemens den Auftrag fĂźr ETCS-UmrĂźstung von etwa 750 GĂźterzuglokomotiven aller groĂen Betreiber. Die UmrĂźstung soll 2022 beginnen.cite-ref-472[472]
ETCS im 1520-mm-Breitspurnetz
Das auch als Russische Breitspur bezeichnete Eisenbahnnetz umfasst im Kern Russland mit angrenzenden Ländern der ehemaligen UdSSR sowie Finnland und die Mongolei. Insgesamt betreibt man mit diesem Standard in der Üstlichen Hälfte Europas, Zentral- und Nordostasien etwa 225 000 km Eisenbahnstrecken. In Asien grenzt es an die regelspurigen Netze der Tßrkei, des Iran sowie Chinas und Koreas.
Durch die enge Zusammenarbeit der westeuropäischen Signalindustrie mit chinesischen Herstellern und Betreibern sowie der Orientierung des chinesischen Systems CTCS an ETCS ergibt sich fĂźr das 1520-mm-Breitspurnetz ein sehr groĂer Wirtschaftsraum mit BrĂźckenfunktion. Aufgrund der starken wirtschaftlichen Verflechtungen der Nachfolgestaaten der UdSSR stimmen sich deren Bahnverwaltungen weiterhin bei der EinfĂźhrung moderner technischer LĂśsungen im Signalbereich ab, auch wenn deren Lieferung nicht aus Russland erfolgt. Die Organisation einer neuen SeidenstraĂe mit starkem Transitverkehr zwischen Ostasien und Zentraleuropa verstärkt die technische und logistische Zusammenarbeit der Eisenbahnen.
Entsprechend der wirtschaftlichen Anforderungen wird die technische Standardisierung weiterhin maĂgeblich durch die Russische Eisenbahn RZD mit ihrem Forschungsinstitut VNIIZhT bestimmt. Im Bereich der Signalisierung wurde seit 2007 gemeinsam mit der Firma Hitachi Rail STS das System ITARUS-ATC als Ăquivalent zum westeuropäischen ETCS entwickelt. Diese Zusammenarbeit wurde durch entsprechende BeschlĂźssecite-ref-474[474] der ERA unterstĂźtzt.
FĂźr die Olympischen Winterspiele 2014 in Russland sollte die Strecke nach Sotschi mit der ITARUS-ATC-Zugbeeinflussung ausgerĂźstet werden.cite-ref-475[475]
Eine Homologierung von ITARUS-ATC bei der UIC als kompatibles System zu ETCS wird angestrebt. Bei einer Präsentation im Dezember 2015 wurde die Anwendung von virtuellen Balisen unter Einsatz von Radsensoren und Satellitenpositionierung als Ersatz fßr die Positionsbestimmung mit Eurobalisen verwendet. Damit ist das System sowohl mit ETCS L2 und L3 kompatibel.cite-ref-476[476]
Belarus bemßht sich um eine Lizenzierung des ITARUS-ATC-Systems, um diese KLUB-kompatible Zugbeeinflussung in den paneuropäischen Verkehrskorridoren 2 und 9 einzusetzen.cite-ref-477[477]
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Hauptartikel
:
GSM-R#Finnland
Finnland, als Teilbereich des 1520-mm-Breitspurnetzes, hat 2018 sein GSM-R-Netz stillgelegt und sich eine abweichende Funkkommunikation mit TETRA durch die EU genehmigen lassen, bis FRMCS verfĂźgbar ist. Diese LĂśsung ist kompatibel mit in Russland verwendeten AusrĂźstungen.cite-ref-478[478]cite-ref-479[479]cite-ref-sd-115-05-06-480-0[480]
estlandlettlandlitauen Die baltischen Länder Litauencite-ref-eri-2005-234-481-0[481], Lettlandcite-ref-rpm-2016-09-50-482-0[482] und Estland haben sich laut frßheren Meldungen zur Einfßhrung von ETCS bekannt. In Lettland soll zwischen 2017 und 2021 der Ost-West-Korridor mit ETCS ausgerßstet werden.cite-ref-rpm-2016-09-50-482-1[482] Estland will laut Angaben von 2018 sein Netz binnen zehn Jahren vollständig mit ETCS ausrßsten.cite-ref-irj-2018-06-30-483-0[483]
Während sich die neuzubauende, regelspurige Rail Baltica streng an ERA-spezifiziertes ETCS mit GSM-R als Kommunikationskomponente halten wird, wird auf dem stark von Russland fßr den Transit genutzten 1520-mm-Netz eine Kompatibilität zu KLUB-Signalisierungen erhalten bleiben.
ETCS im Ăźbrigen Europa
griechenland Ende 2003 vergab die Griechische Staatsbahn einen Auftrag zur AusrĂźstung der Neubaustrecke Athen â Kiato mit ETCS Level 1.cite-ref-eri-2003-558-484-0[484] Die Strecke zum Flughafen Athen wurde zu den Olympischen Spielen 2004 in Betrieb genommen.cite-ref-sd-96-10-6-485-0[485]
irland Irish Rail wird bis 2026 auf seinem 1600-mm-Breitspur-Netz eine Mischung aus ETCS Level 1 und dem Bestandssystemen (u. a. Caws) einfĂźhren.cite-ref-ted-367251-2017-486-0[486]cite-ref-irj-2019-04-12-487-0[487] Laut Angaben von April 2023 soll ETCS Level 1 im gesamten elektrifizierten Netz eingefĂźhrt und Fahrzeuge dafĂźr ausgerĂźstet werden.cite-ref-488[488]cite-ref-489[489] 2025 ging die 120 km lange Strecke zwischen Dundalk und Greystones mit ETCS in Betrieb.cite-ref-490[490]
mazedonien In Mazedonien wurde im FrĂźhjahr 2015 der Auftrag zur ETCS-Level-1-AusrĂźstung der Strecke KumanovoâBeljakovtse vergeben.cite-ref-rgz-2015-6-18-464-1[464]
slowenien In Slowenien wurde 2012 die AusrĂźstung des 350 km langen Korridors von HodoĹĄ an der Grenze zu Ungarn Ăźber Ljubljana nach SeĹžana an der Grenze zu Italien und der Zweigstrecke nach Koper mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-492[492] Seit 2017 ist die ETCS-Level-1 auf diesem Korridor im Einsatz, seit 2020 auch auf der Strecke Zidani MostâDobova.cite-ref-493[493] In einem nächsten Schritt soll die Bestandsstrecke PragerskoâSentilj mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-gtai-2016-06-24-494-0[494]
ungarn Am 1. März 2025 nahm die Ungarische Staatsbahn ihre erste Strecke mit ETCS Level 2 in Betrieb: den 25 km langen Abschnitt SzĂĄzhalombattaâPusztaszabolcs der Hauptstrecke BudapestâPĂŠcs. Bereits 2023 war die 110 km lange Strecke SopronâSzombathelyâSzentgotthĂĄrd des Infrastrukturbetreibers GySEV mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet worden.cite-ref-eri-2025-218-495-0[495]
rum-c3-a4nienrum-nien 2010 vergab der rumänische Infrastrukturbetreiber CFR SA einen Auftrag zur AusrĂźstung eines 37 km langen Streckenabschnitts der Strecke BukarestâPloieČti mit ETCS Level 2 (mit Signalen). Es ist die erste Anwendung von ETCS in Rumänien. Die Inbetriebnahme erfolgte am 12. Dezember 2015.cite-ref-rgz-2016-1-27-496-0[496] Im November 2014 wurde ein Auftrag zur AusrĂźstung der 170 km langen Strecke Simeria â CoĹlariu â SighiČoara mit ETCS Level 2 erteilt.cite-ref-497[497]
ETCS auĂerhalb von Europa
indien Im Jahr 2000 beschloss das indische Verkehrsministerium die Realisierung eines ETCS-Pilotprojekts auf der Strecke DelhiâMathura.cite-ref-eri-2000-275-498-0[498] 2005 wurde ein Auftrag Ăźber Level 1 auf der 50 km langen Vorortstrecke zwischen Chennai und Gummidipoondi vergeben (einschlieĂlich FahrzeugausrĂźstung fĂźr 82 Fahrzeuge), später folgte ein Level-1-Auftrag Ăźber 200 km des Northern Railway zwischen Delhi und Agra (einschlieĂlich 35 Lokomotiven). Ende 2014 sollte der Probebetrieb fĂźr ETCS Level 1 auf dem 66 km langen Abschnitt zwischen Basin Bridge und Arakkonam (Southern Railway) beginnen. ETCS Level 1 wird von den Indian Railways als Train Protection and Warning System bezeichnet.cite-ref-rgi-2014-11-45-499-0[499] Der Verwaltungsrat der Indian Railways beschloss am 15. Dezember 2017, das gesamte, rund 9000 km lange Netz zwischen den vier indischen Metropolregionen und 6000 Fahrzeuge mit ETCS Level 2 auszurĂźsten. Ziel sei ein unfallfreier Betrieb. Eine Variante von ETCS Level 1 komme bereits auf einer 342 km langen Strecke zum Einsatz und habe dort zu einem unfallfreien Betrieb gefĂźhrt.cite-ref-ir-2017-12-18-500-0[500]cite-ref-fp-2017-12-18-501-0[501] Die flächige EinfĂźhrung von ETCS Level 2 sollte noch 2018 beginnen (Stand: Februar 2018).cite-ref-rj-2018-02-02-502-0[502] Im Februar 2018 wurde die EinfĂźhrung von ETCS Level 2 im gesamten indischen Breitspurnetz (rund 60 000 km) angekĂźndigt.cite-ref-bs-2018-03-07-503-0[503] Auch acht geplante Regionalschnellverkehrslinien im GroĂraum Delhi sollen mit ETCS Level 2 (Baseline 3) ausgerĂźstet werden.cite-ref-rgi-2018-07-34-504-0[504] Nach Angaben von 2019 soll auf der 82 km langen Strecke DelhiâGhaziabadâMeerut erstmals ETCS Level 2 in Betrieb gehen.cite-ref-tmw-2019-09-10-505-0[505] Ende 2019 schrieb Indian Railways die ETCS-L2-AusrĂźstung fĂźr Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von 650 km aus. Sollte sich ETCS bewähren, soll die AusrĂźstung weiterer Abschnitte folgen.cite-ref-rj-2019-11-07-506-0[506] Im Juli 2020 entschied Indian Railways hingegen, die meisten hochausgelasteten Strecken mit der im eigenen Land entwickelten Zugbeeinflussungssystem Kavach beziehungsweise âTrain Collision Avoidance Systemâ (TCAS) auszurĂźsten, das u. a. auf RFID-Tags im Gleis, Basisstationen an BahnhĂśfen sowie GPS-Ortung basiert.cite-ref-rgi-2022-04-18-507-0[507]
china Die Volksrepublik China schloss in den 2000er Jahren Verträge mit vier ETCS-Streckenausrßstungen ab.cite-ref-eri-2009-350-508-0[508] Das chinesische Zugbeeinflussungssystem CTCS ist ab Level 3 direkt kompatibel mit ETCS Level 2. Das System CTCS-3 wurde ab 2009 in der Volksrepublik China auf der fast 1000 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Wuhan und Guangzhou erstmals in Betrieb genommen. Inzwischen ist das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz mit ßber 18 000 km das längste der Welt.
bahrainkatarkuwaitomansaudi-arabienvae Die sechs im Golf-Kooperationsrat zusammengeschlossenen Staaten der Arabischen Halbinsel (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate) beschlossen, ETCS Level 2 als gemeinsames Zugbeeinflussungssystem zu nutzen.cite-ref-rgz-2011-5-74-468-1[468] Im Juni 2009 ging in Saudi-Arabien ETCS Level 1 auf den beiden Bahnstrecken zwischen der Hauptstadt Riad und Dammam in Betrieb. Die UmrĂźstung der 556 km langen GĂźter- und der 449 km langen Reiseverkehrsstrecke ist der erste Einsatz von ETCS in der arabischen Welt. Das Auftragsvolumen, einschlieĂlich der AusrĂźstung mit GSM-R, lag bei umgerechnet 91 Millionen Euro.cite-ref-509[509] Die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik mit neuen Stellwerken und ETCS war 2005 begonnen worden.cite-ref-bm-2022-06-52-510-0[510] Auf weiteren Strecken kommt ETCS Level 2 zum Einsatz. Teilweise sind Systeme fĂźr automatische Wagenzustandskontrollen (so genannte CheckPoints) an ETCS angebunden.cite-ref-ei-2010-7-39-511-0[511] Im Januar 2009 wurde ein Vertrag zur AusrĂźstung der ersten Stufe des Schienennetzes in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit ETCS Level 2 bekanntgegeben.cite-ref-rgz-2012-3-12-512-0[512] Im April 2009 wurde ein Auftrag zur AusrĂźstung der 2400 km langen Nord-SĂźd-Linie mit ETCS Level 2 und weiteren Systemen vergeben. Es war der erste Auftrag fĂźr ETCS Level 2 im Nahen Osten und der Auftrag fĂźr die längste Level-2-AusrĂźstung weltweit.cite-ref-rgz-2005-5-7-513-0[513] Im Februar 2023 ging mit dem âUAE freight networkâ ein 900 km GĂźterverkehrsnetz mit ETCS Level 2 in Betrieb.cite-ref-irj-2023-04-05-514-0[514] Auch eine 303 km lange Strecke zwischen den Hauptstädten der VAE, Abu Dhabi, und Oman, Sohar, wird mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet. Dies sei âdas erste länderĂźbergreifende Eisenbahnnetzwerk im Nahen Osten und der arabischen Weltâ.cite-ref-515[515]
iran Im Iran soll als erste Strecke die Schnellfahrstrecke TeheranâIsfahan mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden. Insgesamt sollen sechs neue Strecken im Gesamtumfang von 2800 km mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-rgz-2016-07-47-516-0[516]cite-ref-rgz-2016-07-52-517-0[517] irak Im Irak soll die 1047 km lange Hauptachse zwischen Umm Qasr, Bagdad und Mossul ausgebaut und dabei auch mit ETCS ausgerĂźstet werden.cite-ref-518[518]
israel In Israel sollte ETCS Level 2 zwischen 2018 und 2022 im gesamten Netz die PZB ablÜsen. Die Ausschreibung, in drei Teilen (ETCS-Infrastruktur, ETCS-Fahrzeuggeräte, GSM-R), sollte 2016 erfolgen. Unter anderem soll die Kapazität auf stark befahrenen Korridoren angehoben werden.cite-ref-519[519] Die Ausschreibungen fßr Strecken- und Fahrzeugausrßstung waren 2018 im Gang, die Inbetriebnahme sollte mÜglichst 2020 erfolgen.cite-ref-irj-2018-01-56-520-0[520] Insgesamt soll ETCS auf 625 Streckenkilometer des Bestandsnetzes sowie 255 km Neubau in drei Stufen bis 2023 in Betrieb genommen werden.cite-ref-railjournal-2020-04-07-521-0[521] Daneben wurde ein GSM-R-Netz neu aufgebaut.cite-ref-522[522] Die ETCS-Einfßhrung in Israel wird von massiv steigender Nachfrage und knapper werdenden Kapazitätsreserven getrieben, insbesondere im Ayalon Corridor in Tel Aviv. Mit ETCS Level 2 kÜnne dessen Kapazität von 14 auf 17 Zßge pro Stunde und Richtung gesteigert werden. Darßber hinaus solle die ETCS-Einfßhrung zu mehr Sicherheit, Energie sparen, die Auslastung des Rollmaterials verbessern und perspektivisch die zulässige HÜchstgeschwindigkeit damit von 160 auf 250 km/h angehoben werden. 2017 wurde mit der ETCS-Einfßhrung auf dem Ayalon Corridor begonnen, die Inbetriebnahme soll 2019 erfolgen und sämtliche Fahrzeuge bis dahin umgerßstet werden. Die weitere Rollout soll zwischen 2020 und 2025 folgen. Durch den ab 2026 geplanten Rßckbau der damit entbehrlichen Anlagenteile der Leit- und Sicherungstechnik sollen bis zu 2 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Die Einfßhrung von ETCS soll rund 750 Millionen Euro kosten.cite-ref-rgi-2018-06-26-523-0[523]
australiensydney In Australien fiel bei Sydney Trains nach einem Unfall aufgrund ĂźberhĂśhter Geschwindigkeit (im Jahr 2003) die Entscheidung, ETCS Level 1 als Ergänzung zum bestehenden Signalsystem einzusetzen.cite-ref-rgz-2015-30-524-0[524] Unter 67 untersuchten Zugbeeinflussungssystemen wurde letztlich ETCS ausgewählt und im April 2007 eine herstellerĂźbergreifende Arbeitsgruppe gebildet und ETCS auf einem kurzen Abschnitt der Strecke SydneyâLithgow erprobt.cite-ref-rgz-2007-10-608-29-5[29] Ende der 2000er Jahre bestand ernsthaftes Interesse fĂźr ETCS-Anwendungen im Vorortverkehr in Sydney, Brisbane und Melbourne sowie Fernstrecken der Queensland Rail.cite-ref-eri-2009-350-508-1[508] 2013 wurde ein Auftrag zur AusrĂźstung des Nahverkehrsnetzes von Adelaide mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-525[525] Unter der Bezeichnung Advanced Train Control System (ATCS) wurde in Australien um 2015 die EinfĂźhrung von ETCS Level 2 zur Leistungssteigerung auf vielbefahrenen Streckenabschnitten erwogen.cite-ref-rgz-2015-30-524-1[524] Eine Erprobung des ersten ETCS-Systems in Australien wurde im Juni 2016 vorläufig abgeschlossen.cite-ref-526[526] In Verbindung mit ATO und einem Verkehrsleitsystem sollen mit ETCS 24 ZĂźge pro Stunde und Richtung ermĂśglicht werden, zur Bewältigung von StĂśrungen bis zu 30.cite-ref-siemens-2021-03-18-527-0[527] Das Projekt soll bis 2024 vollständig in Betrieb gehen.cite-ref-alstom-2021-09-15-528-0[528] brisbane Auch in Brisbane ist eine ergänzende AusrĂźstung mit ETCS Level 1 und einem späteren Wechsel auf ETCS Level 2 geplant.cite-ref-rgz-2015-30-524-2[524] 75 neue TriebzĂźge, die im Dezember 2013 beauftragt wurden, sind fĂźr die NachrĂźstung von ETCS Level 2 vorbereitet.cite-ref-rgz-2016-6-42-529-0[529] Im Juni 2016 kĂźndigte die Regierung von Queensland an, bis 2021 ETCS in Brisbane einfĂźhren zu wollen. Mit Investitionen von 634 Millionen Australischen Dollar soll die Kapazität im Kern um acht ZĂźge pro Stunde bzw. 20 Prozent gesteigert werden. 20 Millionen zusätzliche Fahrgäste sollen somit jährlich durch den Stadtkern befĂśrdert werden.cite-ref-rt-2016-06-15-530-0[530] Der Stadtkern sowie der neue Innenstadtstrecke Cross River Rail (CRR) sollen im Rahmen eines gesamthaften ETCS-Projekts ausgerĂźstet werden.cite-ref-531[531] Im Zuge der Wirtschaftlichkeitsrechnung wurde ETCS Level 2 ohne Signale, mit automatischem Fahrbetrieb (ATO) mit TriebfahrzeugfĂźhrer (GoA 2) berĂźcksichtigt. Simulationen hätten gezeigt, dass die geforderte Leistungsfähigkeit ohne ETCS nicht erreicht werden kĂśnne.cite-ref-building-queensland-2017-08-532-0[532] 2020 begann die AusrĂźstung einer ersten Strecke zu Testzwecken, die seit Februar 2023 auf voller Länge mit ETCS befahren wird.cite-ref-533[533]cite-ref-534[534] DarĂźber hinaus soll im Raum Sydney ETCS auf ersten Strecken 2024 in Betrieb gehen, das Ăźbrige Netz bis in die 2030er Jahre ausgerĂźstet werden.cite-ref-535[535] 2025 beschloss die australische Regierung, ETCS standardmäĂig bei allen zukĂźnftigen Projekten zum Einsatz zu bringen.cite-ref-536[536]
neuseeland In Neuseeland vergab Ontrack 2009 einen Auftrag zur AusrĂźstung mit ETCS Level 1. AusgerĂźstet wurden drei Vorortstrecken (insgesamt 150 km) im GroĂraum Auckland, die parallel modernisiert und elektrifiziert werden. Dies ist die erste Installation des europäischen Zugbeeinflussungssystems in Neuseeland.cite-ref-537[537]cite-ref-mri-2014-06-18-538-0[538] Im April 2014 ging die erste ausgebaute Strecke, zwischen Auckland und dem Vorort Onehunga, in Betrieb.cite-ref-mri-2014-06-18-538-1[538] In Auckland soll der âCity Rail Linkâ Mitte 2024 mit ETCS Level 1 in Betrieb gehen.cite-ref-irj-2023-11-22-539-0[539] KiwiRail erwägt, GĂźterzuglokomotiven auf der Nordinsel mit ETCS auszurĂźsten.cite-ref-540[540]
mexiko In Mexiko ist ETCS Level 1 auf der 27 km langen Vorortbahn (FS1) zwischen den Stationen Buenavista in Mexiko-Stadt und CautitlĂĄn im Bundesstaat Mexico seit dem 7. Mai 2008 im Einsatz.cite-ref-541[541] 2014 wurde ein Auftrag zur AusrĂźstung der 58 km langen Strecke Mexiko-StadtâToluca mit ETCS Level 2 und automatischem Betrieb (ATO) vergeben.cite-ref-rgz-2016-9-107-542-0[542] 2021 wurde die AusrĂźstung des rund 1500 km langen Projekts Tren Maya mit ETCS vergeben.cite-ref-rgi-2021-7-8-543-0[543]
brasilien In Brasilien wurde die AusrĂźstung des 223 km langen S-Bahn-Netzes von Rio de Janeiro (SuperVia) mit ETCS Level 1 im FrĂźhjahr 2011 vergeben.cite-ref-544[544] Die Zugfolgezeiten sollten damit auf drei Minuten halbiert werden. Die Betriebsaufnahme war, gestaffelt, zwischen November 2012 und Juli 2013 geplant.cite-ref-rgz-2011-9-8-545-0[545] Es ist der erste Einsatz von ETCS in SĂźdamerika.cite-ref-mri-2011-3-5-546-0[546] Ab Juni 2025 sollen zwei Linien der Companhia Paulista de Trens Metropolitanos in SĂŁo Paulo durch Alstom mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden. Diese erste Anwendung von ETCS Level 2 in Lateinamerika soll binnen sechs Jahren umgesetzt werden.cite-ref-547[547] Im Oktober 2025 wurde Siemens beauftragt, drei weitere Linien auszurĂźsten und auch ATO GoA 2 umzusetzen.cite-ref-548[548]
chile In Chile wurde im Oktober 2013 ein Vertrag zur AusrĂźstung des 22 km langen Streckenabschnitts zwischen Santiago de Chile und Nos (Strecke SantiagoâRancagua, ÂťMetrotrĂŠn NosÂŤ) mit ETCS Level 1 vergeben. Damit sollen Zugfolgezeiten von vier Minuten realisiert werden. Es ist die zweite Anwendung von ETCS in Lateinamerika.cite-ref-rgz-2013-12-8-549-0[549] Neben dem vorgenannten Streckenabschnitt ging ETCS Level 1 zwischenzeitlich auf dem Tren LimacheâPuerto, einer Vorortstrecke im Raum ValparaĂso, in Betrieb. Die Strecke soll nach La Calera erweitert werden, wobei auch ETCS Level 2 erwogen wird. ZukĂźnftig soll ETCS auch auf der Gesamtstrecke zwischen Santiago und ValparaĂso eingesetzt werden.cite-ref-rgi-2023-08-24-550-0[550] Auf der 87 km langen Strecke zwischen Santiago und Melipilla soll erstmals ETCS Level 2 in SĂźdamerika zum Einsatz kommen.cite-ref-irj-2024-12-29-551-0[551]cite-ref-552[552]
algerien In Algerien war 2009 bereits ein Vertrag ßber eine kommerzielle ETCS-Anwendung abgeschlossen.cite-ref-eri-2009-350-508-2[508] 2011 wurde der Auftrag zur Ausrßstung der 290 km langen Hochplateau-Strecke zwischen M'Sila und Tissemsilt mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-rgz-2011-8-18-553-0[553] Ende 2014 wurde der Auftrag zur Sicherungstechnik-Ausrßstung der 90 km langen Strecke zwischen Beni Mansour und Bejaia mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-rgz-2015-1-16-318-1[318] Im Dezember 2015 wurde ein Vertrag zur Ausrßstung von 140 km Strecken um Algier mit ETCS Level 1 bis 2019 bekannt.cite-ref-rgz-2016-1-16a-554-0[554] Insgesamt soll ETCS auf einer Länge von 1600 km zum Einsatz kommen (Stand: 2013).cite-ref-rgz-2014-04-70-32-1[32]
marokko In Marokko wird mit der LGV TangerâKenitra, die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke auf dem afrikanischen Kontinent, mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-rgz-2012-6-35-555-0[555]cite-ref-rgz-2013-5-22-556-0[556]
t-c3-bcrkeit-rkei In der TĂźrkei wird ETCS Level 2 erstmals auf dem 212 km langen Streckenabschnitt AnkaraâKonya installiert. Auf der im Dezember 2010 fertiggestellten Abschnitt erfolgten unter ETCS Level 1 bislang nur Testfahrten mit maximal 120 km/h (Stand: 2011). KĂźnftig sind hier 250 km/h zugelassen.cite-ref-557[557] Im Projekt Marmaray wird ETCS Level 1 fĂźr FernverkehrszĂźge verwendet, fĂźr S-Bahnen CBTC.cite-ref-rgz-2013-4-33-431-2[431] Bereits 2009 liefen in der TĂźrkei Verträge Ăźber kommerzielle ETCS-Projekte mit vier AusrĂźstern.cite-ref-eri-2009-350-508-3[508]
kanada In Toronto (Kanada) soll das Nahverkehrssystem GO Transit mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden. Dies gilt als die erste ETCS-AusrĂźstung in Nordamerika.cite-ref-558[558]cite-ref-559[559]
usavereinigte-staaten In den Vereinigten Staaten wurde erwogen, im Rahmen des Projekts California High-Speed Rail ETCS zwischen San JosĂŠ (Kalifornien) und Los Angeles einzusetzen.cite-ref-560[560] AuĂerdem soll ETCS auf der im Bau befindlichen Brightline West zum Einsatz kommen.cite-ref-561[561]
burundikeniakongos-c3-bcdsudans-dsudantansaniauganda In Ostafrika werden eine Reihe von Strecken erwogen bzw. geplant, die einheitlich ERTMS Regional nutzen sollen. Die 19 erwogenen Strecken befinden sich in den Ländern Burundi, Kongo, Kenia, Ruanda, SĂźdsudan, Tansania und Uganda.cite-ref-rgz-2016-6-30-562-0[562] sambia In Sambia gaben Zambia Railways Mitte 2014 die EinfĂźhrung von ERTMS Regional (mit mĂśglichst wenigen AuĂenanlagen) auf der 848 km langen Nord-SĂźd-Strecke zwischen Livingstone und Chingola bekannt.cite-ref-rgz-2014-9-117-563-0[563] c3-84thiopienthiopien Die seit 2012 im Bau befindliche Strecke zwischen Awash und Weldiya (Woldia) in Ăthiopien wird mit ETCS Level 1 ausgerĂźstet.cite-ref-564[564] Tansania plant, ETCS Level 2 auf einem im Bau befindlichen Netz einzufĂźhren.cite-ref-irj-2023-07-565-0[565]
s-c3-bcdafrikas-dafrika In Sßdafrika plante der Netzbetreiber Passenger Rail Agency of South Africa, bis 2022 eine modifizierte Variante von ETCS Level 2 in den Räumen Johannesburg, Durban und Cape Town zum Einsatz zu bringen. Um häufigen Diebstählen und mutwilligen Beschädigungen entgegenzuwirken, soll insbesondere auf Eurobalisen verzichtet werden. Ab 2025 war die Entfernung konventioneller Signale und ein Betrieb mit virtuellen Blockabschnitten geplant.cite-ref-rgz-2014-9-110-566-0[566] Nach einer Ausschreibung, im Jahr 2015, waren 2020 zwei Streckenabschnitte ausgerßstet und die Ausrßstung weiterer Strecken in Vorbereitung.cite-ref-rgi-2018-12-24-567-0[567]cite-ref-grr-2020-04-47-568-0[568] 2023 wurde in der Provinz Gauteng an insgesamt 99 BahnhÜfen neue Stellwerkstechnik in Betrieb genommen, die fßr ETCS Level 2 vorbereitet ist.cite-ref-569[569] Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde auf 7 BahnhÜfen ETCS Level 2 in Betrieb genommen.cite-ref-570[570]
malaysia In Malaysia wurde 2011 ein Auftrag zur AusrĂźstung der Kuala Lumpur Monorail mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-rgz-2011-12-16-571-0[571] Die AusrĂźstung einer S-Bahn-Strecke zum Flughafen Subang mit ETCS Level 1 wird erwogen.cite-ref-rgz-2016-10-33-572-0[572]
s-c3-bcdkoreas-dkorea Die sĂźdkoreanische InfrastrukturbehĂśrde KNRA plante 2007, binnen zwei bis drei Jahren das gesamte konventionelle Netz mit ETCS auszurĂźsten und damit auch grĂśĂere Geschwindigkeiten zu realisieren.cite-ref-rgz-2007-291-573-0[573] Ein rund 700 km langer Pilotabschnitt des Kernnetzes, zwischen Seoul und Busan bzw. Mockpo, mit ETCS Level 1 lief 2004 an und war 2006 in Betrieb.cite-ref-eri-2006-284-285-1[285] 2009 waren Verträge mit zwei ETCS-AusrĂźstern geschlossen.cite-ref-eri-2009-350-508-4[508] Im September 2010 wurde ein Auftrag zur AusrĂźstung des Streckenabschnitts zwischen Mangu und Seoul mit ETCS Level 1 vergeben.cite-ref-rgz-2011-02-16-574-0[574] Hochgeschwindigkeitsstrecken mit einer Gesamtlänge von 3861 km sollen mit ETCS Level 2 und LTE-R ausgerĂźstet werden.cite-ref-re-2018-02-69-575-0[575] ktcs Die sĂźdkoreanische Regierung begann 2012 ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Standardisierung der Leit- und Sicherungstechnik. Daraus ging zunächst das Korean Train Control System 2 (KTCS-2) hervor, das erstmals 2023 auf der 180 km langen Jeolla-Linie zwischen Iksan und Yeosu in Betrieb genommen wurde. KTCS soll âETCS-Standardsâ erfĂźllen.cite-ref-irj-2023-12-12-576-0[576] KTCS-2 entspricht ETCS Level 2.cite-ref-577[577] Mit KTCS-3 befindet sich ein System ohne streckenseitige Gleisfreimeldung in Entwicklung. Ein entsprechender Fahrzeugrechner (KVC) soll bis Ende 2024 entwickelt werden.cite-ref-irj-2023-12-12-576-1[576] KTCS-3 ist die koreanische Ausprägung von ETCS Level 3. KVC ist die koreanische Bezeichnung fĂźr den EVC.cite-ref-578[578]
indonesien In Indonesien wird eine 23 km lange S-Bahn-Neubaustrecke zum Flughafen Palembang, die 2018 in Betrieb gehen soll, mit ETCS Level 1 ausgerĂźstet.cite-ref-rgz-2016-10-48-579-0[579] Weitere Strecken sollen mit einem auf ETCS aufbauenden System ausgerĂźstet werden.cite-ref-re-2018-02-69-575-1[575]
In der philippinischen Hauptstadt Manila wird die Nahverkehrsachse North-South Commuter Rail mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet.cite-ref-rgi-2021-06-18-580-0[580]
c3-84gyptengypten In Ăgypten war um 2015 ETCS Level 1 geplant.cite-ref-irj-2015-02-15-581-0[581] Ein 2021 beauftragtes, 660 km langes Bahnsystem zwischen Rotem Meer und Mittelmeer soll mit ETCS Level 2 ausgerĂźstet werden.cite-ref-siemens-2021-09-01-582-0[582] Der Auftrag wurde im Mai 2022 auf ein Ăźber 2000 km langes Hochgeschwindigkeitsnetz ausgedehnt, wobei âein sicheres und zuverlässiges Signalsystemâ installiert werden soll, âdas auf der Technologie des European Train Control System (ETCS) Level 2 basiertâ.cite-ref-583[583]
thailand In Thailand entschied sich die Thailändische Staatseisenbahn 2015 zur schrittweisen EinfĂźhrung von ETCS Level 1, fĂźr zukĂźnftige Hochgeschwindigkeitsstrecken ist Level 2 vorgesehen.cite-ref-sd-111-23-584-0[584] Der Netzbetreiber SRT entschied sich aufgrund veralteter Bestandstechnik und im Wettbewerb stehender Lieferanten, ETCS Level 1 auf seinem gesamten, rund 4500 km langen Netz einzufĂźhren.cite-ref-585[585] Im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Strecke ChachoengsaoâKlong Sip KaoâKaeng Khoi wurde 2018 ETCS Level 1 mit eingebaut.cite-ref-rgi-2023-09-01-586-0[586] In Bangkok sollen mehrere Linien mit Level 1 ausgerĂźstet werden.cite-ref-viacon-2017-587-0[587]cite-ref-thales-2018-05-024-588-0[588]cite-ref-rt-2019-09-20-589-0[589] 2023 wurde die AusrĂźstung von 321 Streckenkilometern mit 48 Stationen im Raum Bangkok abgeschlossen.cite-ref-rgi-2023-09-01-586-1[586]
tunesien In Tunis (Tunesien) werden zwei Linien der S-Bahn mit ETCS Level 1 ausgerĂźstet (einschlieĂlich 28 Fahrzeuggeräte). Die Inbetriebnahme war fĂźr Ende 2016 geplant (Stand: 2013).cite-ref-siemens-2013-03-25-590-0[590] Ein erster Abschnitt der Linie E wurde am 20. März 2023 in Betrieb genommen.cite-ref-irj-2023-05-06-591-0[591]
senegal Im Senegal wurde im Januar 2019 das erste TeilstĂźck der mit ETCS Level 2 ausgerĂźsteten Nahverkehrsstrecke zwischen der Hauptstadt Dakar und dem Flughafen Dakar-Blaise Diagne erĂśffnet. Der Ăźbrige Abschnitt soll bis 2020 folgen.cite-ref-irj-2019-03-13-592-0[592]
sri-lanka In der sri-lankischen Hauptstadt Colombo soll ETCS Level 1 beim Ausbau des S-Bahn-Systems eingesetzt werden.cite-ref-irj-2018-08-30-593-0[593]
kasachstan In Kasachstan soll ETCS auf der 300 km langen Strecke zwischen Zhetygen und Altynkol (an der Grenze zu China) eingesetzt werden.cite-ref-rj-2019-09-02-594-0[594]cite-ref-rgz-2019-595-0[595]
uruguay In Uruguay wird die 276 km lange Strecke zwischen Paso de los Toros und dem Hafen Montevideo mit ETCS Level 1 ausgerĂźstet.cite-ref-railtech-2019-11-08-596-0[596]cite-ref-irj-2023-09-12-597-0[597]
Diskussion
⢠Die Kapazitätswirkungen von ETCS hängen von vielen Randbedingungen des jeweiligen Projekts ab und kĂśnnen nicht pauschal angegeben werden.cite-ref-etr-2021-7-16-599-0[599] Die EinfĂźhrung von ETCS fĂźhrt vielfach zu weniger Kapazität, beispielsweise aufgrund von Einschränkungen aus anderen Zugbeeinflussungssystemen, längerer Systemlaufzeiten, flacherer Bremskurven oder längerer Betriebsprozesse. Es bestehen jedoch einige Ansätze fĂźr Kapazitätssteigerungen, beispielsweise durch dichte Blockteilung und verkĂźrzte Laufzeiten.cite-ref-600[600] Bei Projekten wie Thameslinkcite-ref-rgz-2015-9-33-463-3[463] oder Cross River Railcite-ref-building-queensland-2017-08-532-1[532] gilt ETCS Level 2 in Verbindung mit automatischem Fahrbetrieb (ATO) als Voraussetzung, um die Leistungsanforderungen zu erfĂźllen. In der Schweiz erwarten die SBB längerfristig Kapazitätssteigerungen durch ETCScite-ref-sbb-2017-04-20-406-2[406], gleichwohl habe ETCS durch flachere Bremskurven bislang auch zu KapazitätseinbuĂen gefĂźhrtcite-ref-601[601]. ETCS ermĂśglicht eine Reihe von Optimierungencite-ref-deinebahn-2021-03-22-602-0[602] und kann als Trägersystemcite-ref-deinebahn-2021-03-22-602-1[602] fĂźr weitere leistungssteigernde Techniken wie ATO oder Verkehrsleitsysteme dienen. Im LĂśtschberg-Basistunnel fĂźhrt beispielsweise eine auf ETCS Level 2 aufsetzende Leittechnik zu einer Kapazitätssteigerung von 20 Prozent. FĂźr Bahn-Infrastrukturbetreiber, die bereits Ăźber leistungsfähige Zugleit- und Zugbeeinflussungssysteme verfĂźgen (DB Netz: LZB mit CIR-ELKE, SNCF RĂŠseau: TVM), ist der Gewinn an Leistungsfähigkeit durch ETCS eher geringer als bei anderen Betreibern. Auch Systemlaufzeitencite-ref-ei-2021-06-50-603-0[603] spielen eine Rolle.
⢠Die fĂźr ETCS Level 2 erforderlichen Funkkanalkapazitäten kĂśnnen im Bereich von RangierbahnhĂśfen und groĂen Eisenbahn-Knotenpunkten durch klassisches, verbindungsorientiertes GSM-R nicht immer erbracht werden. Mit der Annahme der Fortschreibungen von GSM-R Baseline 1 im Jahr 2016 kĂśnnen mittels paketvermitteltem GPRS-Ăbertragungsmodus ungefähr viermal mehr ZĂźge parallel in ETCS gefĂźhrt werden als mit verbindungsorientierten GSM-R. In manchen Ländern kann auch das erweiterte GSM-R-Frequenzbandcite-ref-sd-113-04-21-604-0[604] genutzt werden.
Vorteile
⢠Die Interoperabilität im Schienenverkehr erhÜht sich. Dadurch kann zunehmend auf die Mehrfach-Ausrßstung von verschiedenen Zugbeeinflussungssystemen in einem Triebfahrzeug vermieden werden, was wiederum Kosten spart. Grundvoraussetzung hierfßr ist allerdings ein durchgängiges mit ETCS ausgerßstetes Streckennetz. Während erste Netze (z. B. Luxemburg, Schweiz) in Kßrze vollständig mit ETCS ausgerßstet sein werden, hinkt die Ausrßstung des europäischen Netzes frßheren Erwartungen hinterher.
⢠Die Abwärtskompatibilität zu älteren nationalen Zugbeeinflussungssystemen (âClass B-Systemeâ) ist durch Level 0 und Level STM/NTC mĂśglich (optional).
⢠Die Skalierbarkeit ist durch die Level 1, 2 und 3 gegeben. Dadurch kann ETCS den Ansprßchen verschiedener Strecken, Nutzungsprofile und Eisenbahnverwaltungen gerecht werden.
Nachteile
⢠Während der Einfßhrungsphase mßssen in der Regel Alt- und Neusysteme parallel installiert sein. Je nach dem Vorgehen bei der Einfßhrung mßssen Fahrzeuge, Strecken oder beide doppelt ausgerßstet werden. Dabei sind auch UmleitungsmÜglichkeiten zu berßcksichtigen. Sämtliche Einbauten am Gleisrost sind zusätzlich Hindernisse bei Oberbauarbeiten, die den Aufwand selbst bei der laufenden Unterhaltung erhÜhen.
⢠Mit der Einfßhrung von ETCS sind erhebliche Kosten verbunden. Die Ausrßstung eines Triebfahrzeugs mit ETCS kostet typischerweise einige hunderttausend Euro.cite-ref-605[605]cite-ref-606[606] Im Bestandsnetz erfordert die Einfßhrung von ETCS Level 2 zumeist die Umstellung auf elektronische Stellwerke.
⢠Die langwierige ETCS-Entwicklungsgeschichte brachte eine Vielzahl von Versionen hervor, die untereinander nur begrenzt kompatibel sind. Besondere Anpassungen der einzelnen Betreiber erschweren die Interoperabilität weiter.cite-ref-sd-113-7-23-156-1[156]
⢠Während mit ETCS Zugbeeinflussungssysteme technisch vereinheitlicht werden kÜnnen, werden die betrieblichen Regeln der einzelnen Länder nicht angeglichen. In Verbindung mit weiterhin bestehenden Sprachbarrieren bestehen damit auch mit ETCS weiterhin Barrieren fßr den grenzßberschreitenden Verkehr.
Der Verband Schweizer LokomotivfĂźhrer und Anwärter erachtet ETCS Level 2 nur fĂźr HochgeschwindigkeitszĂźge geeignet. FĂźr klassische Strecken sei das System âzu komplexâ und nicht tauglich fĂźr den Normalbetrieb. Es verursache Kosten in MilliardenhĂśhe, ohne die Sicherheit merklich zu erhĂśhen.cite-ref-607[607]
Kosten
Nach einer Betrachtung in der Schweiz entfallen bei der Umrßstung von 25 Fahrzeugen einer Baureihe ungefähr 30 bis 40 Prozent auf die ETCS-Komponenten, 10 Prozent auf deren Einrichtung, 10 bis 20 Prozent auf notwendige technische Anpassungen am Fahrzeug sowie 20 bis 50 Prozent auf die Implementierung.cite-ref-sd-98-12-40-28-4[28]
Die Nachrßstung von Triebzßgen mit ETCS und weiteren Techniken im Digitalen Knoten Stuttgart kostet etwa 20 bis 30 Millionen Euro pro First-of-Class-Zug sowie 300.000 bis 400.000 Euro in der Serie. Dazu kommen Begleitkosten, beispielsweise fßr Ersatzfahrzeuge während der Umrßstung.cite-ref-ei-2023-04-05-608-0[608]
Siehe auch
Literatur
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Weblinks
Commons
: European Train Control System
â Sammlung von Bildern
⢠European Rail Traffic Management System (ERTMS). Informationen (einschlieĂlich ETCS-Spezifikation) auf der Homepage der Eisenbahnagentur der Europäischen Union
⢠European Rail Traffic Management â ERTMS. Ăbersichtsseite des Verbandes der Europäischen Eisenbahnindustrie
⢠ETCS auf der Seite des Schweizerischen Bundesamtes fßr Verkehr
⢠Karte der mit ETCS ausgerßsteten Strecken auf der OpenRailwayMap (unvollständig)
Einzelnachweise
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